Im Topspiel der 31.Runde der österreichischen Bundesliga feierte Austria Wien im Duell der Europacup-Aspiranten einen klaren 4:1-Heimerfolg. Das Duell fand speziell in der... Analyse: Effiziente Austria schlägt Sturm Graz

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Im Topspiel der 31.Runde der österreichischen Bundesliga feierte Austria Wien im Duell der Europacup-Aspiranten einen klaren 4:1-Heimerfolg. Das Duell fand speziell in der ersten Halbzeit weitgehend auf Augenhöhe statt, in welcher sich die Austria aber kaltschnäuziger präsentierte und ihre Chancen eiskalt nutzte. Sturm Graz zeigte zwar keine schlechte Leistung und konnte eine gute erste Hälfte verzeichnen, man machte aber zu viele Fehler und nutzte die wenigen Möglichkeiten nicht aus. Damit bleibt man im Frühjahr in Auswärtsspielen auch weiterhin punktelos.

Austria unverändert und Sturm ebenfalls im 4-1-4-1

Die violetten Gastgeber vertrauten nach den zuletzt guten Ergebnissen auch im Duell gegen Sturm Graz erneut auf ihre neue Formation. Einzig Tajouri rückte für den verletzten Venuto in die Mannschaft. Dadurch gab es kleine Anpassungen im Spiel nach vorne, da Tajouri eher der inverse Flügelspieler ist und sich gerne im Zentrum aufhält, während Venuto der geradlinigere und direktere Flügelstürmer ist, welcher auch gerne ins Tempodribbling geht.

So kam es dazu, dass Tajouri durch die kleinen Anpassungen durchaus mehr Freiheiten im Spiel nach vorne hatte und immer wieder seine Position verließ, um Unruhe und Überzahl im Zentrum zu schaffen und seine Kollegen zu unterstützen.

Währenddessen verblieb sein Pendant auf der linken Seite Pires meist horizontaler und gab dem Spiel Breite. Außerdem behielt man die neuen Rollen für die Spieler im zentralen Mittelfeld bei.

Serbest blieb der nominell einzige Sechser vor der Abwehr und kippte am häufigsten nach hinten zwischen oder neben die Innenverteidiger ab, während Grünwald und Holzhauser höher agierten und sich abwechselnd im Spielaufbau fallen ließen, um diesen zu unterstützen.

Die Gäste aus der Steiermark überraschten etwas mit ihrer Formation und veränderten diese von ihrem üblichen 4-2-3-1 hin zum neuen 4-1-4-1. Damit spiegelte man quasi einfach die Formation des Gegners und wollte diesen etwas überraschen und vor Probleme stellen. Dabei wirkte diese neue Anordnung durchaus passend, da man im Ballbesitz wesentlich präsenter und mit besseren Strukturen agierte, was ansonsten ein größeres Manko bei den Grazern darstellt.

So waren speziell die beiden dynamischen Offensivspieler Horvath und Atik überaus aktiv im Spiel nach vorne und überluden immer wieder geschickt den linken Halbraum und sorgten damit für Zuordnungsprobleme beim Gegner. Im Spiel gegen den Ball formierte man sich in einem raumorientierten 4-1-4-1-System, in dem man dem violetten Gastgeber den Aufbau weitestgehend überließ und auf ein eher tieferes Mittelfeldpressing setzte.

Gelegentlich streute man immer wieder Pressingsituationen in das Spiel ein, um den Rhythmus des Gegners etwas zu stören. Grundsätzlich verblieb man jedoch im tieferen geschlossenen Block, versuchte die Passwege durch das Zentrum zu verschließen und das Spiel auf die Seite zu leiten, um dann dort Überzahl in Ballnähe zu kreieren und für Ballgewinne zu sorgen.

Gute Anfangsphase der Grazer

Die Gäste starteten sehr gut in die Partie und hatten bereits nach wenigen Augenblicken eine gute Möglichkeit, um die frühe Führung zu erzielen. Auch ansonsten sorgte man immer wieder über die linke Seite für Gefahr, die man wie bereits weiter oben erwähnt geschickt überlud. Die Austria war jedoch auch ziemlich ordentlich in der Partie und hatte ebenfalls nach wenigen Minuten eine gute Möglichkeit zur Führung, wobei allerdings der letzte Pass nicht ankam.

So entwickelte sich ein durchaus interessantes Spiel auf gutem Niveau, in dem beide Mannschaften sich nicht versteckten und munter nach vorne spielten. Beide Teams wirkten zu Beginn optisch relativ ausgeglichen und konnten immer wieder gute Ballbesitzphasen und Umschaltmomente kreieren, jedoch waren die Gäste die etwas gefährlichere Mannschaft vor dem Tor.

Die Austria hatte immer wieder Probleme mit den guten Tiefensprints der Sturm-Spieler, wodurch ihre letzte Abwehrlinie ungeordnet dastand und man damit Probleme mit der Abseitslinie hatte. Auch dadurch kam Sturm zu zwei, drei guten Möglichkeiten, die man jedoch ausließ. Darüber hinaus blieb man im Umschalten nach vorne durch die eigene direkte Spielweise immer wieder gefährlich und konnte damit Nadelstiche setzen.

Veilchen schlagen eiskalt zu, Traumtor bringt die Führung

Sturm hingegen hatte jedoch immer wieder mit den schnellen Umschaltmomenten der Gastgeber Probleme und rettete einige Male in höchster Not. Darüber hinaus präsentierte sich die Austria durchaus variabel und verzichtete öfter auf längere Ballbesitzphasen und attackierte den Gegner auch nicht fortwährend. Man betrieb zwar nach Ballverlust meist ein gutes Gegenpressing und konnte so einige Ballgewinne verzeichnen, jedoch löste man – wenn der Ballgewinn nicht erfolgte – das Pressing auch entsprechend auf und ging auf eine kompakte und geordnete Formation über, anstatt dem Gegner eine Möglichkeit zu geben eine entblößte Abwehrreihe vorzufinden.

Auch im Spielaufbau zeigte man sich variabel. Mal kippte Serbest ab, dann übernahm auch Holzhauser mal seine gewohnte Rolle, oder Martschinko verblieb etwas tiefer und sorgte für asymmetrische Außenverteidiger. Sturm bekam vor allem immer wieder Probleme, wenn Tajouri seine Position verließ und ins Zentrum rückte und dadurch für Zuordnungsschwierigkeiten sorgte.

So fiel dann auch der Führungstreffer der violetten Gastgeber. Filipovic spielte in der Spieleröffnung einen tollen Diagonalball auf Tajouri, der sich geschickt in den ballfernen Halbraum fallen ließ, um dann anschließend – auch dank zweier Ausrutscher –  ungehindert marschieren zu können und mit einem wunderbaren Distanzschuss seine Mannschaft in Führung zu bringen.

Es blieb jedoch nicht beim einzigen Paukenschlag für die Gäste. Kurze Zeit später rückte man nach einem Eckball nicht schnell genug aus dem Strafraum und Filipovic verwertete den abgerissenen Schuss von Tajouri zum 2:0 für das Heimteam.

Daraufhin hatte die Austria die Partie vollkommen im Griff und ließ den Ball gut in den eigenen Reihen zirkulieren. Die Gäste hatten darauf keine Antwort und so ging man mit einem 0:2-Rückstand in die Halbzeitpause.

Schneller Doppelschlag entscheidet die Partie

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie relativ ausgeglichen. Beide Mannschaften hatten ihre längeren Ballbesitzphasen, wobei die Austria damit mehr anzufangen wusste und gefährlicher in den Strafraum kam. Jedoch leisteten die Gäste Mithilfe, um das Spiel endgültig zu entscheiden. Zuerst schoss Atik Gegenspieler Holzhauser an, von dem der Ball zu Kayode kam und der sich die Chance zum 3:0 nicht entgehen ließ. Wenig später patzte Spendlhofer nach einem eigenen Einwurf und so lief Kayode erneut alleine auf das gegnerische Tor zu und vollendete mit viel Gefühl zum 4:0.

Damit waren die Gäste endgültig gebrochen, wobei sie immerhin noch den Ehrentreffer zum 4:1 erzielten. Der Trainer der Grazer wechselte zwar nochmal doppelt und veränderte das System hin zu einem 4-4-2, jedoch wirkte man dadurch noch ungefährlicher und kam trotz eines gegnerischen Platzverweises zu kaum brauchbaren Möglichkeiten mehr. So blieb es auch bei beim 4:1-Endstand.

Fazit

Die Austria feierte durch den durchaus verdienten Erfolg den dritten Sieg in Folge und macht dadurch einen großen Schritt in Richtung Europacup und zur Vizemeisterschaft. Dabei waren letztlich die gute Chancenauswertung und die Fehler des Gegners entscheidend. Jedoch präsentierte man sich auch sehr flexibel und wechselte immer wieder längere Ballbesitzphasen mit einer abwartenden Spielweise und guten Umschaltmomenten ab und fand dadurch eine gute Mischung.

Sturm Graz hingegen prologiert die schlechte Auswärtsbilanz und erlitt einen erneuten Rückschlag im Kampf um den Europacup, Man war zwar speziell in der ersten Hälfte durchaus auf Augenhöhe und hatte einige gute Momente, jedoch war man einerseits nicht kaltschnäuzig genug und andererseits zu fehlerhaft in der Defensive, um einen guten Gegner zu schlagen.

Dalibor Babic, abseits.at

Dalibor Babic

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