Das zweite Länderspiel unter Franco Foda lief beeindruckend ab: Slowenien wurde dominiert und mit 3:0 besiegt – wir bewerten die Teamspieler einzeln und im... Spielerbewertung: Doppeltorschütze Arnautovic überragte alle

Das zweite Länderspiel unter Franco Foda lief beeindruckend ab: Slowenien wurde dominiert und mit 3:0 besiegt – wir bewerten die Teamspieler einzeln und im Detail. Die ausführliche Analyse zum Länderspiel ist ebenfalls bereits abrufbar.

Notenschlüssel:
1 = sehr schwach
10 = sehr gut
0 = zu kurz eingesetzt

Heinz Lindner … 7

Der Torhüter hatte durch die österreichische Dominanz naturgemäß nicht viel Arbeit, löste seine wenigen Bewährungsproben aber bravourös und ließ nichts anbrennen.

Stefan Ilsanker … 9

Der Leipzig-Legionär war der Fels in der Brandung und lieferte eine tadellose Vorstellung ab. Dabei zeigte er sich nicht nur kompromisslos in Zweikämpfen und Kopfballduellen, sondern spielte auch gut hinten raus und war bei Standardsituationen ein ständiger Gefahrenherd in der Offensive. In dieser Form werden Dragovic oder Danso nur schwer an ihm vorbeikommen, noch dazu weil er für die Dreierkette wie geschaffen ist.

Sebastian Prödl … 8

Organisierte die Abwehr solide und lieferte vor allem in der ersten Halbzeit auch eine spielerisch starke Partie ab. Seine Sicherheit auf der Zentralachse gab Österreich große strukturelle Vorteile und wenn es nicht gerade in ein Laufduell, sondern in ein Mann-gegen-Mann-Duell geht, will man gegen den großgewachsenen Watford-Legionär ohnehin nicht gerne anlaufen müssen.

Martin Hinteregger … 8

Wie Ilsanker auf der anderen Halbposition zeigte auch Hinteregger eine sehr engagierte, dynamische und ballsichere Leistung. Ließ sich nie aus der Ruhe bringen, auch wenn er immer wieder hart attackiert wurde, wie etwa zwischendurch von Atalanta-Legionär Ilicic.

Stefan Lainer … 8

Was Lainer auf der rechten Außenbahn spielt, ist etwas ganz anderes, als man es in den letzten Jahren von Rechtsverteidigern wie Klein, Bauer oder auch Garics sah. Der Salzburger ist in seinen Aktionen etwas unsauberer, dafür aber auch viel direkter. Er nimmt offensive Fehlpässe, wie etwa bei manchen Rückraumzuspielen in Kauf, steigert damit aber die Chance auf entscheidende Pässe, wie vor Arnautovic‘ Treffer zum 2:0. Eine sehr willkommene Alternative in einer Zone, die lange Zeit als Problemposition galt.

Julian Baumgartlinger … 8

Auch der Kapitän zeigte sich von seiner besten Seite. Wie gewohnt kämpferisch in der Mittelfeldzentrale, teilweise hoch pressend und sehr aggressiv gegen den Ball. Einen Assist wie vor Arnautovic‘ zweitem Treffer sieht man vom Leverkusen-Legionär nicht gerade oft.

Alessandro Schöpf … 8

Sehr ballsicher, technisch auch in schwierigen Situationen und auf engen Räumen sauber. Zudem blieb Schöpf immer hungrig, versuchte direkt zu spielen, verschleppte das Spiel nicht. Auch er bewies, dass er auf neuer Position eine ernstzunehmende Alternative für die Startelf ist.

David Alaba … 8

Tolles Freistoßtor zum 1:0, große Harmonie mit Marko Arnautovic und in seiner Rolle als offensiver Linksverteidiger viel zielgerichteter und dynamischer als wenn er beim Nationalteam mittig spielt. Einzig seine kleinen Infights, wie zwischendurch mit Josip Ilicic, sollte er lassen und einen kühlen Kopf bewahren – andere Schiedsrichter reagieren womöglich empfindlicher.

Valentino Lazaro … 7

Spielte seine Schnelligkeit in manchen Situationen gut aus und versprühte auch da und dort Spielwitz. Gelegentlich brachte ihn seine phasenweise Positionsuntreue ein wenig aus dem Rhythmus, aber Lazaro ist für ein 3-4-3-System ein idealer Kandidat für sämtliche Positionen auf der rechten Seite oder einer Halbposition.

Marko Arnautovic … 10

Spielfreude pur und trotzdem nicht verspielt. Der West-Ham-Star blieb durchgehend fokussiert und zielgerichtet, machte bei seinen beiden Supertoren alles richtig und harmonierte gut mit seinen Mitspielern. Nahm anders als sonst kaum Tempo raus, sondern verarbeitete Bälle sehr schnell und schlichtweg wegen seiner enormen Qualität auch blitzsauber. In dieser Form ist er der uneingeschränkte Topmann im Nationalteam.

Guido Burgstaller … 4

Hing in der Luft und konnte keine Akzente setzen. Man hatte den Eindruck, dass er mit dem weitgehend sehr gepflegten Spiel seiner Kollegen nicht immer mitkam. Hatte als Angreifer aufgrund des größeren Halbpositionsfokus einen schweren Stand, wirkt aber vor diesem Mittelfeld ein wenig wie ein Fremdkörper. Hätte öfter leicht nach außen pendeln können.

Michael Gregoritsch … 5

Passend dazu: Gregoritsch wirkte in seinen knapp 25 Minuten als spielerisch besserer Angreifer etwas stärker ins Offensivspiel der Österreicher integriert und verzeichnete einen guten Abschluss. Gefühlsmäßig dürfte der Augsburg-Goalgetter auf der Neunerposition dauerhaft den besseren Stand haben.

Florian Kainz … 5

Konnte in ebenfalls etwa 25 Minuten nur wenige Akzente setzen und blieb eher blass. Gegen ihn spricht im Vergleich zu seinen Konkurrenten ein wenig die geringere Physis.

Florian Grillitsch … 8

Zwar kam der Hoffenheim-Legionär in eine gewonnene Partie und durfte nur knapp 20 Minuten mitwirken, aber bei jedem Ballkontakt konnte man beobachten, was er für ein sensationeller Kicker ist. Enorm ballsicher, komplett ruhig, auch in Stresssituationen. Mittlerweile eine absolute Alternative für die erste Elf.

Louis Schaub, Maximilian Wöber, Xaver Schlager … 0

Zu kurz eingesetzt

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen