In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 25. Spieltag 2014/15 (Teil 1) – David Alaba trifft beim 4:0-Auswärtssieg gegen Werder Bremen
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David Alaba (ÖFB, FC Bayern München)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Im ersten Teil unseres Leistungschecks blicken wir auf die Partie zwischen dem FC Bayern München und dem SV Werder Bremen, bei der gleich drei Österreicher in der Startaufstellung standen.

FC Bayern München – SV Werder Bremen   0:4

Die Vorzeichen vor der Partie sprachen klar für den Tabellenführer, da die Bayern die letzten zehn Pflichtspiele gegen Werder allesamt gewannen und alleine in den letzten vier Partien nun insgesamt 22 Tore erzielten. Auch dieses Wochenende behielten die Bayern die Oberhand und setzten sich nach Treffern von Müller, Alaba und Lewandowski (2x) deutlich mit 4:0 durch, womit Viktor Skripnik seine bislang höchste Niederlage als Werder-Trainer hinnehmen musste. David Alaba erzielte wieder einmal ein sehr schönes Freistoßtor, was nebenbei bemerkt das 100. Pflichtspiel-Tor der Bayern in der aktuellen Saison war. Auch ansonsten zeigte der Bayern-Legionär eine bärenstarke Leistung.

David Alaba begann links in der Dreier-Abwehrkette neben Jerome Boateng und Mehdi Benatia. Guardiola verzichtete in diesem Meisterschaftsspiel auf Manuel Neuer, der eine Verschnaufpause verschrieben bekam und gönnte Pepe Reina, der zuvor nur im DFB-Pokal eingesetzt wurde, seinen ersten Einsatz in einem Meisterschaftsspiel. Viel hatte der Schlussmann nicht zu tun, denn Werder schoss gerade einmal sechsmal aufs gegnerische Tor, was den zweitschlechtesten Wert in dieser Saison bedeutete – nur im Hinspiel gegen die Bayern gab Werder keinen einzigen Schussversuch ab.

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Quelle: bundesliga.de

Alaba zeigte sich wieder einmal enorm spiel- und lauffreudig und hatte einen unglaublich weiten Aktionsradius, was man gut anhand seiner Heatmap ablesen kann. Er zeigte sich aufmerksam in der Defensive, wo er unter anderem eine tolle Rettungstat ablieferte und zehn seiner 17 Duelle (58,8%) für sich entschied, wobei er auch mehrere Zweikämpfe bei seinen zahlreichen Offensivaktionen bestritt. Er glänzte jedoch vor allem bei eigenem Ballbesitz, wo er immer anspielbar war, das Spiel geschickt nach vorne trieb und in zahlreiche Offensivaktionen seine Beine im Spiel hatte. Insgesamt kam Alaba auf 90 Ballkontakte und spielte 74 Pässe, von denen starke 92% bei seinen Mitspielern landeten. Gemeinsam mit Sebastian Rode bewältigte er mannschaftsintern zudem auch die größte Laufdistanz (11.6 Kilometer) – nur Zlatko Junuzovic lief von allen Spielern am Platz um 80 Meter mehr.

Knapp vor dem Pausenpfiff trat er aus aussichtsreicher Position zu einem Freistoß an und verwandelte ihn mit einem sehenswerten Schuss zum 2:0. Ansonsten bereitete er noch zwei Torschüsse für seine Mitspieler vor. Der kicker bewertete Alaba mit der Note 2, sportal.de gab ihm sogar eine 1,5 und schrieb folgende lobende Worte über den Österreicher:

„Es ist schon erstaunlich, was die Bayern Jahr für Jahr an Nachwuchs aus der eigenen Jugend hochziehen. In diesem Falle bahnt sich bei David Alaba die nächste Weltkarriere an – die der Österreicher immer wieder mit Auftritten wie heute unterstreicht. Defensiv wurden Bälle erobert, im Mittelfeld war Alaba immer wieder anspielbereit, um Kollegen aus der Bedrängnis zu helfen und vorn ging kaum eine Aktion ohne den Außenbahnspieler, der wieder mal mit einem wunderbaren Freistoß glänzte.“

Laut der spanischen Sportzeitung „AS“ will Real den Österreicher unbedingt im Sommer nach Madrid holen. Da David Alaba jedoch einen Vertrag bis Sommer 2018 besitzt und Pep Guardiola seinen vielseitigen Spieler, der für seine Spielweise wie maßgeschneidert ist, enorm wertschätzt, kann man davon ausgehen, dass die Bayern selbst bei einer sehr großzügigen Ablösesumme nicht in Versuchung geraten werden, einen ihrer Publikumslieblinge abzugeben.

Auf der Gegenseite erwischten Prödl und Junuzovic nicht ihre besten Tage. Zlatko Junuzovic wirkte zwar extrem aggressiv und stemmte sich mit aller Kraft gegen den hohen Favoriten, allerdings gelang ihm in spielerischer Hinsicht eher wenig. Der Mittelfeldmotor ging sehr aggressiv in seine Zweikämpfe und schubste beispielsweise Bastian Schweinsteiger gegen die Bande, worauf hin es einen kurzen Tumult gab. Wenige Augenblicke später versöhnten sich die beiden jedoch wieder und gaben sich freundschaftlich die Hand. Dennoch gewann er bloß acht seiner 20 Duelle (40%) und fand nie so richtig über den Kampf ins Spiel. Immerhin bereitete er vier der sechs Werder-Torschüsse vor, die jedoch nicht unbedingt aus aussichtsreichen Positionen abgeschlossen wurden. Er leistete sich einige Fehlpässe: Junuzovic kam auf 45 Ballkontakte, spielte 29 Pässe, von denen bloß 62% bei seinen Mitspielern landeten. Der Wille war ihm wie immer nicht abzusprechen, da er auch mit 11,68 Kilometern die größte Laufdistanz aller Spieler zurücklegte. Junuzovic erhielt vom kicker die Note 3,5, sportal.de gab ihm eine 4,5.

Sebastian Prödl machte in der Anfangsphase des Spiels eine gute Figur, fiel dann in weiterer Folge jedoch ein wenig ab. Er verschuldete den Freistoß, aus dem der zweite Gegentreffer resultierte und sein Stellungsspiel bei den beiden Lewandowski-Treffern in der Schlussviertelstunde war ebenfalls nicht optimal. Zwischen der 62. und 65. Minute stand der Innenverteidiger gleich zweimal im Fokus. Zunächst hätte er sich nach einem harten Foul an Benatia, als das Spiel schon unterbrochen war, nicht beschweren dürfen, wenn ihn Schiedsrichter Kinhöfer vorzeitig vom Platz geschickt hätte. Drei Minuten später zog Boateng den österreichischen Innenverteidiger im Bayern-Strafraum am Trikot und es hätte beim Spielstand von 0:2 einen Elfmeter für Werder geben müssen, was die Partie in der Schlussphase noch spannender gemacht hätte. Prödl gewann 10 seiner 17 Duelle (58,8%), kam auf 28 Ballkontakte und spielte elf Pässe, von denen bloß 36% bei seinen Mannschaftskollegen landeten. Der kicker gab ihm die Note 4, sportal.de bewertete ihn mit einer 5.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger