Am Mittwoch um 19.30 Uhr findet im Camp Nou das Topspiel der spanischen Meisterschaft statt. In Runde 30 trifft der Zweitplatzierte FC Barcelona auf... Das Topspiel in Spanien: Der FC Barcelona empfängt den FC Sevilla

_Luis Enrique - FC BarcelonaAm Mittwoch um 19.30 Uhr findet im Camp Nou das Topspiel der spanischen Meisterschaft statt. In Runde 30 trifft der Zweitplatzierte FC Barcelona auf den Viertplatzierten FC Sevilla. Ein Duell, das entscheidende Konsequenzen auf den weiteren Meisterschaftsverlauf haben wird. Eine kurze Gegenüberstellung der beiden spanischen Topklubs und ihre jeweiligen Stärken und Schwächen.

Statistik

Wenn man sich die Statistik vor diesem Duell näher führt, kann der FC Barcelona als Favorit ausgemacht werden. In den letzten zehn Spielen zwischen diesen beiden Mannschaften gab es acht Siege für Barça, ein Remis und nur einen vollen Erfolg für den FC Sevilla. Im Camp Nou konnten die Andalusier zum letzten Mal im Oktober 2011 einen Punktegewinn verzeichnen.

Das letzte Aufeinandertreffen fand im Rahmen der spanischen Meisterschaft Anfang November statt. Am elften Spieltag setzte sich der FC Barcelona in einer knappen Partie mit 2:1 durch. Sevilla war damals über weite Strecken die bessere, aktivere Mannschaft, ließ allerdings etliche hochkarätige Torchancen leichtsinnig liegen und konnte sich somit für eine starke Leistung gegen effiziente Katalanen nicht belohnen.

Die Stärken und Schwächen des FC Barcelonas

Die größte Stärke von Barcelona ist mit Sicherheit die Offensive. Barça besitzt mit 85 Treffern die beste Offensive der Liga noch vor Real Madrid, die bei 74 geschossenen Toren halten. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem das Sturmtrio rund um Lionel Messi, Neymar und Luis Suárez, die jede Partie im Alleingang entscheiden können. Die drei Offensivstars haben zusammen 56 Tore erzielt und 32 Torvorlagen gesammelt. Damit sind die drei Ausnahmekönner für mehr als zwei Drittel aller Barcelona-Treffer verantwortlich.

Eine Schwäche von Barcelona stellt die Defensive dar. Die Mannschaft um Trainer Luis Enrique zeigt immer wieder, dass sie gerade im defensiven Bereich sehr fehleranfällig sein kann. Zu oft passieren vermeidbare Eigenfehler, was auch die Statistik belegt. In den letzten vier Pflichtspielen kassierte die Blaugrana sechs Gegentore und damit immer mindestens einen Treffer in jeder Partie.

Dem Team aus Katalonien stehen 20 Siege, sechs Unentschieden, drei Niederlage und die damit verbundenen 66 Zählern zu buche. Man steht damit hinter dem großen Rivalen Real Madrid auf Platz zwei in der Tabelle.

Barcelona mit Mühe am 29. Spieltag

Der FC Barcelona erfüllt am Sonntagabend beim 4:1-Sieg gegen den FC Granada seine Pflicht.

In einer einseitigen ersten Halbzeit, die Barcelona klar dominiert setzt Luis Suárez per Lattenheber das erste Ausrufezeichen, ehe er mit einer Doppelchance am Granada-Schlussmann scheitert. In der 44. Minute sorgt der Uruguayer dann per Heber für die überfällige Führung der Gäste. In Halbzeit zwei macht der zur Pause eingewechselte Jeremie Boga in der 50. Minute die Partie mit dem Ausgleichstreffer wieder spannend. 14 Minuten später erzielt der ebenfalls eingewechselte Paco Alcácer nach schöner Vorarbeit von Suárez das 2:1. In der Schlussphase dezimieren sich die Hausherren durch eine gelb-rote Karte von Uche Agbo nach erneutem Foulspiel. Die Katalanen nutzen die numerische Überzahl auf dem Feld durch Tore von Ivan Rakitić sowie Neymar eiskalt aus. Für Neymar war es sein 100. Treffer im Dress der Blaugrana.

Der Kader des FC Sevillas

Der FC Sevilla hält nach 29 Spieltagen bei 58 Punkten und zeigt sich so stark wie seit Jahren nicht mehr in der spanischen Meisterschaft. Der Kader der Sevillianer besteht aus einer Reihe von guten, erfahrenen und talentierten jungen Spielern.

Im Tor steht mit Sergio Rico ein junger Spanier, der zu den größten Torwarttalenten des spanischen Fußballs zählt. Der 23-Jährige blieb in der laufenden Spielzeit bereits zehnmal ohne Gegentor. Im Vergleich, sein Gegenüber, Keylor Navas von Real Madrid nur viermal.

In der Abwehr haben sie mit dem Franzosen Adil Rami einen erfahrenen Mann, der jahrelang beim FC Valencia spielte, dann zum AC Milan ging und nach einem Jahr in Italien, nach Spanien zum FC Sevilla zurückkehrte. Der 31-Jährige wird allerdings aufgrund einer Wadenverletzung das Spiel verpassen.

Im Mittelfeld gehören Steven N’Zonzi sowie Vicente Iborra im defensiven Mittelfeld, Pablo Sarabia, Vitolo und Samir Nasri im offensiven Mittelfeld zu den Schlüsselspielern.
Besonders Kapitän Vicente Iborra entwickelte sich im Laufe der Saison zu einem sehr wichtigen Akteur. Der 1,95 Meter große Spanier kommt die meiste Zeit als Joker nur zu Kurzeinsätzen, in denen er allerdings bislang sehr überzeugt. Iborra hat bereits sieben Saisontore auf dem Konto und trifft damit im Durchschnitt alle 151 Minuten.

Im Sturm hat der FC Sevilla mit Luciano Vietto einen ganz interessanten Spieler zu bieten. Der 23-Jährige Argentinier wurde für ein Jahr von Atlético Madrid ausgeliehen, mit möglicher Kaufoption im Sommer 2017. Vietto kam allerdings noch nicht wie erhofft zu Zug und hat in 20 Partien bislang sechs Tore erzielt. Toptorjäger beim FC Sevilla ist Wissam Ben Yedder. Der 26-jährige Franzose kam erst im Sommer vom französischen Erstligisten FC Toulouse in den Süden Spaniens und hat mit neun Toren einen passablen Wert zu bieten.

Stärken und Schwächen

Für den FC Sevilla sprechen die guten Ergebnisse in dieser Saison. Die Elf um Trainer Jorge Sampaoli hat bereits gegen alle Teams in der oberen Tabellenhälfte gewonnen, einzig gegen den FC Barcelona noch nicht. Gegen Real Madrid konnte man als einzige Mannschaft, zusammen mit dem FC Valencia, den Tabellenführer schlagen. Zudem zeigten die Andalusier in der Champions-League-Gruppenphase klasse Spiele. Gegner wie Dinamo Zagreb sowie Olympique Lyon konnten besiegt werden und gegen den italienischen Rekordmeister sorgte man mit einem Remis für Aufsehen.

Der FC Sevilla befindet sich aktuell in einer Krise. Von den letzten fünf Pflichtspielen haben die Andalusier keine einzige Partie für sich entscheiden können. Gegen Leicester City beziehungsweise Atlético Madrid setzte es Niederlagen und gegen Alavés, Leganés sowie Gijón kamen die Südspanier nicht über ein Unentschieden hinaus.

Eine weitere Schwäche stellt der Torabschluss da. Die Sevillaner brauchen zu viele Chancen bis sie zum Torerfolg kommen. Im letzten Spiel gegen Sporting Gijón beispielsweise ließ man etliche gute Möglichkeiten liegen und verlor damit Platz drei in der Tabelle.

FC Sevilla enttäuscht mit Nullnummer

Am Sonntagmittag kommt der FC Sevilla im Heimspiel gegen das abstiegsbedrohte Sporting Gijón nicht über ein 0:0 hinaus.

In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit kommen beide Teams zu ihren Möglichkeiten, bleiben aber insgesamt zu harmlos im offensiven Drittel. Im zweiten Durchgang spielt einzig der FC Sevilla und wird von Minute zu Minute gefährlicher. Die beste Chance für die Andalusier vergibt Mittelfeldspieler Steven N’Zonzi aus zirka sieben Metern freistehend vor dem Tor. Die Südspanier bleiben damit zum vierten Mal in Folge in der Liga ohne Sieg.

Fazit

Bei einer Pleite des FC Barcelonas würde die Mannschaft um Trainer Luis Enrique wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft verlieren. Man hätte dann fünf Zähler Rückstand auf Tabellenführer Real Madrid, wenn die Königlichen zwei Stunden später gegen Leganés voll punkten.

Eine Niederlage des FC Sevilla würde den Abstand auf den Drittplatzierten Atlético Madrid weiter vergrößern. Die Rojiblancos setzten sich gestern gegen Real Sociedad mit 1:0 durch. Dadurch wäre Platz drei bereits drei Punkte entfernt.

Im Camp Nou dürfen sich die Fans beider Mannschaften auf eine spannende und hart umkämpfte Partie freuen. Es bleibt abzuwarten ob sich der Favorit wie erwartet durchsetzt oder der vermeintliche Außenseiter für eine Überraschung sorgen kann.

Voraussichtliche Aufstellung FC Barcelona (4-3-3):
1 Ter Stegen – 20 Roberto, 14 Mascherano, 23 Umtiti, 19 Digne – 4 Rakitić, 5 Busquets, 8 Iniesta – 10 Messi, 9 Suárez, 11 Neymar

Voraussichtliche Aufstellung FC Sevilla (4-2-3-1):
1 Rico – 3 Mariano, 21 Pareja, 5 Lenglet, 18 Escudero – 4 Kranevitter, 15 N’Zonzi – 20 Vitolo, 10 Nasri, 17 Sarabia – 12 Ben Yedder

Alexander Friedl, abseits.at

Alexander Friedl

• Kommunikationwissenschaft/ Sportjournalismus Student in Salzburg • Spezialgebiet: spanische Liga (Primera División) • Facebook: Alexander Friedl • Twitter: alexfriedl_2 •

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