Der neunte Spieltag der deutschen Bundesliga in der Zusammenfassung. Beim 0:0 im Revierderby lieferten sich Gastgeber Dortmund und Schalke 04 ein packendes Duell auf... Der 9.Spieltag der deutschen Bundesliga: Der „Klub der Ungeschlagenen“ bleibt beisammen
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Marcel Sabitzer_abseits.at

Der neunte Spieltag der deutschen Bundesliga in der Zusammenfassung.

Beim 0:0 im Revierderby lieferten sich Gastgeber Dortmund und Schalke 04 ein packendes Duell auf Augenhöhe. Während der BVB defensiv, im Vergleich zum Spiel gegen Ingolstadt, etwas verbessert auftrat, setzte sich aber gleichzeitig auch die offensive Einfallslosigkeit fort, die bereits in den letzten Spielen der Dortmunder offensichtlich wurde.

Die Mannschaft von Thomas Tuchel generierte beispielsweise aus 66 Prozent Ballbesitz gerade einmal einen Torschuss. Schalke zeigte defensiv eine sehr starke Leistung, kam in der letzten Viertelstunde aber in der Abwehr etwas ins schwimmen; ein Leistungsabfall, der schon häufiger zu beobachten war.

Die Schwarz-Gelben zeigten sich zum Ende der Partie zielstrebiger in ihren Aktionen nach vorne, woran wohl die Einwechslung von Raphael Guerreiro einigen Anteil hatte, der dem Spiel gleich mehr Ordnung verlieh. Auch Andre Schürrle durfte erst gegen Schluss mitwirken; dem Flügelspieler gelang es aber auch in kurzer Zeit, einige Akzente in der Offensive zusetzen.

Die gute Nachricht für Dortmunds Trainer Tuchel ist also: Das Lazarett lichtet sich Schritt für Schritt. Die Schlechte: Tabellarisch tritt man weiterhin auf der Stelle, wobei der BVB den Anschluss an Bayern und Leipzig langsam zu verlieren droht. Schalke nahm das Unentschieden beim Erzfeind wohl gerne mit, zeigt der Trend doch weiter nach oben. Aus einer disziplinierten königsblauen Defensive stachen vor allem Naldo und Benedikt Höwedes hervor.

Das andere Spitzenspiel des neunten Spieltages fand mit der TSG Hoffenheim einen verdienten Sieger. Gegner Hertha kam sehr gut in die Partie und war zu Beginn eigentlich die bessere Mannschaft. Nach ungefähr 25 Minuten erlitt das Spiel der Berliner aber einen unerwarteten Bruch. Hertha kam nicht mehr in die Zweikämpfe und verlor die Kontrolle über die Partie.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann, für sein gutes „In-Game-Coaching“ bekannt, fand wohl die richtigen taktischen Lösungen. Seine Mannschaft entriss den Berlinern praktisch das Spiel-Zepter und füllte nun selber die Rolle des Dominators aus. Dies schlug sich dann auch, vollkommen verdient, im Führungstreffer von Niklas Süle wieder, der nach einem Freistoß von Kerem Demirbay den Ball ins Tor köpfte.

In der zweiten Hälfte scheiterten die Hoffenheimer an dem Versuch, den Vorsprung weiter auszubauen. Gelegenheiten dafür gab es reichlich. Schussverhältnis am Ende des Spiels: Hoffenheim 24, Hertha 5. Die TSG feiert damit den fünften Sieg in Folge, bleibt ungeschlagen und springt auf Platz drei.

Leipzig und Bayern bleiben vorne – und ungeschlagen

Im Endeffekt hatte RB Leipzig beim 2:0-Erfolg in Darmstadt mit der Mannschaft von Trainer Norbert Meier keinerlei Probleme. In der ersten Halbzeit ließ man sich in einer zerfahrenen Partie noch von den Lilien auf deren Niveau herunterziehen – etwas, das in der Bundesliga wohl niemand so gut beherrscht wie Darmstadt – wobei die Struktur im Offensivspiel fehlte.

Wie gut und ausgeglichen der Kader der Sachsen ist, zeigte sich dann erneut zu Beginn der zweiten Halbzeit. Der in dieser Partie eher uninspiriert wirkende Yussuf Poulsen, wurde durch Marcel Sabitzer ersetzt, der nur sechs Minuten nach seiner Einwechslung das erlösende 1:0 markierte. Darmstadt ergab sich nun endgültig seinem Schicksal und fand in der Offensive so gut wie nicht statt.

Kurz vor dem Ende der Partie hatte die linke Abwehrseite der Südhessen dem Tempo und der Physis der laufenden Tischtennisplatte Oliver Burke nichts entgegenzusetzen. Der junge Schotte fand Sabitzer, der den Ball zum 2:0-Endstand ins Tor spitzelte.

Auch Rekordmeister und Tabellenführer Bayern München löste seine Aufgabe in Augsburg souverän. Das Spiel wird wohl, wenn überhaupt, als Robbandowski-Show in die Bundesliga-Annalen eingehen. Der Pole erzielte zwei Treffer, jeweils nach Vorlage des Niederländers. Das Tor von Robben bereitete im Gegenzug dann Lewandowski vor.

Mehr brauchte es an diesem Samstag gegen überforderte Augsburger nicht. Die Münchner hatten am Ende eine Ballbesitzquote von 75 Prozent und 16 Schüsse im Statistikregal stehen. Die Bayern sind nun seit acht Monaten bzw. 19 Spielen in der Bundesliga ungeschlagen. Wie war das nochmal mit der Krise?

„Wir melden uns vom Abgrund“

Nouri – Effekt schon verpufft? Obwohl Alexander Nouri der erste Werder-Coach seit 2010 ist, der seine Startelf zum dritten Mal in Folge unverändert ließ, besteht in Bremen zum Leidwesen aller Beteiligten nicht nur Kontinuität in Sachen Personal, sondern auch in puncto Defensivprobleme: Mit 24 Gegentoren nach neun Spielen stellt Bremen einen neuen Vereinsrekord auf. Zudem verlor Werder unter Nouri bei der 1:3-Heimniederlage gegen Freiburg bereits das zweite Spiel in Folge.

Die Schwarzwälder hingegen gewannen zum zweiten Mal hintereinander. Zudem gelang, durch Tore von Maximilian Philip, Vincenzo Grifo und Amir Abrashi, der erste Auswärtssieg. Freiburg steht nun punktgleich mit Dortmund auf Platz acht. Bremen bleibt auf Platz 15 und damit zumindest über dem Strich.

Wolfsburg verliert erneut! Die Leverkusener sind so etwas wie die Bundesliga-Experten für Comebacks. Bereits zum dritten Mal in dieser Saison gelang beim 2:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg ein Sieg nach einem Rückstand. Auch der Interimstrainer der Wölfe, Valerien Ismael, schaffte es noch nicht, seiner Mannschaft offensiv Feuer unter dem Allerwertesten zu machen.

Obwohl der VfL über den Großteil der Partie feldüberlegen war, brachte die Offensive ganze sechs Schüsse zusammen. In der zweiten Halbzeit sah sich das Schussverhältnis für die Wölfe dann auch recht deprimierend an: Wolfsburg 1, Leverkusen 10. So verwundert es nicht, dass Bayer im Duell der Werksteams, mit zwei Toren durch Admir Mehmedi und Tin Jedvaj in der Schlussphase doch noch die Oberhand behielt. Leverkusen rangiert weiterhin im Mittelfeld der Tabelle, Gegner Wolfsburg kommt erst einmal nicht weg von Relegationsplatz – 16.

Hamburg noch zu retten? Zugegeben: Wir schreiben erst den neunten Spieltag – und zu diesem Zeitpunkt ist bekanntlich noch niemand abgestiegen. Dennoch bleiben die Fakten in Bezug auf die bisherige sportliche Performance des HSV nach der 0:3-Niederlage Besorgnis erregend bis dramatisch: Hamburg ist mit gerade einmal zwei Pünktchen Tabellenletzter, hat bereits vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, erzielte ganze zwei Saisontore und erzielte in den letzten sieben Spielen keinen Treffer.

Die Hanseaten kassierten zudem schon 18 Gegentore und mussten in den letzten drei Spielen in Folge jeweils einen Platzverweis hinnehmen. Das einzig Positive: Im Gegensatz zur Niederlage gegen Frankfurt am letzten Wochenende, gab sich der HSV gegen Köln, auch wenn das Ergebnis etwas anderes vermuten lässt, nie auf. Der „Effzeh“ bleibt hingegen, dank einer abermals großartigen Vorstellung ihres Goalgetters Anthony Modeste, der alle drei Treffer erzielte, ganz oben dabei und steht nun auf dem vierten Rang der Tabelle.

Zahlen und Fakten zu den restlichen Partien

Borussia Mönchengladbach 0:0 Eintracht Frankfurt

Gladbach ist seit vier Spielen ohne Sieg und holte aus diesen nur zwei Punkte. Zudem gelang im selben Zeitraum kein einziges Tor. Dennoch verlor die Borussia keines der letzten zwölf Heimspiele. Dies gelang zuletzt vor viereinhalb Jahren.

Frankfurt punktete zum dritten Mal auswärts und hat nun schon fast doppelt so viele Punkte in der Fremde gesammelt (sieben) wie in der kompletten letzten Rückrunde (vier).

Die Fohlen hatten am Ende 60 Prozent Ballbesitz und gewann 55 Prozent ihrer Duelle. Es gelang aber nicht, diese Überlegenheit in gute Chancen umzuwandeln.

FSV Mainz 05 2:0 FC Ingolstadt

Ingolstadt ist nun saisonübergreifend seit 14 Spielen ohne Sieg und kassierte in jedem dieser Spiele mindestens einen Treffer. Die Schanzer haben zudem nach neun Spieltagen erst zwei Punkte auf dem Konto. So schlecht stand zuletzt MSV Duisburg 1994/95 zu diesem Zeitpunkt da.

Mainz gewann erstmals seit acht Monaten wieder zwei Bundesliga-Heimspiele in Folge und kommt nun auf 14 Punkte – das sind zwei mehr als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr.

Yunus Malli verwandelte auch seinen vierten Pflichtspielelfmeter für Mainz, während der eingewechselte Levin Öztunali das bereits vierte Mainzer Jokertor in dieser Saison erzielte. Ingolstadts Max Christiansen flog erstmals in seiner Profikarriere vom Platz.

Ingolstadt hatte große Probleme Chancen herauszuspielen und gab nur fünf Schüsse ab (davon gingen zwei aufs Tor), so wenige wie in keinem Spiel dieser Saison zuvor und auch letzte Saison waren es nur in einem Spiel weniger. Mainz kam auf mehr als dreimal so viele Abschlüsse und verdiente sich so den Sieg.

Joker des Spieltages

Marcel Sabitzer: Keine sechs Minuten brauchte der Österreicher, um nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Darmstadt, zuzuschlagen. Auch das 2:0 ging auf das Konto des 22-Jährigen. Diese Bilanz ist in Sachsen kein Zufall mehr: Sabitzers Treffer markierten die Jokertore sechs und sieben der Leipziger – einsame Bundesligaspitze.

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