In dieser mehrteiligen Serie stellt abseits.at die Shootingstars in den vier europäischen Topligen vor. Dafür exakte Definition zu finden ist im Allgemeinen schwer. In... Das sind die Shootingstars in den europäischen Topligen – Serie A

Italien FlaggeIn dieser mehrteiligen Serie stellt abseits.at die Shootingstars in den vier europäischen Topligen vor. Dafür exakte Definition zu finden ist im Allgemeinen schwer. In unserer Auswahl berücksichtigen wir daher mehrere Faktoren. Wie alt ist der Spieler? Wie viel Erfahrung hat er? Wie stark hat er sich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert? All das soll in die Beurteilung miteinfließen.

Wir haben uns bereits die Shootingstars in der spanischen Primera Division, in der englischen Premier League und der deutschen Bundesliga angesehen. Zum Abschluss dieser Serie stellen wir in diesem Artikel nun jene aus Italien vor. Verglichen mit den anderen Topligen ist die Serie A hinsichtlich der Förderung von Talente eher konservativ, zeigte in den letzten Jahren aber einen Aufwärtstrend.

Jorginho

Mittelfeld | 22 Jahre | Hellas Verona/Napoli

Das Überraschungsteam der aktuellen Saison ist Hellas Verona, das als Aufsteiger aktuell um die in die europäischen Startplätze mitspielt. Neben Altstar Luca Toni – der ehemalige Bayern-Bomber ist mit neun Treffern bester Torschütze – spielten sich vor allem zwei junge Spieler ins Rampenlicht. Zum einen der von Porto ausgeliehene Flügelspieler Juan Iturbe, zum anderen der im Folgenden vorgestellte Jorginho.

Der gebürtige Brasilianer, der auch den italienischen Pass hat, kam als 15-Jähriger nach Europa und fand sich schnell im Nachwuchs von Hellas Verona wieder. 2010 wurde er in die Serie C2 zu AC Sambonifacese verliehen um dort Spielpraxis zu sammeln, ehe er sich ab der Saison 2011/2012 in Verona als Stammspieler etablierte. Trotz des einen oder anderen Transfers, den der Verein im Sommer tätigte, war Jorginho das bestimmende Element im Spiel. In 18 Serie-A-Spielen traf er sieben Mal und legte vier weitere Treffer auf.

Der 22-Jährige ist im Mittelfeld flexibel einsetzbar, kommt aber in erster Linie als Zentrumspieler vor der Abwehr zum Zug, von wo aus sein starkes und raumgreifendes Passspiel am besten zur Geltung kommt. Sein Spiel vereint die brasilianische Leichtfüßigkeit und Technik mit italienischem Spielverständnis. Diese Stärken blieben auch den Topklubs nicht verwehrt und so wechselte Jorginho letzte Woche zur SSC Napoli.

Domenico Berardi

Mittelfeld | 19 Jahre | US Sassuolo

Ein Spieler, um den in den letzten Wochen ein wahrer Hype ausgebrochen ist, ist Domenico Berardi. Der 19-Jährige schnürt seine Schuhe aktuell für Sassuolo, gehört zu 50% aber auch Juventus. Im Spiel gegen Milan erzielte der Youngster beim 4:3-Sieg alle Tore seiner Mannschaft. Hinzu kommen sieben weitere Treffer, was ihn hinter Giuseppe Rossi zum besten Torschützen der Liga macht. Insgesamt gehen 52% aller Treffer des Aufsteigers auf sein Konto – der klare Höchstwert in der Liga.

Berardi, der seit 2010 bei Sassuolo spielt, ist Linksfuß, spielt aber meist als rechter Flügelspieler in einer 4-3-3-Grundordnung, was Vergleiche zu Arjen Robben nahelegt. Berardi agiert in seinen Aktionen aber geradliniger als der Niederländer. Er dribbelt weniger und ist vor allem aufgrund seines Zugs zum Tor vom passiven Flügel für die gegnerischen Verteidiger schwer zu verteidigen, da er bereits außerhalb deren Sichtfelds Tempo aufnehmen kann.

Er rochiert aber phasenweise auch mit dem Mittelstürmer und kann unter Umständen auch als hängende Spitze eingesetzt werden. Gerade weil in Italien ein klarer Trend zu 3-5-2-artigen Grundformationen könnte man ihn in Zukunft in dieser Rolle sehen, wenngleich er seine großen Stärken in anderen Bereichen hat. Man darf daher gespannt sein, ob Berardi der große Durchbruch bei Juve gelingen wird.

Mattia Perin

Tor | 20 Jahre | Genoa

Mit Jorginho haben wir bereits einen Spieler vorgestellt, der aufgrund seines Alters verglichen mit den anderen etwas aus der Reihe tanzt. Auch Mattia Perin mag auf den ersten Blick kein Shootingstar im herkömmlichen Sinne, dass er aus dem Nichts kam, sein. Der 20-jährige Torhüter hat bereits eine ganze Saison in der Serie A hinter sich. Im letzten Jahr stand er nämlich für Delfino Pescara zwischen den Pfosten. Die Debütsaison verlief für Perin allerdings alles andere als perfekt.

Nicht nur, dass sein damaliger Arbeitgeber abstieg, in 29 Spielen musste er ganze 66 Gegentore hinnehmen und fand sich zwischenzeitlich sogar auf der Ersatzbank wieder. Dabei darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass Pescara als Mannschaft große Defensivschwächen offenbarte. Perin war daher mehr oder weniger ein armes Schwein. Das Gastspiel bei Pescara war aber nur von kurzer Dauer, weil er dort nur per Leihe engagiert war.

Zu Beginn der aktuellen Saison wurde Perin bei Genoa, seinem Stammverein, dem er seit 2008 angehört, zur Nummer Eins befördert. Bei den Rossoblu steht der sympathische geltende Schlussmann allerdings vor einer ähnlich schweren Aufgabe wie bei Pescara. Genoa lässt die zweitmeisten Schüsse zu und hat die niedrigste Total Shot Ratio aller Teams in den europäischen Topligen. Dass es dennoch nur vier Teams, die in der Serie A weniger Gegentore kassierten als Genoa, ist zu einem Großteil Perin zuzuschreiben.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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