Die Entscheidung der Wiener Austria Rapid erstmals seit langem wieder „nur“ 10% des Kartenkontingents zu überlassen lässt die Wogen bereits vor dem Derby hochgehen.... Zu wenig, zu teuer – Kartenspiele vor dem 299. Wiener Derby

Die Entscheidung der Wiener Austria Rapid erstmals seit langem wieder „nur“ 10% des Kartenkontingents zu überlassen lässt die Wogen bereits vor dem Derby hochgehen. Verständlich zur Stärkung des Heimvorteils oder doch Provokation des Gegners? Neben der, vergleichsweise, geringen Anzahl an Tickets stößt auch der Einheitspreis von 25 € für Unverständnis. abseits.at hörte sich im Austrian Soccer Board um.

Bestimmungen

Fakt ist, dass die Austria nicht verpflichtet ist, die komplette Westtribüne für Gästefans zu öffnen, auch wenn sich dies im Falle des Derbys in den letzten Jahren, nicht zuletzt aus sicherheitstechnischen Gründen, eingebürgert und bewährt hat. Laut Bundesliga ist jeder Klub verpflichtet, dem Gastteam 10% des Kontingents zu überlassen. Und zwar zum gleichen Preis gleichwertiger Karten für Heimfans.
Bedeutet im Klartext: Für den Fansektor auf der Hintertortribüne müssen Rapidfans 25 € locker machen, da die Austria 1.) einen Topspielzuschlag (gegen Rapid, Salzburg und Sturm) verrechnet und 2.) aus sicherheitstechnischen Überlegungen auf Ermäßigungen auf den Hintertortribünen verzichtet. Auch, dass die Rapidfans zum Teil in der zugebauten Ecke West/Nord ist legitim, da diese freigegeben ist.

Begründung des Vereins und Reaktionen der Fans

Die Austria begründet diesen Schritt mit einem weiteren Ausbau des Heimvorteils. (Auch wenn die letzte Saison mit vier Auswärtssiegen in den Derbys ein anderes Bild zeichnet, so ist, zumindest der gefühlte Heimvorteil in den Derbys wohl von größerer Bedeutung, als bei „normalen“ Spielen). Des Weiteren betont man auf violetter Seite, dass alles getan wird um ein friedliches Fußballfest zu gewährleisten. Ohne schwarz malen zu wollen, dies wird auch dringend vonnöten sein, wenn man die jüngste und jüngere Derbyvergangenheit betrachtet. Die Fanlager reagieren gespalten auf diesen Schritt. Einerseits freut man sich im Lager der Austria-Fans, weil dies als späte Genugtuung für so manche Schikane im Westen Wiens betrachtet wird. Hauptsächlich wird der Zugang zur Osttribüne des Hanappistadions als schikanös empfunden, weil zusätzlich zum beschränkten Platz Wellenbrecher in Slalomform aufgestellt werden, sodass der Einlass regelrecht zu einem Nadelöhr verkommt.
Andererseits fürchtet man, die Sicherheitspolitik des eigenen Vereins kennend, die mögliche Konfrontation mit den Rapid-Fans. Diese Bedenken zu zerstreuen, wird wohl die wichtigste Aufgabe des Veranstalters sein, möchte man dieses Modell auch in Zukunft durchführen.

Im Westen Wiens hingegen regiert zuweilen Unverständnis über die Aktion, wird diese sogar als Provokation empfunden. Einzelne Gruppierungen dürften dieses Derby aufgrund des hohen Preises sogar boykottieren Dennoch ist der Auswärtssektor bereits ausverkauft.

Fazit

Die Veilchen handeln im Einklang mit den Bundesligabestimmungen und überlassen Rapid die vorgeschriebene Menge an Tickets. Der Ärger der Rapidanhänger erscheint berechtigt (auch auf violetter Seite wird die Frage gestellt ob 25€ für einen Hintertor Stehplatz angemessen sind), jedoch muss akzeptiert werden, dass der 22.5.2011 eine Zäsur, auch im Umgang der Vereine untereinander, darstellt.
Da die Austria über ein kleineres Stadion als Rapid verfügt, muss sich Rapid (bzw. müssen sich die Rapid-Fans) in Zukunft wohl damit abfinden weniger Auswärtskarten als der Lokalrivale zu erhalten. Was den Preis betrifft muss jede/r für sich entscheiden, wie viel ihm/ihr ein Fußballspiel wert ist.

Patrick Redl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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