Wir fassen für euch den 11. Spieltag der deutschen Bundesliga zusammen. Da der FC Bayern München gegen Dortmund verlor und sich die Leipziger gegen... Der elfte Spieltag in Deutschland: Leipzig nun Tabellenführer – Bremen verliert erneut
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_Ralph Hasenhüttl - FC IngolstadtWir fassen für euch den 11. Spieltag der deutschen Bundesliga zusammen. Da der FC Bayern München gegen Dortmund verlor und sich die Leipziger gegen Bayer Leverkusen durchsetzten, gibt es einen neuen Tabellenführer.

Bayern verliert – Leipzig Tabellenführer

Letztlich war die 1:0-Niederlage in Dortmund verdient. Obwohl die Bayern, laut Statistik, über den Großteil der Partie feldüberlegen waren (Ballbesitz BVB 33 Prozent – FCB 67 Prozent), gelang es ihnen nicht, sich hochkarätige Chancen herauszuarbeiten. Ein Problem, dass sich gegen intensiv verteidigende Gegner durch die bisherige Saison zieht. Und so ein Gegner waren die Borussen definitiv. Nach dem frühen 1:0 durch Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang schafften es die Westfalen, die Münchner sehr effektiv aus der eigenen Gefahrenzone fernzuhalten und sich, gemessen am eigenen Ballbesitz, einige gefährliche Möglichkeiten zu erspielen. Vor allem Ex-Bayer Mario Götze war ein echter Aktivposten. Der erste BVB-Sieg über den Rekordmeister seit April 2014 bedeutet gleichzeitig das Ende einer beeindruckenden Serie: Erstmals seit 39 Spieltagen grüßen die Bayern nicht von der Tabellenspitze der Bundesliga. Die Dortmunder hingegen bleiben auch im 27. Heimspiel in Serie ungeschlagen und sind nach diesem Big Point wieder dick im Meister-Business.

Der große Profiteur der Bayern-Niederlage ist Aufsteiger RB Leipzig, der in einem sehr guten Spiel am Freitagabend nach zweimaligem Rückstand mit 3:2 in Leverkusen gewinnen konnte – und sich damit ab sofort als Tabellenführer der Bundesliga bezeichnen kann. Kevin Kampls 1:0 nach 61 Sekunden (frühestes Tor der bisherigen Saison), glichen die Sachsen durch ein Eigentor von Julian Baumgartlinger nur drei Minuten später aus. Nach diesem furiosen Start verflachte die Begegnung ein wenig, da sich beide Teams aufgrund ihrer sehr ähnlichen Spielanlage über weite Strecken neutralisierten. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit befand sich die Leipzig-Defensive einer der wenigen Male in einem ungeordneten Zustand, auch Keeper Gulasci schien kurz indisponiert und so gelang Julian Brandt das etwas überraschende 2:1.

Dieses Tor wirkte für den Verlauf der zweiten Halbzeit wie eine Initialzündung, denn plötzlich überschlugen sich die Ereignisse. Erst scheiterte Hakan Calhanoglu mit einem Elfmeter an Gulasci, der mit einer tollen Parade seinen Fehler beim 1:2 wiedergutmachen konnte. Dann patzte sein Gegenüber Bernd Leno nach einem Schuss des überragenden Emil Forsberg – und so stand es statt 3:1 nun 2:2. Leipzig hatte daraufhin das Momentum auf seiner Seite. Man merkte, das Team von Ralph Hasenhüttl will diese drei Punkte unbedingt. Folgerichtig gelang dank Verteidiger Willi Orban kurz vor Schluss noch das 3:2. RB Leipzig bleibt damit auch im elften Spiel dieser Saison ungeschlagen und ist damit gleichzeitig nun der beste Aufsteiger aller Zeiten.

Bremen scheinbar unbelehrbar

Die Beförderung von Alexander Nouri vom Interimscoach zum Cheftrainer wurde außerhalb der Bremer Chefetage von einer gehörigen Portion Skepsis begleitet. Begeht Werder nach dem gescheiterten Skripnik-Experiment mit der erneuten Berufung eines Trainers aus der eigenen Jugend nicht wieder einen leichtsinnigen Fehler, indem man nach ein paar guten Leistungen wieder den einfachen Weg geht? Hat man sich wirklich ausführlich mit den vorhandenen und nicht vorhandenen Stärken von Nouri beschäftigt oder wollten Geschäftsführer Frank Baumann und Co. einfach unbedingt an dem Prinzip „Stallgeruch“ festhalten?

Nach acht Spielen unter dem Trainerdebütanten liest sich Bilanz zunächst ernüchternd: zwei Siege, ein Unentschieden und fünf Niederlagen – davon nun vier in Folge. Nouri hat es bisher nicht geschafft, die Mannschaft in irgendeiner Form besser zu machen. Das Abwehrverhalten ist beispielsweise auch unter dem 37-Jährigen nicht als bundesligatauglich zu bezeichnen.

Im Heimspiel gegen Frankfurt ging Bremen zwar durch ein Traumtor von Florian Grillitsch in Führung, nach der Einwechslung von Alexander Meier zur Halbzeitpause, steigerte sich die Eintracht dann aber Offensiv und legte eklatante Abwehrprobleme der Werderaner offen. Der Frankfurter „Fußballgott“ hätte nach seinem Ausgleichstreffer die Löcher in der Bremer Defensive das ein oder andere Mal öfters bestrafen müssen. So blieb es in der Nachspielzeit dem 18-jährigen Debütanten Aymen Barkok vorbehalten, den verdienten 2:1-Siegtreffer zu erzielen. Frankfurt bleibt damit oben dabei, Bremen steckt weiterhin tief im Abstiegskampf fest.

Shortnotes

Mainzer Standard-Spezialisten: In einem spektakulären Spiel erzielten die Mainzer drei ihrer vier Tore beim 4:2 – Erfolg über den SC Freiburg nach einer Standardsituation. Während die Freiburger 24 Schüsse abgaben und 65 Prozent Ballbesitz auswiesen, durch Nils Petersen und Vincenzo Grifo aber nur zu zwei Toren kamen, zeigten sich die Mainzer sehr effektiv in der Chancenverwertung. Gleich die ersten beiden Torschüsse fanden den Weg ins Netz: erst köpfte Niko Bungert nach einer Malli-Ecke ein, während der Türke das 2:0 per Elfmeter selbst besorgte. Auch das 3:1 durch Stefan Bell fiel nach einem Corner von Malli. Für die Entscheidung in einer hektischen Schlussphase sorgte dann Karim Onisiwo.

Last-Minute-Treffer entscheidet Rhein-Derby: Auch im sechsten Spiel nach der Vertragsverlängerung mit Trainer Andre Schubert bleibt Mönchengladbach ohne Sieg. Diese Niederlage ist für die Borussia besonders bitter, musste man diese doch gegen den Erzrivalen aus Köln hinnehmen. Dabei waren die Fohlen, zumindest in der ersten Halbzeit, die bessere Mannschaft. Die Kölner konnten sich dabei vor allem bei Ersatztorhüter Thomas Kessler bedanken, dass zur Pause nur 0:1 stand (Torschütze Lars Stindl). Danach wurde der „Effzeh“ jedoch etwas besser, der Ausgleich durch den notorischen Anthony Modeste fiel aber doch ein wenig überraschend. Ebenfalls etwas unerwartet für alle Beteiligten – die meisten hatten sich wohl schon mit dem Remis abgefunden – fand der direkte Freistoß von Kölns Marcel Risse in der 91. Minute den Weg ins Netz. Köln bleibt damit oben dabei, Gladbach muss sich weiter nach unten orientieren.

Schalker Serie hält auch gegen Wolfsburg: Die Knappen bleiben nach dem verdienten 1:0-Auswärtssieg beim VfL Wolfsburg auch im zehnten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen. Dabei gelangen den Königblauen acht Siege. Während die Wölfe in der ersten Halbzeit gut im Spiel waren, bauten die Mannen von Trainer Valerien Ismael nach der Pause aber gehörig ab. Schalke belagerte das Tor der Wolfsburger förmlich und kam durch Leon Goretzka zum erlösenden Siegtreffer.

Hamburg mit Punkt für die Moral: Dank einer wirklich guten Leistung, holte der bis dato so desaströs agierende HSV ein 2:2 in Hoffenheim. Trotzdem bleibt die Lage weiterhin prekär: das Team des ehemaligen Hoffenheim-Trainer Markus Gisdol konnte noch kein Spiel in dieser Saison gewinnen und steht mit mickrigen drei Pünktchen auch nach diesem Spieltag am Tabellenende. Etwas Hoffnung machten die Leistungen von Lewis Holtby, der beide Treffer vorbereitete und dem bis dahin so enttäuschenden Neuzugang Filip Kostic (erstes Saisontor). Dieser erzielte die Führung für die Hanseaten, die kurz vor Ende von Halbzeit ein von dem starken Sandro Wagner egalisiert wurde. Kurz nach der Pause drehte die TSG durch das 2:1 von Zuber das Spiel. Der Ausgleich von Nicolai Müller war aber letztlich mehr als verdient. Hoffenheim bleibt damit ungeschlagen, hat mit sechs Unentschieden aber auch die meisten Remis auf dem Konto.

Zahlen und Fakten zu den restlichen Partien

Darmstadt 98 0:1 FC Ingolstadt

Nach saisonübergreifend 15 sieglosen Bundesliga-Partien gewann der FC Ingolstadt erstmals seit sieben Monaten.

Erstmals 2016/17 blieb der FCI ohne Gegentreffer. Saisonübergreifend hatten die Schanzer zuvor 15 Mal in Folge nicht zu null gespielt, diese Serie endete nun.

Darmstadt verlor am elften Spieltag bereits zum siebten Mal; die siebte Niederlage hatte es 2016/17 erst zum Hinrundenabschluss gegeben.

Moritz Hartmann sorgte mit seinem Treffer für das siebte Stürmertor der insgesamt acht FCI-Treffer.

Maik Walpurgis ist der erste während dieser Spielzeit installierte Trainer, der seine Premiere gewinnt; Nouri, Gisdol und Ismael hatten ihre Debüts verloren.

FC Augbsurg 0:0 Hertha BSC

Nach dem 2:0 in Ingolstadt verpassten es die Augsburger, erstmals in dieser Saison zwei Siege in Folge einzufahren. Von den letzten sechs Partien gewann der FCA nur eine.

Nur ein Mal hatte die Hertha zu diesem Zeitpunkt einer Saison mehr Punkte als jetzt (21); 2000/01 waren es nach elf Spieltagen sogar 24 Zähler.

Letzte Saison war der FCA nach elf Spieltagen mit nur sechs Punkten Tabellenletzter, jetzt haben die Schwaben zumindest schon zwölf Punkte auf dem Konto und standen diese Saison noch nie auf einem direkten Abstiegsplatz.

Comeback des Spieltages

Josuha Guilavogui: Es war der Schock in der Wolfsburger Saisonvorbereitung. In einem Testspiel zog sich der Franzose einen mehrfachen Halswirbelbruch zu. Circa fünf Zentimeter entschieden damals über eine dauerhafte Lähmung und dem damit einhergehenden Karriereende. Guilavogui hatte Glück und feierte am Samstag gegen Schalke sein vielumjubeltes Comeback.

Ral, abseits.at

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