Er ist ein kompletter Fußballer, spektakulär, besonders und in Schweden wird er mit Mario Balotelli und Romelu Lukaku vergleichen. Hinter Carlos Strandberg war halb... Künftiger Star mit gefährlichem Handicap: „Schwedens Balotelli“ Carlos Strandberg
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_Schweden FlaggeEr ist ein kompletter Fußballer, spektakulär, besonders und in Schweden wird er mit Mario Balotelli und Romelu Lukaku vergleichen. Hinter Carlos Strandberg war halb Europa her und dennoch entschied sich vor wenigen Monaten zu einem eher unspektakulären Wechsel nach Russland. abseits.at erklärt was dahintersteckte.

Carlos Strandberg feierte im April seinen 19.Geburtstag, ist aktueller schwedischer Nachwuchsteamspieler. Sein Debüt für seinen Heimatklub, den BK Häcken, feierte er im Alter von 17 Jahren und zwei Monaten. Der Schwede mit mosambikanischen Wurzeln hat absolut alles, was einen Klassestürmer ausmacht.

Einer, der alles hat

Strandberg ist schnell, körperlich schon in jungen Jahren extrem robust und verfügt über einen ausgeprägten Torriecher. Auf dem Platz ist der Mittelstürmer eine Urgewalt, der mit links und rechts trifft, stark per Kopf ist und auch mal zu unkonventionellen Mitteln greift, um seinen Erfolg zu finden. Seine lethargische Art über Tore zu jubeln, erinnert ebenso wie seine Statur an Mario Balotelli.

Dortmund, Turin, Madrid – was darf’s sein?

Am 2.Februar wechselte Strandberg um nur 450.000 Euro von Häcken zu ZSKA Moskau. Sechs Monate zuvor war ein Wechsel in die B-Mannschaft von Borussia Dortmund aufgrund eines verfehlten Medizinchecks geplatzt. Dennoch hatte Strandberg zuletzt die freie Auswahl, wo seine Karriere weitergehen sollte. Der FC Chelsea zeigte sich ebenso interessiert, wie Sporting Lissabon, Juventus Turin, Real Madrid und einige mehr. Die Ablösesumme, die Dortmund für den Schweden bot, wäre dreimal so hoch gewesen, wie die, die ZSKA Moskau schließlich bezahlte. Doch sie alle machten alsbald einen Rückzieher.

Schweren Herzens

Der Fall Strandberg zeigt jedoch schmerzlich, dass es beim Fußball nicht immer nur um den Fußball an sich geht. Der Grund warum sämtliche Transfers platzten bzw. das Interesse großer Klubs gar nicht erst konkret wurde, ist ein angeborener Herzfehler beim weitgehend noch unbekannten Jungstar. Herzrhythmusstörungen ließen Strandberg beim BVB durch den Medizincheck rasseln und obwohl man sich längst einig war, zogen die Schwarz-Gelben schließlich die Notbremse und entschieden sich gegen den Kauf eines potentiellen zukünftigen Weltstars.

Man to watch

ZSKA Moskau ging das Risiko trotzdem ein und stattete Strandberg mit einem Vertrag bis 31.12.2019 aus. Die Russen zogen mit dem Muskelpaket ein Schnäppchen an Land, dessen Herz allerdings eine tickende Zeitbombe ist. Bisher stand Strandberg in der russischen Liga 347 Minuten auf dem Platz und erzielte bereits drei Tore. Über das Reservistendasein wird der 19-Jährige sehr bald hinauskommen und es lohnt sich, diesen außergewöhnlichen Fußballer weiter zu verfolgen – und ihm angesichts seines heiklen Handicaps nur das Beste zu wünschen…

Daniel Mandl, abseits.at

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen