Heute startet die Regionalliga West in die neue Saison. Die Devise lautet „Alle gegen die zwei Red Bull-Teams“. Wir geben einen Überblick über die... Saisonstart im Westen: Der FC Liefering ist der große Gejagte in der Regionalliga West

Heute startet die Regionalliga West in die neue Saison. Die Devise lautet „Alle gegen die zwei Red Bull-Teams“. Wir geben einen Überblick über die Teams der Liga und die herausragenden Kicker.

Die Neulinge der Liga

Nachdem der Meister der UPC Tirol Liga, SVG Reichenau, auf einen Aufstieg in die Regionalliga West verzichtet hatte, gibt es in der Liga nur zwei neue Teams. Das sind der SV Wals-Grünau und der FC Andelsbuch. Die Salzburger aus Wals-Siezenheim verbrachten schon die Saison 1994/95 in der Regionalliga, 2008 wären die Vorstädter noch fast in die 1. Klasse abgestiegen. 2010 gelang der Titel in der 2. Landesliga, im vergangenen Jahr jener in der Salzburgliga. Die Devise heißt wenig verwunderlich oben zu bleiben, die Verantwortlichen gehen davon aus, dass das klappen wird. Der FC Andelsbuch entstammt der gleichnamigen Gemeinde im Bezirk Bregenz und hat einen interessanten Plan. Anderorts werden die Legionärszahlen beschränkt, die Vorarlberger gaben vor etwas mehr als zehn Jahren die Direktive vor, nur vier Spieler im Kader zu haben, die außerhalb der 2.500-Seelen-Gemeinde kommen. Der Erfolg gibt recht, 2008 gelang der Aufstieg in die Vorarlbergliga, nun jener in die RLW. Andelsbuch blieb so gut wie unverändert, die eingespielte Elf kokettiert mit einem einstelligen Tabellenplatz.

Die „normalen“ Zweitteams

Geht es für die Aufsteiger um den Klassenerhalt, so sollen durch die Amateurteams von Altach und Innsbruck junge Talente gefördert werden. So versuchen die Wacker Amateure mit „Routiniers“, also einigen Neuzugängen, die keine Teenager mehr sind, die Klasse zu halten und den Bundesliga-Klub anzufüttern. Die Altach Amateure werden eines der jüngsten Teams stellen. Das liegt zum Einen an den gängigen Nachwuchsspielerbestimmungen der Heute für Morgen Erste Liga, zum Anderen auch daran, dass Kampfmannschaftscoach Rainer Scharinger voll auf Jugend setzt. Das Ziel ist dasselbe wie bei den Amas aus Tirol. Die Spielgemeinschaft FC Anif/Red Bull Juniors, jenes Amateurteam der Bullen, das in der Liga verbleiben wird müssen, wurde komplett umgebaut und ist schwer einzuordnen. Ziel für die zusammengewürfelte Truppe wird der Klassenerhalt sein.

Mittendrin, statt nur dabei

Zwischen Zweitteams, Aufsteigern, Traditionsvereinen und Aufstiegsaspiranten tummeln sich einige interessante Teams. Beim FC Kufstein weiß man noch nicht, wo man hin will, aber eines scheint klar: Den Fans soll Offensivfußball geboten werden. Es soll von Spiel zu Spiel geschaut werden. Welcher Platz es wird ist den Tirolern nicht so wichtig, da vor allem die Vereine des Tiroler Verbandes die RLW umstrukturieren wollen. Einen gesicherten Platz im Mittelfeld strebt der TSV Neumarkt an. Die Flachgauer holten 13 Spieler und wollen mindestens ebendiesen Platz erreichen. Angesichts des großen Umbruchs im Kader keine leichte Aufgabe. Ganz im Gegensatz dazu veränderte der FC Pinzgau-Saalfelden so gut wie nichts an dem Team. Die Aufsteiger der vergangenen Saison haben im Endeffekt das gleiche Ziel wie die Neumarkter. Der SV Seekirchen musste lange zittern, ehe der Klassenerhalt Realität war – weil aus der Landesliga Tirols niemand aufsteigen wollte und sich Union Innsbruck freiwillig zurückzog. Auch die Saison 2012/13 wird ein Kampf ums Überleben werden, auch in der elften Regionalligaspielzeit in Folge will man oben bleiben. Schwere Zeiten stehen dem FC Hard bevor. Die junge Truppe besteht aus reinen Amateuren und die Neuzugänge kamen aus unteren Ligen. Etwas leichter wird es der TSV St. Johann haben. Das Team ist eingespielt, es wurde nur ein Mann geholt. Ziel ist dennoch der Klassenerhalt.

Tradition verpflichtet

Eines haben die drei Vereine FC Dornbirn, SC Bregenz und Austria Salzburg gemein: Tradition und Profierfahrung, wenn man so will. Auch wenn der FC Dornbirn angesichts der Konkurrenz aus Wattens und Liefering keine Chance im Titelkampf sieht, möchten die Dornbirner zumindest „best of the rest“ werden. Noch dazu veränderte sich die Elf in der vergangenen Transferperiode doch sehr stark, es könnte etwas dauern, bis sie sich in der oberen Tabellenregion festsetzt. Der SC Bregenz, wieder in schwarz-weiß, möchte auch in die Top5. Das Team ist jung und hungrig, verfügt über Qualität in der Offensive, es fehlt aber die Kadertiefe. Wichtig wird bei den Landeshauptstädtern sein, mehr Tore als in der abgelaufenen Spielzeit zu machen. Vor allem der FC Lieferung soll geärgert werden, wenn es nach dem SV Austria Salzburg geht. Für den Titel und Profifußball reicht es aus infrastrukturellen und wirtschaftlichen Gründen wohl noch nicht, die Weichenstellung für die Saison 2012/13 erfolgte aber schon im Winter – was auch am verkorksten Herbst lag. Wie Dornbirn und Bregenz will man vorne mit dabei sein, den einen oder anderen Punkt gegen den Meister und den Titelfavoriten holen.

Titelkampf

Hier wird es, glaubt man den anderen Vereinsverantwortlichen, zu einem Showdown zwischen der WSG Wattens und dem FC Liefering kommen. Die WSG Wattens, nun zwei Mal in Folge in der Relegation gescheitert, musste auf dem Transfermarkt sehr aktiv werden, da doch viele Kicker abgegeben wurden. Der Verletzungsteufel trug seinen Anteil dazu bei, dass es noch schwerer wird. Ob auf Basis dieser Erkenntnisse der Titel noch einmal geholt werden kann und somit der dritte Anlauf Richtung Profifußball genommen werden kann, wird sich weisen. Nun zum FC Liefering. Der FC Liefering ist mit der Lizenz des FC Anif ausgestattet, der wiederum als Spielgemeinschaft mit den Red Bull Juniors neu gegründet wurde. Die Lieferinger sind ein Farmteam von Red Bull, angeführt von Leithammel Rene Aufhauser, und wollen so schnell wie möglich in die Erste Liga. Dann wären die Akademieabgänger auf Liefering, Anif und Pasching verteilt. Ein Schelm, wer Böses denkt. Der Titel wird aber wohl über Red Bull gehen.

Die bekanntesten Gesichter

Der bekannteste Neuzugang in der Regionalliga West ist wohl Rene Aufhauser (36). Der Ex-Internationale kommt vom LASK und soll wie erwähnt die Juniors, pardon, Liefering, in die Erste Liga führen. Ebenfalls bei der Neugründung dabei sind Florian Metz (26), Wolfi Mair (32) und Mario Konrad (29), kamen vom LASK, der Vienna und Horn. Sidinei (28), Typ Spielmacher und seit Mitte Mai 2010 schwer verletzt, wechselte von Austria Lustenau zum SC Bregenz. Und dann wäre da noch Silva Reinaldo Ribeiro (31), der bei Altach und Innsbruck kickte. Interessant sind auch die vielen Wechsel von Anif zu Austria Salzburg, aber das ist ein anderes Kapitel.

Den Fußballfan erwartet eine interessante Saison, vor allem die Fans der verschiedenen Traditionsvereine, die sich gegen gleich zwei Red Bull-Teams austoben können. Die Profitruppe aus Liefering ist der Gejagte, der große Favorit.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.