Nach zwanzig Jahren gelingt Rapid wieder eine internationale Überwinterung. Als dies in der Europacupsaison 1995/96 zum letzten Mal gelang, zog man am Ende sogar... 20 Jahre später: Was wurde aus Rapids Europacuphelden?

Carsten Jancker_abseits.atNach zwanzig Jahren gelingt Rapid wieder eine internationale Überwinterung. Als dies in der Europacupsaison 1995/96 zum letzten Mal gelang, zog man am Ende sogar ins Finale ein. Heute blicken wir auf die erfolgreichen Akteure von damals zurück. Peter Guggi sorgte in der Saison davor mit seinem Goldtor im Finale gegen DSV Leoben für den letzten Cuptriumph und öffnete damit die Tür zum mittlerweile abgeschafften Cup der Cupsieger Bewerb. Die meisten Fans erinnern sich nur all zu gerne an diese glorreiche Saison, doch wie verliefen eigentlich die weiteren Karrieren der Europacuphelden, die mit dem dreißigsten nationalen Meistertitel zudem dafür sorgten, dass Rapid seit Sommer 1996 mit drei Sternen über dem Wappen auflaufen darf?

8. Mai 1996, Brüssel, Stade Roi Boudouin – Der österreichische Rekordmeister verlor soeben das Finale gegen den aufstrebenden Verein aus der französischen Hauptstadt Paris mit 0:1. Trotzdem wurden die Hütteldorfer von zigtausenden Fans gefeiert und ernteten in unvergleichlicher Weise Respekt und Anerkennung für eine herausragende Saison mit zahllosen Highlights.

Nach der Fixierung des dreißigsten Meistertitels ein Monat später und der ersten Teilnahme an der Champions League in der darauf folgenden Saison, erinnerte im Sommer 1997 wenig an den Kader mit dem man Sternstunden gegen Sporting Lissabon und Feyenoord Rotterdam erlebte.

Die Stützen der Hütteldorfer suchten nach neuen Herausforderungen und konnten aus reichlich vorhandenen attraktiven Angeboten wählen. Lediglich fünf der zwölf eingesetzten Finalspieler verlängerten ihren Vertrag über die Saison 1996/97 hinaus. Drei Spieler wechselten in die besten Ligen der Welt, während einer gar direkt zum Stadtrivalen nach Favoriten übersiedelte. Ein Spieler durfte nochmals ein Europacupfinale bestreiten und krönte sich mit seiner Mannschaft zum Champions League Sieger. Mit dem Karriereende von Peter Schöttel im Sommer 2002 verschwand endgültig der letzte verbliebene Europacupheld aus dem aktiven Kader der SK Rapid.

Michael Konsel – La Pantera

Der Torhüter führte die Wiener im Europacupfinale als Kapitän aufs Feld. Mit zahlreichen Glanzparaden war er eines der Aushängeschilder der Hütteldorfer und zudem der einzige Rapidspieler, der in beiden Europacupfinalendspielen zum Einsatz kam. Seine Leistungen wurden drei Mal in Folge mit der Auszeichnung zu Österreichs Tormann des Jahres belohnt. Nach der erstmaligen Champions League Teilnahme mit Rapid wechselte er im Sommer 1997 nach Italien zum AS Rom.

Gleich in seiner ersten Saison wurde er in Italien sofort wieder zum Tormann des Jahres gewählt und erhielt von den eigenen Fans den Spitznamen Pantera. Dabei stellte er sich unter Anderem den Angriffsbemühungen eines gewissen Ronaldos erfolgreich entgegen. In der Meisterschaft sollte es jeweils nur für Platz vier und fünf reichen.

Bei der Weltmeisterschaft 1998 hütete er in sämtlichen Vorrundenspielen das Tor der Österreicher, aber auch Konsel konnte das Ausscheiden und die Niederlage im letzten Spiel gegen Italien nicht verhindern. Nach einer schweren Operation kämpfte er sich er im Frühjahr 1999 ins Tor der Römer zurück und beendete nach einem einjährigen Gastspiel in Venedig nach der Saison 1999/2000 seine aktive Karriere. Bei seiner letzten Karrierestation sollte er noch eine Saison mit Bruno N’Gotty zusammenspielen. Jener Akteur, der wenige Jahre zuvor Konsel mit einem Freistoß aus großer Distanz bezwingen konnte und damit letztendlich den Sieg für Paris Saint Germain fixierte.

Der Panther blieb dem Fußballgeschäft treu, übernahm aber nie wieder eine offizielle Funktion bei einem Verein. Er kümmert er sich um seine Torhütercamps und veranstaltet mit seiner Firma unter anderem von ihm exklusiv betreute Fußballreisen nach Rom zu seinem ehemaligen Verein und gewährt exklusiven Einblick hinter die Kulissen. Des Weiteren ist er das Testimonial eines Wettanbieters und gern gesehener Gast in den Seitenblicken.

Michael Hatz – Der verlässliche Ersatzkapitän

Der Verteidiger verzichtete auf eine Teilnahme an der Königsklasse und wechselte nach dem Europacupfinale und dem Meistertitel nach Italien zu Reggiana, wo er 27 Spiele bestritt. Nach nur einer Saison heuerte Hatz beim Ligakonkurrenten Lecce an, kam dort allerdings nur zwei Mal zum Einsatz. Nach dem sportlich unbefriedigenden Auslandsaufenthalt kehrte er wieder an den Ort seiner größten Triumphe zurück und absolvierte drei weitere Saisonen für den Rekordmeister, für den er in dieser Zeit als Ersatzkapitän fungierte und die Mannschaft in Abwesenheit von Schöttel als Kapitän aufs Spielfeld führte.

Seine aktive Karriere sollte schließlich mit vier Spielzeiten und 106 Einsätzen im Jahr 2005 bei der Admira zu Ende gehen.

Nach seiner aktiven Karriere betreute er die Italienische Nationalmannschaft als „Fremdenführer“ bei der Europameisterschaft 2008 in seiner Heimat und kandidierte bei der niederösterreichischen Landtagswahl. Bis Sommer letzten Jahres leitete er als Marketingleiter des SKN St.Pölten dessen Geschicke.

Trifon Ivanov – Der grimmige Innenverteidiger

Der grimmige Innenverteidiger erlebte in seiner ereignisreichen Karriere, die ihn auch nach Sevilla oder Sofia führte, seine erfolgreichste Phase bei den Hütteldorfern. Seine Leistungen in der Champions League brachten ihm gar eine Nominierung für Europas Team des Jahres ein.

Nach einer von vielen Disziplinlosigkeiten warf ihn Trainer Dokupil trotz gültigen Vertrags im Sommer 1997 aus dem Kader, woraufhin der Bulgare beim Stadtrivalen anheuerte. Nach lediglich zehn Einsätzen, endete dieses Intermezzo jäh und nach einem weiteren unbedeutenden Zwischenstopp bei ZSKA Sofia spielte er ein paar Saisonen im Wiener Unterhaus und beendete schließlich seine Karriere im Sommer 2001 beim FAC.

Bei der Weltmeisterschaft 1998 konnte er mit seinen genialen Teamkollegen Stoitchkov und Balakov nicht an die Leistungen vier Jahre zuvor anschließen und schied bereits in der Vorrunde aus.

Danach machte der Bulgare als Unternehmer von sich reden. Mit Unterstützung des Eigentümers des damaligen Rapiddressensponsor Avanti wollte er kurzzeitig eine Bank eröffnen. Recht rasch stellte sich dieses Vorhaben allerdings als Fehler heraus und so kaufte er sich stattdessen ein Cafe in Sofia und mehrere Tankstellen in seiner Heimat.

Mit dem Fußballgeschäft hatte er recht schnell abgeschlossen. Nach seiner aktiven Zeit übernahm er im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen keine leitende Funktion.

Trifon Ivanov verstarb am 13.Februar dieses Jahres an einem Herzinfarkt.

Peter Schöttel – Der Rekordspieler

Die grün-weiße Vereinslegende blieb den Hütteldorfern seiner ganzen aktive Karriere über treu. Der Rekordspieler bestritt 524 Pflichtspiele für die Wiener, lediglich im Europacup musste er vor ein paar Saisonen die erste Position abgeben. Diese Ehre wurde seinem späteren Kapitänsnachfolger Steffen Hofmann zu teil.

Nach den erfolgreichen Europacupsaisonen spielte er noch bis Sommer 2002 für Rapid, Titel oder europäische Sternstunden erlebte er als Aktiver allerdings nicht mehr.

Ab 2003 füllte er die Funktion als Sportmanager bei seinem Herzensverein aus und durfte in der Saison 2004/05 den ersten Meisterteller am Spielfeldrand feiern.

Aufgrund anhaltender Kritik verließ er die Hütteldorfer 2006 nach zwanzig Jahren und übernahm für je eine Saison das Traineramt beim Wiener Sportklub und der Vienna. Nebenbei war er zudem gern gesehener Analytiker beim ORF und bei Sky.

Ende des Jahres 2009 stieg er schließlich wieder ins Bundesligageschäft ein und heuerte für eineinhalb Jahre in Wiener Neustadt an. Mit den Niederösterreicherin konnte er zwei Mal erfolgreich den Abstieg verhindern.

In der Folge kehrte er zu Rapid zurück und trainierte die Kampfmannschaft für zwei Jahre. In seiner ersten Saison führte er die Hütteldorfer zur Vizemeisterschaft und qualifizierte sich in der anschließenden Saison in denkwürdigen Duellen gegen Vojvodina Novi Sad und PAOK Saloniki für die Gruppenphase der Europa League.

Nach äußerst schlechten Leistungen im Frühjahr 2013, das im Cup-Aus gegen den Regionalligisten Pasching gipfelte, trennten sich im April die Wege Schöttels und Rapid.

2015 übernahm er die Verantwortung beim SV Grödig, mit dem er gute Momente hatte, allerdings den Abstieg in die zweite Leistungsklasse nicht abwenden konnte.

Peter Guggi – Der Superkleber im Mittelfeld

Der meist unauffällige aber solide Steirer erzielte nicht viele Tore für Rapid, aber wenn er traf, hatten sie eine unglaubliche Tragweite. Sein erfolgreicher Abschluss im Cupfinale sorgte für den bis heute letzten Cuptriumph der Hütteldorfer und ermöglichte somit erst den internationalen Höhenflug. In der Champions League Qualifikation erzielte er gegen Dynamo Kiew im Hinspiel das wichtige 2:0 in der Nachspielzeit und öffnete das später durchschrittene Tor zur Königsklasse entscheidend.

Nach dieser Glanzzeit in seiner Karriere wechselte er für eine Saison in die Südstadt, bevor er ein Kurzabenteuer in Schottland wagte. Für die Hibernians erzielte er allerdings in lediglich acht Einsätzen zwei Tore. Nach einer schweren Verletzung musste er seine Karriere 2003 in Österreichs zweithöchster Spielklasse beenden.

Peter Guggi zog sich komplett aus dem Fußballgeschäft zurück und arbeitet heute als erfolgreicher Autoverkäufer bei Volkswagen in seiner Heimatstadt.

Andreas Heraf – Der Flankenläufer

Der flinke Mittelfeldspieler mit der langen Mähne und dem großen Kämpferherz verbrachte fast seine gesamte weitere Karriere bei Rapid. Lediglich den Ausklang gönnte er sich in der Saison 2000 für ein Jahr beim FC Kärnten.

Das Sprachentalent absolvierte bereits während seiner aktiven Zeit die Ausbildung der UEFA A-Lizenz mit Auszeichnung und hielt somit schon als Spieler die Berechtigung, sämtliche Vereine zu trainieren, in den Händen. 2003 übernahm er für zwei Jahre das Traineramt in Österreichs zweiter Liga bei Austria Lustenau.

Danach folgten einige kurze Gastspiele in unteren Ligen, bevor er 2008 vom ÖFB unter Vertrag genommen wurde und seitdem mehrere Nachwuchsjahrgänge betreute. Im Juni 2015 führte er die U-20 Auswahl zur WM in Neuseeland. In der Gruppe mit Ghana, Argentinien und Panama konnte man sich durchsetzen, danach folgte allerdings der sehr enttäuschende Abschied gegen Usbekistan im Achtelfinale.

Aktuell coacht Heraf die U17-Nationalmannschaft, mit der er nach zwölf Partien einen Schnitt von zwei Punkten pro Spiel aufweist. Bei der derzeit laufenden Europameisterschaft ließ seine Mannschaft in der Gruppenphase Bosnien und die Ukraine hinter sich. Heute geht’s im Viertelfinale gegen Portugal.

Dietmar Kühbauer – Der Regisseur

Der eben so geniale wie temperamentvolle Mittelfeldmotor wechselte nach der Champions League Saison und auch aus privaten Gründen für drei Jahre nach Spanien zu Real Sociedad in die Primera Division. Vor allem in der ersten Saison konnte der begnadete Antreiber auch in einer der stärksten Ligen der Welt seine Qualitäten zum Vorschein bringen. Saison zwei und drei verliefen nicht ganz nach Wunsch und somit verabschiedete er sich nach 56 Einsätzen und zwei Toren Richtung Deutschland.

Beim Werksklub in Wolfsburg erlebte er einen ebenso rasanten Aufstieg wie Fall. Anfangs wurde ihm sogar die Ehre zu Teil, den Bundesligisten als Kapitän aufs Spielfeld zu führen. Nach schlechteren Leistungen und der damit einhergehenden Degradierung und dem Verlust des Stammplatzes wechselte er nach zwei Jahren wieder nach Österreich.

Der SV Mattersburg sollte seine letzte Profistation werden und sofort im ersten Jahr führte er die Burgenländer in die Bundesliga. Sechs Jahre lang dirigierte er ein weiteres grün-weißes Mittelfeld und spielte zeitweise mit einem Sturmtank aus Hütteldorfer Zeiten zusammen.

Sofort nach Ende der aktiven Karriere trat er seinen ersten Trainerposten bei den Amateuren der Admira an. Nach zwei Jahren wurde er zum Cheftrainer der Kampfmannschaft befördert und schaffte mit den Südstädtern den sofortigen Aufstieg in seiner ersten Saison als Cheftrainer 2011. Die erfolgreiche Zeit bei der Admira krönte er in der Folgesaison mit dem dritten Platz in der Abschlusstabelle und dem damit verbundenen gelösten Europacupticket.

Trotz des am letzten Spieltag fixierten Verbleibs in der Bundesliga, trennten sich die Wege von Kühbauer und der Admira wenig später einvernehmlich.

Im Herbst 2013 übernahm er das Traineramt beim Wolfsberger AC und führte damit auch den zweiten von ihm betreuten Verein innerhalb kürzester Zeit in den Europacup. Im November des Vorjahres wurde Kühbauer beim WAC durch Heimo Pfeifenberger ersetzt.

Peter Stöger – Die wieselflinke Wandervogel

Der akribische und ehrgeizige ehemalige Mittelfeldspieler ging konsequent seinen Weg. Zwar hielt er es weder als Spieler noch als Trainer abgesehen von sechs Jahren bei der Wiener Austria lange bei einem Verein aus, allerdings reicht ein Blick auf seine Erfolge, um eventuelle Kritiker verstummen zu lassen.

Nachdem er Rapid im Sommer 1997 verließ, unterschrieb er bis zu seinem Karriereende noch vier Verträge und spielte je zwei Saisonen für den betreffenden Verein. Mit Ausnahme des LASK. Hier packte ihn die Wanderlust bereits nach einer Saison.

Im Finish der Saison 2004/05 ersetzte er gemeinsam mit Frenkie Schinkels das bisherige Trainerduo der Wiener Austria und verzeichnete ausgerechnet gegen Rapid seinen ersten Titel als Trainer. Der frischgebackene Meister musste sich den Violetten im Cupfinale mit 1:3 geschlagen geben.

In weiterer Konsequenz zog sich Stöger von der Trainerbank wieder zurück und lenkte die violetten Geschicke als Sportdirektor. In der Saison 2005/06 konnte das Double erobert werden.

Nach enttäuschenden Leistungen und dem zwischenzeitlich letzten Platz wurde Stöger im Herbst 2006 beurlaubt. In der Folge wechselte er in die Regionalliga. Zuerst zur Vienna, die er als Trainer wieder in die zweite Liga führte, nur um kurz darauf gleich wieder eine Liga nach unten zu machen. Nach nur einem Jahr beim GAK folgte er abermals dem Ruf aus der Bundesliga und übernahm das Traineramt in Wiener Neustadt. 2012 wechselte er – abermals nach einem Jahr- zu seiner erfolgreichsten Wirkungsstätte zurück. Die Wiener Austria bemühte sich um die Dienste von Stöger und wurde auf Anhieb mit dem Punkterekord und dem überlegenem Gewinn der Meisterschaft belohnt.

Mit diesem Erfolg weckte er das Interesse einiger europäischer Klubs und somit verzichtete er auf die Chance, mit der Wiener Austria in die Champions League einzuziehen und entschied sich für einen Wechsel in die zweite deutsche Liga zum Traditionsklub 1.FC Köln.

Auch in Deutschland konnte er seine beeindruckende Titelserie fortsetzen und führte die Geißböcke bereits in der ersten Saison als Meister in die Bundesliga.

In seiner ersten Bundesligasaison schaffte er den Klassenerhalt mit den Kölnern recht souverän – heuer wird Stöger mit dem „Effzeh“ schlechtestenfalls Zehnter werden.

Stephan Marasek – Der unscheinbare Antreiber im Mittelfeld

Der Mödlinger folgte unmittelbar nach dem Gewinn der Meisterschaft früher als die meisten anderen Spieler dem Ruf des Auslands. Im Falle des Mittelfeldspielers buhlte der SC Freiburg 1996 um seine Dienste. Allerdings verlief sein einziges Engagement in der Fremde enttäuschend und so kehrte er bereits ein Jahr später nach lediglich acht Einsätzen in die Alpenrepublik zurück. Diese Mal sicherte sich der FC Tirol die Dienste des Blondschopfs und es sollten fünf äußerst erfolgreiche Jahre folgen. Ab der Saison 1999/2000 durfte er sich mit seinen Mannschaftskollegen drei Mal in Folge über den Gewinn der Meisterschaft freuen. Ließ er in Wien die Chance auf die Champions League ungenützt verstreichen, probierte er es in Tirol zwei Mal, scheiterte mit seinem Team aber jeweils bereits im Sommer.

Stephan Marasek und ein weiteres Mitglied der berüchtigten Rapid-Daltons sind die einzigen beiden Spieler, die nach ihrer äußert erfolgreichen Zeit bei Rapid mehr Spiele für einen anderen Bundesligisten absolvierten.

Zum Abschluss seiner titelreichen Karriere schlüpfte er – unter Anderem wegen des Konkursantrags der Innsbrucker – für elf Saisonspiele in das violett-weiße Dress der Austria aus Salzburg, bevor er im Sommer 2003 seine Fußballschuhe endgültig an den Nagel hing.

Nach seiner aktiven Karriere ist der gebürtige Ostösterreicher in Tirol heimisch geworden und trainierte in der Folge die längste Zeit regionale Unterhausklubs. Im Frühjahr 2015 übernahm er als sportlicher Leiter die Geschicke des Regionalligisten und früheren Bundesligaklubs FC Kufstein.

Maraseks Sohn Lukas ist im Sommer 2014 im Übrigen vom Nachwuchs des FC Wacker nach Wien-Hütteldorf zu den Amateuren von Rapid übersiedelt.

Zoran Barisic – Der Freistoßspezialist

Der aktuelle Cheftrainer des SK Rapid stand als einziger der hier genannten Spieler nicht in der Startformation des Finalspiels und wurde zur Pause anstelle von Christian Stumpf eingewechselt. Allerdings war er maßgeblich für den Erfolg in der ersten Europacuprunde gegen Petrolul Ploiesti beteiligt. Im Heimspiel steuerte er zwei Treffer zum schlussendlichen 3:1-Endstand bei.

Anders als sein guter Freund aus Rapid-Zeiten Marasek, ließ sich Barisic die Chance auf die Königsklasse nicht entgehen. Er wechselte erst im Sommer 1997 für ein kurzes Gastspiel zum FC Linz. Im Anschluss sollten sich die Wege von Marasek und Barisic wieder kreuzen, „Zoki“ unterschrieb zur gleichen Zeit in Tirol und durfte seinerseits ebenfalls drei Meistertitel bejubeln. Nach der Auflösung der Innsbrucker wechselte der begnadete Freistoßschütze für zwei Saisonen zur Admira und ließ seine aktive Karriere 2004 in der Regionalliga Ost beim SC Eisenstadt ausklingen.

Bereits ein Jahr nach Beendigung seiner aktiven Karriere wurde er von Peter Schöttel als Co-Trainer von Peter Pacult bei Rapid verpflichtet. Damit einhergehend folgte 2007/08 der erste Meistertitel als Betreuer.

Nach Unstimmigkeiten mit dem Cheftrainer, zog er sich 2009 von der Kampfmannschaft zurück und übernahm die Trainingsarbeit bei den Amateuren. Unterbrochen von einer kurzen Phase, in der er interimistisch die Kampfmannschaft betreute, allerdings nicht mehr das Ruder herumreißen konnte und einen internationalen Startplatz verpasste, war er bis 2013 für die Amateure verantwortlich.

Im selben Jahr folgte er schließlich Peter Schöttel als Cheftrainer der Hütteldorfer nach und konnte in seinen drei zur Gänze absolvierten Saisonen jeweils den Vizemeistertitel einfahren, einmal europäisch überwintern. Unter seiner Regie qualifizierte sich Rapid bereits am vierten Spieltag für die K.O.-Runde der Europa League.

Christian Stumpf – Der Büffel

Der gebürtige Linzer erzielte für Rapid 28 Tore in 78 Meisterschaftseinsätzen. Der Strafraumstürmer hatte maßgeblichen Anteil an Rapids Triumphzug durch Europa, erzielte er im Cup der Cupsieger Bewerb doch vier Tore in neun Begegnungen. Gegen Sporting Lissabon erzwang er in der Nachspielzeit mit einem Kopfballtor eine Verlängerung und egalisierte in einer unglaublich dramatischen Partie die 0:2-Auswärtsniederlage von Lissabon. In der Verlängerung sorgten er und sein Sturmpartner für zwei weitere Tore und verlängerten damit den grün-weißen Europacuptraum. In weiterer Folge konnte er sich auch gegen Dynamo Moskau und Feyenoord Rotterdam in die Torschützenliste eintragen. Vor allem das Tor gegen die Russen blieb in Erinnerung, als expliziter Strafraumstürmer schnappte er sich im Auswärtsspiel den Ball in der eigenen Hälfte und tanzte kurz darauf im Alleingang die komplette Defensive des Gegners aus.

In der Champions League Qualifikation erzielte er das frühe 1:0 gegen Dynamo Kiew und in der Gruppenphase war sein Tor maßgeblich für den ersten Punktgewinn gegen Fenerbahce Istanbul mitverantwortlich.

1998 wechselte er nach Deutschland zum Karlsruher SC, konnte allerdings bei weitem nicht an die Erfolge aus Wien anschließen. Es folgten einige Klubwechsel in den ersten drei österreichischen Leistungsklassen, bevor er mit Ende Saison 2005 seine Karriere bei St. Magdalena in der Landesliga ausklingen ließ.

Ab 2006 fungierte er als Co-Trainer beim LASK, wobei den Linzern 2007 der Aufstieg in die Bundesliga gelang.

2009 wechselte er zu Union Edelweiß Linz und trainiert seit dieser Zeit den aktuell fünftklassigen Landesligisten.

Carsten Jancker – Air Jancker

Kaum jemand kannte den deutschen Hünen als er im Sommer 1995 bei Rapid unterschrieb. Er sollte der einzige Spieler sein, der nur diese eine Saison für die Hütteldorfer bestritt, allerdings kann sich seine Ausbeute sehen lassen.

Sein unbändiger Einsatz und Wille führte zu dem ein oder anderem tiefen Cut, was einen dicken Turban für die restliche Spieldauer unerlässlich machte. Gegen Dynamo Moskau bekam er wieder einmal früh im Spiel einen Verband verpasst, in der Folge erzielte er zwei Tore und holte einen Elfer heraus. Der Deutsche schoss Rapid damit fast im Alleingang ins Halbfinale gegen Feyenoord Rotterdam. Die Niederländer hatten dem Rekordsmeister gerade einmal im Hinspiel etwas entgegen zu setzen, Jancker sorgte für den 1:1-Endstand. Im Rückspiel im Wiener Prater zeigte der Rekordmeister seine vielleicht beste Saisonleistung und schoss die Rotterdamer mit 3:0 aus dem Happeloval. Der Endstand war bereits nach 34 Minuten hergestellt, Jancker eröffnete den Torreigen nach wenigen Minuten – wobei er bereits wieder in Minute zwei einen Tritt gegen den Kopf wegstecken musste –  und nach einem Tor seines Sturmpartners Stumpf, sorgte der Sturmtank mit einem sehenswerten Seitfallzieher für den Endstand.

Nach dem fixierten Meistertitel folgte er dem Ruf aus der Heimat und wechselte zu Bayern München, wo er vier Meisterschaften gewinnen konnte. 1999 Teil des legendären Champions League Finalspiels gegen Manchester, wo man innerhalb kürzester Zeit den Titel verpasste, konnte er seine Karriere 2001 mit dem Titel in der Königsklasse krönen.

Mit der Nationalmannschaft stand er zudem im Finale der Weltmeisterschaft 2002. Im selben Jahr wechselte er nach Udine und nach einer kurzen Rückkehr nach Deutschland zum 1. FC Kaiserslautern für wenige Spiele in die chinesische Super League.

Seine Karriere ließ er beim SV Mattersburg ausklingen und traf damit für eine kurze Zeit noch einmal auf seinen Mittelfeldregisseur aus vergangenen Rapid-Zeiten. Nach drei Jahren und 21 Toren für die Burgenländer, beendete er seine aktive Karriere.

Erste Erfahrungen auf der Betreuerbank sammelte er unmittelbar im Anschluss an seine Spielerlaufbahn und übernahm gleichzeitig die Betreuung der U-14 Mannschaften von Mattersburg und Neusiedl am See

Nach seiner Rückkehr zu Rapid kümmerte er sich als Spartentrainer um die Stürmer. Seit 2013 agiert er an der Seite von Zoran Barisic als Co-Trainer der Hütteldorfer und steht vor allem den Stürmern weiterhin tatkräftig zur Seite.

Daniel Walter, abseits.at

Daniel Walter

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.