In diesem Format berichten wir über die Geschehnisse rund um die 32 WM-Teilnehmer. Dieses Mal mit dem Protest der Serben gegen Schiedsrichter Felix Brych,... Serbien und der Wirbel um Schiri und Doppeladler

In diesem Format berichten wir über die Geschehnisse rund um die 32 WM-Teilnehmer. Dieses Mal mit dem Protest der Serben gegen Schiedsrichter Felix Brych, dem rassistischen Shitstorm gegen Schwedens Jimmy Durmaz, Ermittlungen gegen die Schweizer Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri sowie einem möglichen Rücktritt von Mo Salah aus der ägyptischen Nationalmannschaft.

Wütende Serben

Der serbische Verband hat bei der FIFA nach der 1:2-Niederlage gegen die Schweiz nun offiziell Beschwerde gegen den deutschen Schiedsrichter Felix Brych eingelegt. Grund ist vor allem eine Szene aus der 66. Minute der Begegnung am vergangenen Freitag, als zwei Schweizer Spieler Serbiens Aleksandar Mitrovic im Strafraum umrissen, Brych aber statt Elfmeter zu geben auf Stürmerfoul entschied. „Zahlreiche Berichte der Weltmedien und besonders die Videoaufnahmen aller umstrittenen Situationen im Laufe des Spiels belegen Tatsache, dass wir in diesem Match schweren Schaden erlitten haben“, heißt es in der Beschwerde des Verbandes. Eine serbische Boulevardzeitung sprach gar von einem „brutalen Diebstahl“ seitens Brych. Noch ärger im Ton vergriffen hatte sich nach dem Spiel Serbiens Trainer Mladen Krstajic. „Ich würde ihn nach Den Haag schicken, damit man ihm den Prozess macht, so wie man uns den Prozess gemacht hat“, sagte dieser nach Angaben des nationalen Fußballverbandes (FSS) am Samstag vor serbischen Journalisten. Die FIFA hat gegen Krstajic daraufhin ein Disziplinarverfahren eröffnet.

Ermittlungen gegen Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Stephan Lichtsteiner

Das Spiel zwischen Serbien und der Schweiz wird die FIFA wohl noch länger beschäftigen. Denn neben Kristajic wird auch gegen die Schweizer Spieler Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und Kapitän Stephan Lichtsteiner ermittelt. Grund ist der „Doppeladler-Jubel“ nach den zwei Treffern der Schweiz. Xhaka und Shaqiri haben kosovarische Wurzeln und formten nach ihren Treffern mit den Händen den doppelköpfigen Adler, der die Flagge Albaniens ziert. Serbien erkennt den Kosovo nach wie vor nicht als eigenständiges Land an, was den vieldiskutierten Jubelgesten eine politische Dimension gibt. Lichtsteiner hatte sich beim Feiern der Schweizer Tore solidarisch mit Shaqiri und Xhaka gezeigt und mit den Fingern ebenfalls den Doppeladler geformt. Gegenüber der Schweizer Nachrichtenagentur SDA sagte der Schweizer Verbandspräsident Peter Gilliéron am Sonntag: „Lichtsteiner hat super reagiert. Von ihm ging ein wichtiges und spontanes Zeichen betreffend Solidarität im Team aus. Unser Captain handelte absolut richtig.“

Schwedischer Verband erstattet Anzeige wegen rassistischer Beleidigungen

Es ist eine Sache, einen Spieler aufgrund einer sportlichen Fehlleistung zu kritisieren. Kommt bei der Kritik aber eine persönliche, oder gar rassistische Note hinzu, hört der Spaß auf. Das hat sich auch der schwedische Verband gedacht und erstattet nun Anzeige bei der Polizei wegen den wüsten Beschimpfungen gegen Nationalspieler Jimmy Durmaz. Der hatte nach seinem Foul in letzter Minute im Gruppenspiel gegen Deutschland zahlreiche Drohungen und teils rassistische Beleidigungen erhalten. „Wir dulden es nicht, dass ein Spieler Bedrohungen und Verletzungen ausgesetzt ist“, sagte der Generalsekretär des schwedischen Verbandes Hakan Sjöstrand. Auch die gesamte schwedische Mannschaft sowie Trainer – und Betreuerstab solidarisierte sich mit Durmaz – per deutlichem Statement.

Mohamed Salah hegt angeblich Rücktrittsgedanken

Laut dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN hegte Mohamed Salah Gedanken, aus der ägyptischen Nationalmannschaft zurückzutreten. Dies hat aber keine sportlichen Ursachen. Angeblich miesfiel dem Superstar der Nordafrikaner seine politische Instrumentalisierung durch den tschetschenischen Republikchef Ramsan Kadyrow. Ägypten hatte als einziger WM-Teilnehmer sein Teamquartier im früheren Kriegsgebiet im Nordkaukasus bezogen. Kadyrow ließ sich mehrere Male medienwirksam mit Salah ablichten und ernannte ihn auch zum Ehrenbürger. Der ägyptische Verband dementierte jedoch umgehend.