In dieser Serie sollen jede Runde parallel zu den üblichen Spielanalysen ein paar Tore hinsichtlich der Entstehung, individueller Fehler oder  taktischer Feinheiten genau untersucht... Toranalyse zur 22. Runde der tipp3-Bundesliga | Novak (ET), Kampl, Sabitzer

Taktik, Theorie, TaktikboardIn dieser Serie sollen jede Runde parallel zu den üblichen Spielanalysen ein paar Tore hinsichtlich der Entstehung, individueller Fehler oder  taktischer Feinheiten genau untersucht und analysiert werden. In der Toranalyse zur 22. Runde nimmt abseits.at die Treffer von Michael Novak (SV Matterburg/Eigentor), Kevin Kampl (Red Bull Salzburg) und Marcel Sabitzer (Rapid Wien) unter die Lupe.

FC Wacker Innsbruck – SV Mattersburg 1:0, Michael Novak (50. Minute/Eigentor)

Erstmals seit der 16. Runde bekleidet der FC Wacker Innsbruck nicht mehr den letzten Tabellenplatz. Verantwortlich dafür ist der 2:0-Sieg gegen den SV Mattersburg, der allerdings mit etwas Bauchweh eingefahren wurde. Zunächst profitierten die Tiroler von einer sehr harten roten Karte gegen Ilco Naumoski, dann erzielte Matterburg-Verteidiger Michael Novak ausgerechnet bei seinem Bundesligadebüt ein Eigentor. Dabei wurden er und seine Abwehrkollegen von den Mitspielern – besonders der Mittelfeldreihe – im Stich gelassen.

Einen langen Ball der Mattersburger können die Gastgeber an der Mittellinie problemlos abfangen und leiten in Person von Christian Schilling (schwarz) sofort den nächsten Angriff ein. Der Rechtsverteidiger spielt einen Pass auf den Flügel zu Daniel Schütz (blau). Dieser zieht seinen Gegenspieler von der Außenverteidigerposition weg, woraufhin sich dort ein Loch ergibt – genau dorthin führt der Weg von Schilling. Dabei wird er allerdings von keinem Mattersburger verfolgt. Deshalb muss Adnan Mravac (rot) aus der Innenverteidigung zur Seite rausrücken.

Hier sieht man aber, dass die Innsbrucker dadurch eine Überzahl in der Mitte erlangen. Carlos Merino (weiß), als Mittelfeldspieler aufgeboten, steht während der gesamten Szene sehr hoch. Als zusätzliche Absicherung hätte hier ein zentraler Mittefeldspieler der Burgenländer fungieren müssen. So steht Novak (gelb) gegen zwei Innsbrucker auf verlorenem Fuß.

Da Schilling zu einer Flanke ansetzt orientiert sich Novak am zweiten Pfosten an Christopher Wernitznig. Merino konnte sich indes absetzen und genießt einen großen Freiraum. Diesen nutzt er schließlich auch, indem er nach missglückter Rettungsaktion von Ivica Majstorovic und einem Dribbling aufs Tor schießt. Der Versuch wäre schließlich wohl auch ohne dem Eingreifen von Novak reingegangen – für den Debütanten allerdings nur ein schwacher Trost.

FC Red Bull Salzburg – SK Rapid Wien 1:0, Kevin Kampl (1. Minute)

Viel Action boten im Sonntagsspiel der FC Red Bull Salzburg und der SK Rapid Wien, die sich in einer ereignisreichen Partie 3:3 trennten. Das erste der sechs Tore fiel schon nach 34 Sekunden. Nur über eine einzige Zwischenstation – ähnlich dem 5:0 gegen die Admira –  kam der Ball dabei vor das Tor, wo Kevin Kampl vollendete. Auf den ersten Blick sah die Rapid-Abwehr bei diesem Tor schlecht aus, es war aber vielmehr ein weiterer Beweis dafür, dass die Mozartstädter das österreichische Team mit der höchsten individuellen Klasse sind und darüber hinaus äußerst flexibel agieren können.

Das obige Bild zeigt, dass Rapid durchaus kompakt dasteht und durch die Mitte eigentlich kein Durchkommen ist. Die Salzburger verteilen sich im Großen und Ganzen um diesen kompakten Block herum. Genau das ist es jedoch, was – verbunden mit hervorragenden Bewegungen der zentralen Spieler – den Weg zum Tor öffnet. Am unteren Bildrand sieht man, dass die beiden rechten Außenspieler der Salzburger, Florian Klein und Valentino Lazaro, bemüht sind das Spiel zu strecken, so die nahen Rapid-Akteure etwas herauszulocken und den Passweg in die Mitte zu öffnen.

Während Deni Alar (rot) konsequent dieser Versuchung widersteht, orientiert sich Thomas Schrammel (weiß) lange am gegnerischen rechten Flügelspieler und lässt Kampl (gelb) Platz. Dieser rückt schließlich auch etwas aus der Mitte heraus und zieht seinen Gegenspieler so entscheidende, ein, zwei Schritte weg. Dadurch kommt der Ball von Innenverteidiger Isaac Vorsah zu Jonathan Soriano (blau). Dessen Zurückfallen nimmt wiederum Gerson mit und öffnet den Raum für Kampl, der das perfekte „Ferserl“-Zuspiel von Soriano – es gibt in der Bundesliga wohl nicht viele, die den Ball so weiterleiten können – verwertet.

FC Red Bull Salzburg – SK Rapid Wien 3:3, Marcel Sabitzer (91. Minute)

Den Schlusspunkt dieses denkwürdigen Spiels setzte Marcel Sabitzer. Der Neuzugang traf in der Nachspielzeit zum 3:3-Endstand – ein perfekt ausgespielter Konter nach einem missglückten Freistoß von Christopher Dibon. Der Grundstein war ein einfaches Passdreieck, über das man mit „einmal Berühren“ in den Rücken der Salzburger Abwehr kam.

Nachdem der Red Bull-Innenverteidiger den Freistoß in die Füße von Steffen Hofmann gespielt hat, wird dieser umgehend von drei Salzburgern attackiert. Dadurch haben aber die anderen Grün-Weißen mehr Platz. Der Rapid-Kapitän spielt einen Pass auf Dominik Wydra, der auf Terrence Boyd (rot) weiterleitet, über den wiederrum das Leder erneut bei Hofmann landet. Der Ball zirkuliert zu schnell für die Gastgeber, so dass diese die Kombination nicht unterbinden können. Außerdem zu beachten sind die Positionen von Sabitzer (gelb) und Florian Klein (schwarz). Der spätere Torschütze startet deutlich hinter dem Außenverteidiger.

Da der 18-Jährige, ohnehin einer der schnelleren Bundesligaspieler, allerdings erst in 67. Minute eingewechselt wurde, hatte er keine Probleme seinen Gegenspieler zu überlaufen und den Steilpass von Hofmann anzunehmen. Der Pass „in die Gasse“ war möglich, weil Boyd (rot) Innenverteidiger Martin Hinteregger (weiß) aus der Kette herauszog.

Bildquelle: http://www.laola1.tv/

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

  • Evo

    25.Februar.2013 #1 Author

    Wydra wurde doch für Katzer ausgewechselt oder?

    Antworten

    • Axl

      26.Februar.2013 #2 Author

      stimmt. Dann muss es Pichler gewesen sein.

      Antworten

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