abseits.at wirft einen Blick auf die Mediendaten der vergangenen Herbstsaison. Im Zentrum der vierteiligen Serie stehen die Zuseherzahlen von Fußballübertragungen auf heimischen TV-Sendern. Es... TV-Check der Herbstsaison 2015/16 | Bundesliga
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Bilanz Statistik Graph_abseits.atabseits.at wirft einen Blick auf die Mediendaten der vergangenen Herbstsaison. Im Zentrum der vierteiligen Serie stehen die Zuseherzahlen von Fußballübertragungen auf heimischen TV-Sendern. Es wird dokumentiert, an welchen Spielen und Bewerben die österreichischen Fernsehzuschauer besonders großes Interesse hatten. Alle Grafiken lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Die im Folgenden präsentierten Daten beruhen auf Erhebungen der Arbeitsgemeinschaft Teletest (www.agtt.at). Am Teletest nehmen 1.605 österreichische Haushalte teil, die die Bevölkerung mit all ihren Facetten repräsentieren sollen. Die erhobenen Daten dieser ausgewählten (und regelmäßig wechselnden) Haushalte werden auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet, um das Sehverhalten aller Österreicherinnen und Österreicher abzubilden.

Mit der Reichweite (RW) wird in absoluten Zahlen beschrieben, wie viele Zuseher eine bestimmte Sendung im Durchschnitt verfolgt haben. Der Marktanteil (MA) gibt an, wie viel Prozent der zu diesem Zeitpunkt fernsehenden Bevölkerung dies waren.

Bundesliga – Reichweite

An dieser Stelle werden ausschließlich die Zuseherzahlen des wöchentlichen Bundesliga-Livespiels auf ORF1 präsentiert, da Sky seine Daten nicht öffentlich ausweist.

In der Herbstsaison 2015/16 wurden 20 Runden ausgetragen. 18 der ORF-Livespiele fanden am Sonntagnachmittag um 16:30 statt, zwei am Mittwochabend um 20:30. Die nachfolgende Tabelle weist die Reichweiten und Marktanteile der Livespiele in chronologischer Reihenfolge aus.

Bundesliga 1

Betrachtet man die durchschnittlichen Reichweiten der 20 Spiele in Form eines Diagramms, ergibt sich folgendes Bild:

Bundesliga 2

Das Diagramm zeigt eine Zunahme der absoluten Zuseherzahlen vom Sommer zum Winter, was dem allgemeinen Trend der Fernsehnutzung entspricht. Alleine aufgrund der Witterungsverhältnisse und der damit einhergehenden unterschiedlichen Freizeitgestaltung ist die Fernsehnutzung im Winterhalbjahr wesentlich höher als im Sommerhalbjahr.

So weist etwa der ORF für das Jahr 2014 im Juli eine durchschnittliche TV-Nutzungszeit von 157 Minuten aus, im Februar sind es hingegen 194 Minuten. Zudem gilt es zu beachten, dass von Ende November bis Mitte März die Bundesligaspiele zumeist in Wintersportübertragungen eingebettet sind, was sich auf die Zuseherzahlen in der Regel positiv auswirkt.

Das meistgesehene Spiel der Herbstsaison 2015/16 war das Wiener Derby in der vierten Runde, welches an einem Mittwochabend stattfand, mit durchschnittlich 403.500 Zusehern. Danach folgt das Aufeinandertreffen von Salzburg und Rapid Wien unmittelbar vor der Winterpause mit einer mittleren Reichweite von 399.500, während sich der ewig junge Schlager zwischen Sturm Graz und Rapid aus dem August auf Platz drei befindet.

Bundesliga 3

Nur zwei Partien wurden von weniger als 200.000 Zuschauern verfolgt. Es handelt sich dabei um die Gastspiele von Sturm Graz bei Mattersburg beziehungsweise der Admira im September.

Im Schnitt wurden die 20 ORF-Spiele der Herbstsaison von 293.625 Fernsehzusehern verfolgt, das ist im Vergleich zur Vorsaison (19 Spiele) ein Minus von 6.691 Zuschauern oder 2,3 Prozent.

In lediglich einem der 20 Spiele kam es von der ersten zur zweiten Halbzeit zu einem Rückgang der Reichweite, was dem langjährigen und wettbewerbsübergreifenden Trend entspricht. Geht es um die Entscheidung, schalten mehr Leute zu als in der Anfangsphase einer Fußballpartie. Durchschnittlich sahen die ersten Halbzeiten 265.500 Zuschauer, während in den zweiten Spielhälften 321.750 einschalteten – eine Steigerung um 21,2 Prozent.

Bundesliga – Marktanteil

Unbeeinflusst von saisonalen Effekten ist der Marktanteil, da er prozentuell angibt, wie viele der gerade fernsehenden Menschen eine bestimmte Sendung verfolgen.

Der Marktanteil fiel im Gegensatz zu den absoluten Zuschauerzahlen vom Sommer zum Winter leicht ab. Mit 28 Prozent verzeichneten die Spiele der fünften und sechsten Runde, Sturm – Rapid und Salzburg – Austria, die höchsten Werte. Knapp ein Drittel aller Fernsehzuschauer entschied sich an diesen Sommernachmittagen für die heimische Bundesliga.

Bundesliga 4

Die geringsten Marktanteile mit je zwölf Prozent verzeichneten das Spiel zwischen der Admira und Sturm Graz sowie das Aufeinandertreffen der Steirer mit der Austria. Zu beachten gilt jedoch, dass letztere Partie an einem Mittwochabend stattfand und aufgrund der veränderten TV-Konkurrenzsituation daher ebenso wie das erste Wiener Derby (19 Prozent MA) nur bedingt mit den Spielen am Sonntagnachmittag verglichen werden kann.

Die 20 Bundesligaspiele erzielten einen durchschnittlichen Marktanteil von 20,3 Prozent, das sind 2,1 Prozentpunkte weniger als in der Herbstsaison 2014/15.

OoK_PS, abseits.at

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