Die Three Lions haben in diesem Turnier eine wirkliche Horrorgruppe gezogen. Mit Uruguay und Italien sind zwei Mitfavoriten auf den Titel wohl die Hauptrivalen... Sturridge, Lallana und Henderson – Young Lions vor ihrer ersten WM (2)

england_fansDie Three Lions haben in diesem Turnier eine wirkliche Horrorgruppe gezogen. Mit Uruguay und Italien sind zwei Mitfavoriten auf den Titel wohl die Hauptrivalen ums Weiterkommen. Und in der heimischen Presse wurde alsbald diese Hürde als nicht zu schaffen eingestuft. Das Team, welches aller negativen Publicity zum Trotz an die Copa Cabana reist, besteht aus einigen erfahrenen Recken und vielen unerfahrenen Talenten, auf die wir nun einen Blick werfen wollen.

Sie sind alle auf dem internationalen Markt schon groß gehandelt, echte Stars, gerade als ihr Stern erst beginnt aufzugehen. Die englische Fußballlandschaft ist immer ein bisschen vorschnell, wenn es um die eigenen Talente geht. Und doch sind diese Jungs einen zweiten, genauen Blick wert.

Daniel Sturridge

Der Stürmer des FC Liverpool ist einer der größten Shootingstars der Saison. Noch in seiner Zeit bei Chelsea als personifizierte Torungefährlichkeit verschrien, blühte er in dieser Spielzeit unter Brendan Rodgers auf und avancierte zusammen mit Luis Suárez zum Traum-Duo der abgeschlossenen Saison. Mit 22 Toren und neun Auflagen in 29 Einsätzen explodierte er förmlich und ist nun Englands Sturmhoffnung.

Was ihn so stark macht

Nachdem er bei Chelsea öfters unglücklich agierte und kaum akzeptiert wirkte, veränderte sich für den jungen Engländer alles mit dem Wechsel zum LFC. Plötzlich trumpfte er unverhofft auf und schoss Tor um Tor, bereitete zudem das ein oder andere vor. Spielte er bei Chelsea häufiger auf dem Flügel, wurde er unter Rodgers eher im Zentrum eingesetzt. Dort kann er alle seine Qualitäten ausspielen. Seine Schnelligkeit, nicht nur in den Beinen, seine Kraft und auch eine trotzallem bemerkenswerte Beweglichkeit, wie Spielintelligenz machen ihn zu einem vom Typus her sehr kompletten Stürmer. Ob Konterspiel oder eher geduldiger Kombinationsfußball – er kann in so ziemlich jeder Spielausrichtung wertvoll werden. Dennoch muss gesagt werden, dass ihm das temporeiche Konterspiel etwas besser liegt, da er technisch auf engstem Raum, wie etwa bei der Heimniederlage gegen Chelsea noch zu wenig abgeklärt agiert.

Adam Lallana

Der Kapitän Southamptons ist ebenfalls ein echter Senkrechtstarter der abgelaufenen Saison, stand immer mit der A-Mannschaft in den Tests auf dem Platz. Auf dem Transfermarkt ist er schon jetzt unglaublich begehrt, wie so viele seiner Teamkollegen nach der besten Spielzeit der Klubgeschichte. Es wird ihn wohl wie Lambert zu Sturridge und Henderson zum FC Liverpool ziehen. Schon jetzt kann er also zeigen, wie er mit seinen zukünftigen Kameraden harmoniert.

Wie Lallana spielt

Dabei zeigt sich Lallana sehr ausdauernd in seiner Spielweise, vom Alltag bei den Saints ist er intensivstes Pressing schließlich gewohnt. Immer wieder läuft er Gegner an und zwingt sie Angriffe nicht schnell vorzutragen. Mit dem Ball agiert er etwas vorsichtiger und zurückgezogener, kann aber dennoch durch explosive Antritte oder Schnittstellenpässe schnell Gefahr heraufbeschwören. Immer wieder hat er den guten Blick für offensive Passoptionen. Generell ist auch sein Engagement in Kombinationen hervorzuheben. Mit dem auf die Außen ausweichendem Sturridge, dem umherschwirrenden Rooney oder Gerrard und Henderson streut er immer wieder schöne Kurzpassstafetten ins englische Spiel ein.

Jordan Henderson

Ein dritter wohl gesetzter Spieler ist Jordan Henderson vom FC Liverpool. Im Verein seit neuerem eher rautenförmige Anordnung und eine Rolle auf den Halbpositionen gewohnt, spielt er im Nationalteam auf der Doppelsechs zusammen mit Vereinslegende Gerrard. Der Newcomer ist dabei eher der Läufer und Lückenstopfer, der Oldie der routinierte Spielmacher. Aber auch Wege bis in den gegnerischen Sechzehner macht der 23-Jährige, zu gerne in Kontersituationen oder bei Gegenstößen. Nicht ganz so liegen ihm, wie Sturridge auch, tiefstehende Gegner. Er tut sich schwer bei eigenem Ballbesitzspiel, ist eher der typisch englische Mittelfeldmann.

Drei Jungs in der Stammelf – werden sie auch prägende Figuren?

Die hier von uns beschriebenen drei Spieler sind gewiss echte Hingucker und werden wohl in jedem Spiel, sollte nichts unerwartetes eintreten, für ihr Land beginnen. Ihre Mannschaft gehört gewiss nicht zu den Favoriten, ist zwar talentiert, aber doch ein wenig notgedrungen zusammengewürfelt. Wäre Lallana in einem ballbesitzorientierten Team optimal aufgehoben, kommen Sturridge, Henderson und viele andere eher bei Kontern zur Geltung. Und auf diese wird sich England konzentrieren müssen. Mit viel Tempo, Lallana gehört gewiss auch nicht zu den langsamen Spielern des Kaders, können sie gegnerische Abwehrreihen wirklich ärgern.

Lennart Kühl, www.abseits.at

Lennart Kühl

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