Das absolute Spitzenspiel in der österreischischen Bundesliga verlief deutlich klarer, als so mancher sich erwartet hatte. Die Salzburger Bullen demonstrierten ihre Vormachtstellung der letzten... „Doppelter Dabbur“ und Berisha auffälligste Salzburger gegen Sturm

Das absolute Spitzenspiel in der österreischischen Bundesliga verlief deutlich klarer, als so mancher sich erwartet hatte. Die Salzburger Bullen demonstrierten ihre Vormachtstellung der letzten Jahre in der Bundesliga eindrucksvoll und gewannen souverän mit 5:0. Aufgrund des zumindest strittigen 1:0 und der Roten Karte vor dem 2:0 waren die Mozartstädter vom Spielverlauf klar begünstigt und brachten die Führung ganz abgeklärt über die Runden. Für die Grazer hingegen ist die Niederlage kein Beinbruch, in Salzburg kann man verlieren, obwohl die Deutlichkeit die Musik macht. Vor allem in der Defensive hat Trainer Foda in der kommenden Woche viel zu tun, um gegen den LASK am Samstag wieder gefestigter zu stehen.

Notenschlüssel:
1 = sehr schwach
10 = sehr stark
0 = zu kurz eingesetzt

RB Salzburg

Alexander Walke 5

Der Torhüter der Salzburger hatte einen beschäftigungsfreien Sonntag verlebt und reduzierte sein Tun auf das Dirigieren seiner Vorderleute im Spielaufbau.

Andreas Ulmer 6

Der Nationalteam-Comebacker spielte in der Defensive sehr souverän, machte seine Seite bei den zarten Vorstößen der Grazer dicht und versuchte sich offensiv immer wieder einzuschalten.

Marin Pongracic 5

Obwohl der junge Innenverteidiger nicht immer den sichersten Eindruck machte, hauptsächlich zu Beginn des Spiels, zeigte er infolge eine abgeklärte Leistung und überzeugte mit seiner Lufthoheit und Ruhe.

Duje Caleta-Car 6

Der zweite Innenverteidiger zeigte eine ähnliche Partie wie sein Partner, agierte aber etwas ruhiger im Spielaufbau und wurde nach Standards gefährlich.

Stefan Lainer 7

Der beste Mann im Defensivverbund beackerte seine Seite unermüdlich, attackierte die Zwischenräume, die sich zwangsläufig auftaten und setzte die Gegner früh unter Druck.

Xaver Schlager 6

Der Abräumer vor der Abwehr spielte recht unauffällig, fiel zu Beginn nur durch seine Zweikampfführung auf, bei der er äußerst intelligente Entscheidungen traf. Nach dem Ausschluss wurde er etwas offensiver und hatte beim 5:0 seine Beine im Spiel.

Valon Berisha 8

Mit der beste Mann am Feld bereitete das 1:0 vor und erzielte das 2:0 aus einem Elfmeter selbst. Ansonsten forderte er viele Bälle, war ein ungemütlicher Gegenspieler und zeigte in mehreren Aktionen sein ganzes Können, indem er die Grazer alt aussehen ließ.

Hannes Wolf 6

Der junge Mittelfeldmann war der unauffälligste Spieler im Offensivverbund. Obwohl Räume für ihn vorhanden waren, konnte er sie nur zum Teil adäquat nutzen. Dennoch zeigte er gute Laufwege und bereitete das 3:0 vor.

Reinhold Yabo 6

Spielfreudig präsentierte sich der Deutsche auf der Außenbahn, fand in Lykogiannis und Potzmann aber immer wieder seine Meister. Wenn es gefährlich wurde, hatte er immer wieder seine Beine im Spiel und glänzte durch ein kluges Zuspiel vor dem dritten Tor.

Munas Dabbur 8

Er trifft wie er möchte, der Dabbur. Zwei Tore gemacht, eines schnappte ihm Maresic weg und den spielentscheidenden Pass vor dem Ausschluss gegeben; starke Vorstellung. Obwohl er nicht so lauffreudig und aggressiv wie seine Offensivkollegen agierte, ist er der wesentliche Faktor im Sturm und eiskalt vor dem Tor.

Frederik Gulbrandsen 7

Aggressiv, ungemütlich und teilweise ungestüm, das beschreibt die Zweikampfführung von dem Norweger, der mit Fouls an Siebenhandl die Richtung vorgab. Dennoch, Topleistung von ihm, da er das 1:0 erzielte, den Elfer und die Rote durch einen guten Laufweg herausholte und viele Bälle verwerten konnte.

Hwang Hee-Chan 5

Dreißig Minuten Spielzeit bekam er, diese nutzte er jedoch nicht so richtig, denn mehr als eine Vorlage zum 4:0 und eine Kopfballchance sprang nicht hinaus.

Takumi Minamino 5

Ähnliches gilt für ihn, der aber durch seinen Hackentrick glänzen konnte, der beinahe den Weg ins Tor fand.

Amadou Haidara 0

15 Minuten Spielzeit, einige Pässe und ein Lattenschuss, das war der Arbeitstag des jungen Mannes.

 

SK Sturm Graz

Jörg Siebenhandl 6

Der ärmste Mann in Reihen der Grazer stand im Tor und war bei den Gegentreffern machtlos. Einige Bälle konnte er gut klären und versuchte seine Vorderleute zu dirigieren. Zu allem Überfluss wurde er von Gulbrandsen in Hälfte eins heftig gelegt.

Charalampos Lykogiannis 4

Anfangs zeigte er sich offensiv bemüht, ging in die Halbräume und versuchte, sich Flankensituationen zu erarbeiten. Nach der Roten musste er in die Innenverteidigung, tat sich dort etwas schwerer im Stellungsspiel, blieb aber seiner aggressiven Zweikampfführung treu und arbeitete hart gegen den Ball.

Dario Maresic 3

Schwache Vorstellung des Innenverteidigers, der unkonzentriert wirkte, oftmals einen Schritt zu spät kam und bei hohen Bällen seine Probleme hatte. Für das Eigentor konnte er nichts und er schaffte es wenigstens, dass er einige Bälle gut weggrätschte.

Christian Schulz 1

Inferiore Vorstellung des Kapitäns, dem fast alles misslang. Beim 1:0 kam er viel zu leicht aus der Balance, hatte gravierende Schnitzer im Stellungsspiel, war nach Standards nicht im Bilde und verursachte den Elfer, wobei er völlig zu Recht die Rote Karte sah.

Fabian Koch 3

Der sonst so souveräne Abwehrmann ließ sich mehrmals von den Salzburgern überrumpeln, legte eine unglückliche Zweikampfführung an den Tag und schien nach dem Ausschluss heillos überfordert.

Marvin Potzmann 4

Engagiert zeigte sich Potzmann zu Beginn, nach der Roten Karte flaute dieser Aktionismus aber ab und wandelte sich in pragmatisches Abwehrverhalten um, da er klare Aufgaben im Defensivverbund erhielt. Diese erfüllte er meist ganz solide, obwohl der ein oder andere Ball an ihm vorbeikam.

Peter Zulj 6

Der beste Feldspieler der Grazer war der Leitwolf im Zentrum, der sich in jeden Zweikampf warf, viele Fouls zog und beging und wenigstens im Ansatz versuchte, für Entlastung zu sorgen. Seine klugen Ideen waren zwar nur selten von Erfolg gekrönt, aber das Bemühen war ihm nicht abzusprechen.

Stefan Hierländer 4

Unauffällig zeigte sich Hierländer, der in Hälfte eins nur durch einen ganz gefälligen Schuss und durch seine miserablen Standards in Erscheinung trat. Bemüht und kampffreudig zeigte er sich nach dem Seitenwechsel.

Philipp Huspek 0

Der Offensivmann verletzte sich früh und wurde durch Lovric ersetzt. Bis dahin versuchte er einiges und spielte frech auf.

Thorsten Röcher 3

Von Röcher kam äußerst wenig. Schon zu Beginn fand er nicht ins Spiel und nach dem Ausschluss musste er sich in der Defensive quälen, ohne echte Chancen auf Vorstöße.

Deni Alar 2

Der Stürmer konnte einem in Hälfte zwei schon leidtun; er bekam kaum Bälle, lief meist umsonst und hatte bei hohen Zuspielen einen schweren Stand. Zu Beginn des Spiels lief schon wenig zusammen bei ihm und danach konnte er nicht wirklich für Entlastung sorgen.

Sandi Lovric 4

Der junge Mann biss sich regelrecht an den Waden seiner Gegner fest und war fast seine gesamte Spielzeit über mit Defensivaufgaben beschäftigt. Bemüht, aber mehr als gewonnen Zweikämpfe stehen bei ihm nicht zu Buche.

Philipp Zulechner 0

Durfte gut zehn Minuten mitmachen, hatte aber keine Aktion.

Oliver Filip 0

Selbiges gilt für ihn, wobei er immerhin eine Flankenmöglichkeit hatte, dieser aber gekonnt in den Sand setzte.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer

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