Auch in diesem Jahr lohnt sich ein Blick auf die Anstoßzeitenverteilung in den verschiedenen europäischen Ligen, um Klarheit zu diesem bei vielen Fans umstrittenen... Anstoßzeitenanalyse zur Ligue 1 2016/17

_Frankreich EM 2016 Karte

Auch in diesem Jahr lohnt sich ein Blick auf die Anstoßzeitenverteilung in den verschiedenen europäischen Ligen, um Klarheit zu diesem bei vielen Fans umstrittenen Thema zu schaffen. Nachdem das deutsche Ober- und Unterhaus, die Schweiz und Österreich schon betrachtet wurden, folgt nun Frankreich.

Der Regelspieltag in der Ligue 1 sieht folgendermaßen aus:

Freitag: 1 Spiel um 20:45 Uhr
Samstag: 1 Spiel um 17:00 und 5 Spiele um 20:00 Uhr
Sonntag: je ein Spiel um 15:00, 17:00 und 20:45/21:00 Uhr

Im Vergleich zur Vorsaison rückte der Freitagstermin von 20:30 auf 20:45 Uhr und der erste Sonntagstermin von 14 auf 15 Uhr. Außerdem war in der Hinserie der späte Sonntagstermin um 15 Minuten auf 20:45 Uhr vorgezogen worden, was nach Wunsch des Rechteinhabers Canal+ ab der Rückserie aber wieder rückgängig gemacht wurde.

Die drei englischen Wochen am 6., 15., 19., 24. Spieltag sowie die beiden letzten Runden, an denen alle Spiele parallel ausgetragen wurden, fielen nicht in die Wertung. Hier fanden alle Spiele zeitgleich sonntags (37. Spieltag) und samstags (38. Spieltag) um 21 Uhr statt.

Am 31. Spieltag rückten die Samstagabendspiele wegen des Coupe-de-la-Ligue-Final auf Sonntag um 17 Uhr. Da der Rest jedoch zu den normalen Anstoßzeiten stattfand, wurde dieser Spieltag nicht ignoriert.

Vom Regelspieltag abweichend waren ansonsten sechs zusätzliche Freitagsspiele um 19/20:30 Uhr neben dem üblichen 20:45-Uhr-Termin. Zusätzlich fand am 18. Spieltag ein Spiel am Sonntag um 14:30 Uhr statt und am 26. Spieltag zwei Spiele parallel am Sonntag um 17 Uhr.



Das Saisoneröffnungsspiel zwischen Bastia und PSG trug man bereits um 20 Uhr aus, aber aufgrund der Zugehörigkeit zum entsprechenden TV-Rechteslot fällt es trotzdem in diese Kategorie.
Während die beiden CL-Teilnehmer PSG und Lyon verhältnismäßig viele Spiele an zu diesem Termin zur längeren Vorbereitungszeit bekamen, war dies bei Monaco nicht so. Aufgrund der Tatsache, dass Monaco zwei Runden mehr überstand als PSG und sogar drei mehr als Lyon, ist diese Erkenntnis doch sehr erstaunlich. Weiterhin hatten auch die beiden EL-Teilnehmer Saint-Étienne und Nizza mehr Spiele, obwohl diese häufig gar nicht für diesen Termin infrage kamen. Zusätzlich lässt sich festhalten, dass der beliebteste Klub des Landes, Olympique Marseille, die Wertung anführt. Zusammenfassend ist zu erwähnen, dass man zu dieser Anstoßzeit häufig einen der Topklubs zu sehen bekam, wenn auch nicht in einem direkten Duell. Für eine Einzelanstoßzeit, zudem die einzige an diesem Tag, ist dies aber folgerichtig.



Wie beim Freitagstermin werden hier die CL-Teilnehmer vor CL-Spieltagen bevorzugt angesetzt. Die oben angesprochenen wenigen Freitagsspiele kompensiert Monaco mit den meisten Spielen zu dieser Anstoßzeit. Auch die anderen beiden Teilnehmer an der Königsklasse sah man hier sehr häufig. Dazu stößt mit Bordeaux noch ein Klub mit einem großen Anhang. Weil dieser Zeitslot der Topspielslot des einen TV-Rechteinhabers (beIN Sport) ist, kommt dies nicht einer Überraschung gleich. Wie auch schon beim Freitagstermin sind die kleinere Klubs und EL-Teilnehmer am Ende der Wertung.



Dies ist Hauptanstoßzeit eines Regelspieltags, sodass fünf Spiele parallel stattfinden. Aufgrund der Tatsache, dass dieser Termin somit nicht heraussticht, werden hier die kleinen Klubs am meisten angesetzt, vergleichbar mit der Premier League um 16 Uhr an Samstagen, der Serie A um 15 Uhr an Sonntagen und der Bundesliga um 15:30 Uhr an Samstagen. Konsequenterweise fehlt Marseille komplett und PSG absolvierte das erste Spiel seit fünf Jahren (!) an diesem Termin, was aufgrund eines vorherigen Pokalspiels unvermeidbar war. Die anderen Teilnehmer am Europapokal und gleichzeitigen Topklubs sind ebenfalls mit wenigen Spielen vertreten.




Folgerecht platzieren sich die beiden EL-Teilnehmer zu beiden frühen Sonntagsterminen weit vorne. Bei Rekordmeister Saint-Étienne ist dies zum 17-Uhr-Termin nochmal ausgeprägter als zum 15-Uhr-Termin, obwohl man nur eine Runde weiter kam als Nizza. Auffällig ist ferner das Fehlen von PSG zu beiden Anstoßzeiten. Lyon stieg bekanntlich aus der Champions League ab und spielte vier Runden bis einschließlich des Halbfinals in der Europa League. Hier sticht heraus, dass sie häufiger am späteren Termin ran mussten.



Das Topspiel des Spieltags findet zu dieser Zeit statt, was aufgrund der Auswahl des anderen Rechteinhabers (Canal+) geschieht. Wie nicht anders zu erwarten liegen die Topklubs Marseille, PSG, Lyon und Monaco vorne. Dazu kommen das diese Saison toll aufspielende Nizza, was schließlich Dritter wurde, sowie Rekordmeister Saint-Étienne. Bemerkenswert ist noch der niedrigere Wert (1) des früher erfolgreichen Klubs Girondins Bordeaux.

Die Spiele der Topklubs untereinander werden nach CL-Spieltagen ausgetragen, da ansonsten nicht eine ausreichende Vorbereitungszeit gegeben wäre.

Christoph Trompeter

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