Die äußeren Umstände machten die Austragung des Westderbys zwischen Wacker Innsbruck und Red Bull Salzburg unmöglich. Salzburg bot einen Platztausch an, Wacker stimmte dem... Kommentar | Winterbedingte Spielabsagen und das Platztauschverbot

Die äußeren Umstände machten die Austragung des Westderbys zwischen Wacker Innsbruck und Red Bull Salzburg unmöglich. Salzburg bot einen Platztausch an, Wacker stimmte dem zu, nur die Bundesliga untersagte die Durchführung, weswegen die Begegnung (4:3 für Salzburg) nur Testspielcharakter hatte. Aber hat die Bundesliga richtig gehandelt?

Statut: „Kein Platztausch“

Laut Durchführungsbestimmungen der Bundesliga ist ein Platztausch ausdrücklich untersagt. Einerseits wird wohl Wert darauf gelegt, die Auslosung nicht ad absurdum zu führen, andererseits ist mit einer kurzfristigen Verlegung des Spielorts auch ein organisatorischer Aufwand verbunden.
Dennoch: Beide Mannschaften waren sich einig, das Spiel zuerst in Salzburg auszutragen. Gerade durch die Beteiligung der Eurofighter aus der Mozartstadt könnte diese Verschiebung lange  nachwirken. Übersteht man das 1/16 Finale gegen Kharkiv käme als erster Spieltermin der 28. März infrage, bis dahin absolviert Salzburg aller Voraussicht übrigens sieben Spiele in der heimischen Meisterschaft (dieser Termin kommt auch nur bei einem Ausscheiden im 1/8 Finale infrage), da dazwischen eine Mittwochsrunde, ein Länderspiel sowie eben die EL Spiele der roten Bullen auf dem Programm stünden.
Wie gesagt, der Bundesliga blieb durch das Statut keine andere Wahl. Trotzdem hat es einen schalen Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass die Liga auch sonst nicht zimperlich ist, die Auslosung auszuhebeln. In guter Erinnerung ist dabei die Verschiebung des Ligaauftakts 2009/10 zwischen Rapid und Sturm aufgrund eines (besonderen) Testspiels (Rapid empfing im ausverkauften Happeloval Liverpool) ebenso geblieben, wie die Verhinderung eines Derbys als Geisterspiel in der heurigen Saison.

Terminchaos vorprogrammiert?!

Mittlerweile gehören Spielabsagen zu Beginn der „Frühjahrsmeisterschaft“ zum gewohnten Bild. Unvollständige Tabellen und Terminprobleme sind die logische Folge. Und selbst die ausgetragenen Spiele wollen keine rechte Freude über den Rückrundenstart aufkommen lassen. Gerade knapp 15.000 Fans quälten sich bei klirrender Kälte in die Stadien in Wien, Graz und Wiener Neustadt, wobei das Gebotene den tiefen Temperaturen entsprach (drei Tore in ebenso vielen Spielen).
Natürlich hat Bundesliga-Vorstand Georg Pangl Recht, wenn er das enge Terminkorsett anspricht. Trotzdem muss man sich wohl oder übel damit abfinden, dass der Februar nur bedingt für Outdoorfußball in der Alpenrepublik geeignet ist (selbst Rasenheizungen geben keine 100% Garantie für die Durchführung sämtlicher Spiele).

Fazit

Terminprobleme hat es schon oft gegeben und sie werden uns wohl auch in Zukunft nicht erspart bleiben. Eine im Alleingang eingeführte Terminrevolution zu einer Ganzjahresmeisterschaft (etwa von März-November) macht keinen Sinn, weswegen man hier auf die internationale Ebene angewiesen ist (z.B.: im Rahmen der WM 2022 in Katar). Dennoch sollte die Möglichkeit des spontanen Platztausches, wie ihn Salzburg vorexerziert hat, im Sinne der reibungslosen Durchführung ab nächster Saison ermöglicht werden, selbst wenn auch dieser Schritt nicht immer eine Lösung sein kann.

Patrick Redl, abseits.at

Patrick Redl

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