Wir werfen für euch jeden Spieltag der deutschen Bundesliga einen Blick auf die Leistung der österreichischen Legionäre. Heute haben wir fast nur gute Nachrichten... Deutschland: Österreicher lassen Schalke jubeln – Alaba erneut Meister

_David Alaba (2)Wir werfen für euch jeden Spieltag der deutschen Bundesliga einen Blick auf die Leistung der österreichischen Legionäre. Heute haben wir fast nur gute Nachrichten für euch, denn viele unserer Exporte konnten am vergangenen Spieltag so richtig aufzeigen!

Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf schießen Leverkusen ab

Bayer Leverkusen taumelt nach der deutliche 1:4-Heimniederlage gegen Schalke 04 weiter durch die Liga – und dem Relegationsplatz entgegen. Die Knappen hingegen rechnen sich mit nun 41 Punkten noch realistische Chancen auf Platz sieben aus, der noch zur Qualifikation für die Europa League berechtigen könnte.

Bayer-Trainer Tayfun Korkut verzichtete in der Startelf auf Julian Baumgartlinger. Eine Personalrochade, die etwas unverständlich war, gehörte der Ex-Austrianer doch in den letzten Wochen zu den konstantesten Akteuren – zumindest was die Defensive anbelangt. Gerade gegen Schalkes potenziell spielstarkes Mittelfeld wäre Baumgartlingers Zweikampfstärke sicherlich brauchbar gewesen. Dass Aleksandar Dragovic für die Begegnung noch nicht mal im Kader stand, verwunderte nach den bislang gezeigten Leistungen jedoch nicht sonderlich.

Bei Schalke hingegen gehörten die Österreicher zu den Matchwinnern. Guido Burgstaller erzielte gleich zwei Treffer. Dabei war der Kärntner, wie die gesamte Schalker Mannschaft, ein Muster an Effizienz. Seine 44 Ballbesitzphasen gehörten zu den wenigsten innerhalb seines Teams – selbst Keeper Ralf Fährmann hatte mehr -, und trotzdem standen für ihn am Ende zwei Tore zu Buche. Ein echter Torjäger eben. Insgesamt gab Burgstaller vier Torschüsse ab – die meisten aller Schalker – und bereitete einen Torschuss vor. Auch eine Zweikampfquote von 57 Prozent ist für einen Stürmer überragend, genau wie eine Passquote von 70 Prozent. Spielintelligenz bewies er zudem bei der Einleitung des 3:0 durch Leon Goretzka, bei dem er Gegenspieler Tin Jedvaj aus der Viererkette zog und dann ein gutes Auge für die sich ergebende Lücke bewies. Gerade sein kroatischer Gegenpart auf Leverkusener Seite hatte eine Menge Probleme mit Burgstaller, der in dieser Begegnung seine Saisontreffer sieben und acht erzielte.

Mitspieler Leon Goretzka war deshalb auch danach voll des Lobes; auch wenn er zugeben musste, Burgstaller vor seinem Wechsel zu Schalke nicht gekannt zu haben: „Manchmal weiß Guido wohl selber nicht, wie er immer durchkommt“, lachte Leon Goretzka. Er kannte den besten Torjäger der Hinrunde der 2. Bundesliga gar nicht richtig und erkundigte sich nach Burgstallers Wechsel zu Schalke bei Alessandro Schöpf. „Er arbeitet sehr viel für die Mannschaft“, hat Goretzka inzwischen auch selbst erkannt. „Wir freuen uns alle, dass er sich mit Toren auch selbst belohnt.“

Kollege Alessandro Schöpf machte ebenfalls eine starke Partie. Zum ersten Mal konnte der Mittelfeldspieler in seiner Bundesliga-Karriere drei Torbeteiligungen in einem Spiel vorweisen. Die Tore durch Benedikt Höwedes sowie Burgstaller bereitete er mit seinen starken Standards vor. Mit seinem Treffer zum 3:0 krönte der Tiroler seine gute Leistung an diesem Freitagabend. Zusätzlich war Schöpf erneut der laufstärkste Spieler auf dem Platz und bestritt die meisten Zweikämpfe. Obendrein kam er noch auf eine Passquote von 84 Prozent, gab zwei Torschüsse ab und bereitete drei weitere vor.

David Alaba zum sechsten Mal deutscher Meister

Besonders überraschend kommt der Meistertitel für David Alaba und seine Bayern natürlich nicht. Der insgesamt 27. Titel der Münchner ist zugleich der fünfte in Folge – eine Leistung, die es trotz Champions-League– und DFB-Pokal– Aus durchaus zu würdigen gilt.

Beim 6:0-Erfolg bei passiven und lustlos wirkenden Wolfsburgern, gehörte Alaba zu den auffälligsten Akteuren seiner Mannschaft. Mit einem direkt verwandelten Freistoß eröffnete der Wiener das muntere Scheibenschießen. Ein zweiter Treffer war im dabei aber nicht vergönnt, traf er mit einem sehenswerten Dropkick in der 48. Minute doch nur die Latte.

Alaba war in der Offensive sehr aktiv, aber defensiv nie wirklich gefordert. Eine Passquote von 93 Prozent ist ein sehr guter Wert. Eine Zweikampfquote von 0 Prozent liest sich dabei zunächst desaströs, Alaba musste aber auch nur zwei Duelle führen. Nichtsdestotrotz war auch dieses Spiel symptomatisch für eine Saison, in der Alaba in den Zweikämpfen oftmals nur zweiter Sieger war.

Unansehnliches Spiel zwischen Leipzig und Ingolstadt

Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl war am Ende der Partie gegen den FC Ingolstadt ob der Spielweise des Gegner ziemlich konsterniert. Die Schanzer spielten exzessiv auf Zeit und blieben auch nach Zweikämpfen oftmals sehr lange liegen. Und die Zweikämpfe gab es in dieser Begegnung einige. Am Ende standen 55 Tackles zu Buche, wobei Ingolstadt 32 und Leipzig 23 führte. Auch in den Luftduellen landete man am Ende bei insgesamt 49. Leipzig konnte hier gleich 30 für sich entscheiden.

Kein Wunder also, dass der Schiedsrichter in dieser Partie gleich acht gelbe sowie eine gelb-rote Karte zeigte – Ingolstadts Alfredo Morales musste in der 86. Minute den Platz verlassen. Ebenfalls gelb sah der Leipziger Stefan Ilsanker, der dieses Mal wieder in der Anfangself stand. Nach einem rüden Foul gegen Dario Lezcano, holte er sich die Verwarnung bereits in der 26. Minute ab. Ansonsten zeigte er einen souveränen Auftritt in der Innenverteidigung. Mannschaftskollege Marcel Sabitzer war wie immer viel unterwegs (Laufleistung: 11,2 km) und rackerte unermüdlich. Am Ende blieb er aber glücklos in seinen Aktionen. Seine beste Aktion konnte Ingolstadts Tisserand noch zur Ecke klären. Zwar gewann Sabitzer fast 60 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte aber auch die meisten Ballverluste auf dem Platz.

Genau wie der Rest seiner Mannschaft, trug auch Markus Suttner nicht viel dazu bei, ein ordentliches Bundesligaspiel auf die Beine zu stellen. Zwar hatte Suttner die meisten Ballaktionen und Abschlüsse (gerade einmal zwei) seiner Mannschaft, verlor aber auch am häufigsten den Ball. Obendrein spielte Suttner bei Ingolstadt die zweitmeisten Fehlpässe und kam am Ende auf eine schwache Passquote von 43 Prozent. Auch seine Zweikampfquote von 47 Prozent war eher dürftig.

Junuzovic und Grillitsch – das Bremer Bollwerk

Für die in den letzten Wochen neugewonnene Defensiv-Stabilität gehören mit Florian Grillitsch sowie Zlatko Junuzovic auch die beiden zentralen Mittelfeldspieler gewürdigt. Auch beim 2:0-Erfolg über Hertha BSC stand am Ende die Null, und beide Österreicher hatten mit ihrem Defensivverhalten einen großen Anteil daran. Wie sagt man so schön: für die Statik des Bremer Spiels sind beide einfach unverzichtbar.

Grillitsch gewann dabei über 80 Prozent seiner Zweikämpfe und kam auf eine Passquote von 85 Prozent. Zudem konnte er alle seine Luftduelle für sich entscheiden. Umso bitterer für Grillitsch und seine Mannschaft, dass er zur Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste.

Junuzovic konnte zwar nur 33 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen, dafür lief er sagenhafte 13 Kilometer! Zur Halbzeit kam er auf eine Passquote von 100 Prozent, am Ende der Partie kam er auf ebenfalls starke 91 Prozent. In der Offensive blieb der Bremer Kapitän jedoch blass und gab nur einen Torschuss ab. Immerhin leitete er den Führungstreffer mit ein.

Shooting-Star Florian Kainz kam überraschend nicht zum Einsatz.

Hinteregger landet gegen Gregoritsch Big Point

Mit einem souveränen 4:0-Heimerfolg gegen einen desolaten Hamburger SV, landet der FC Augsburg mit Martin Hinteregger einen echten Big Point im Abstiegskampf. Für die Startelf gegen Hamburg verzichtete Augsburg – Coach Manuel Baum auf Kevin Danso sowie auch auf Georg Teigl, die beide auch nicht zum Einsatz kamen.

Hinteregger war dabei defensiv wenig gefordert, kam aber gut in die Zweikämpfe und wie am Ende eine gute Zweikampfquote von fast 63 Prozent aus. Damit erstickten er und Partner Jeffrey Gouweleeuw die rudimentären Angriffsbemühungen des HSV sofort im Keim. Ein Kritikpunkt bei Hintergger bleibt sein Passspiel. In dieser Partie spielte er nur 39 Pässe und enttäuschte dabei mit einer Quote von 69 Prozent.

Michael Gregoritsch durfte von Beginn an auf der offensiven Außenposition starten – und enttäuschte wie die komplette Mannschaft. Seine auffälligste Aktion hatte Gregoritsch, als er kurz vor Ende der ersten Halbzeit Gegenspieler Dominik Kohr mit offener Sohle brutal niederstreckte. Statt der fälligen roten sah er aber nur die gelbe Karte, musste zum Start von Hälfte zwei aber in der Kabine bleiben. Einen nachhaltigen Beweis seiner Bundesligatauglichkeit konnte der Steirer bislang noch nicht liefern.

Ral, abseits.at