Dieser Tage ist es soweit, die UEFA Champions League öffnet wieder ihre Pforten, nach langwierigen Qualifikationsrunden stehen nun jene 32 Mannschaften fest, die sich... Champions League Vorschau – Teil 1: Die Gruppen A bis D

Dieser Tage ist es soweit, die UEFA Champions League öffnet wieder ihre Pforten, nach langwierigen Qualifikationsrunden stehen nun jene 32 Mannschaften fest, die sich um den höchsten Titel im europäischen Klubfußball duellieren werden. Abseits.at wirft einen Blick auf die acht Gruppen und versucht zu analysieren, wer die besten Chancen auf ein Weiterkommen hat. Heute die Gruppen A bis D.

Gruppe A
Bayern München
Villarreal
Manchester City
SSC Napoli

Diese vermeintliche Todesgruppe bezieht ihren besonderen Reiz vor allem daraus, dass sie sich aus vier Mannschaften zusammensetzt, die auch aus den besten vier Nationen der UEFA Fünfjahreswertung stammen. Dies ist deshalb möglich, weil Napoli in den letzten Jahren international kaum präsent war und auch Manchester City bisher nur mäßig erfolgreich in der Europa League tätig war und die beiden Mannschaften daher aus den Töpfen 3 und 4 gelost wurden.

Vielleicht ist der Begriff „Todesgruppe“ ein zu strapazierter Begriff, aber ganz objektiv dürfte es sich bei dieser Gruppe um jene handeln, bei der es am schwierigsten vorherzusagen ist, wer am Ende welchen Platz belegen wird, zumal ganz unterschiedliche Fußballphilosophien aufeinander treffen.

Zum einen der FC Bayern, der laut Präsident Uli Hoeneß beim Endspiel im eigenen Stadion „unbedingt dabei sein muss“, jedoch ungemein auf die Fitness der Außenbahnspieler Robben und Ribéry angewiesen ist. Sollten diese wieder einmal vom Verletzungsteufel heimgesucht werden, könnte es bereits ein frühes und jähes Ende geben.

Die spielfreudigen Spanier von Villarreal werden aufgrund des nicht so klingenden Namens mancherorts noch immer unterschätzt, doch sprechen die Erfolge der letzten Jahre eine deutliche Sprache, so musste man sich in der Vorsaison erst dem späteren Europa League Gewinner Porto im Semifinale geschlagen geben. Vor allem der Sturm um Giuseppe Rossi und Nilmar kann jeder Defensivreihe schwere Probleme bereiten.

Rein von den kadertechnischen Möglichkeiten ist Manchester City zumindest zum erweiterten Favoritenkreis auf den Titelgewinn zu zählen, die prominentesten Sommerneuzugänge sind wohl Kun Agüero von Atlético Madrid und Samir Nasri von Arsenal.

Und zu guter letzt komplettiert der ebenso begeisterungsfähige wie auch launische SSC Napoli die Gruppe, dem vermutlich zumindest Fußballromantiker die Daumen halten werden. Zudem darf man auf die Stimmung im Stadio San Paolo gespannt sein, ist doch zum ersten Mal seit langer Zeit wieder die große internationale Fußballwelt zu Gast in Kampanien.

Gruppe B
Inter Mailand
CSKA Moskau
OSC Lille
Trabzonspor

Das erneuerte Inter von Coach Gian Piero Gasperini scheint auf den ersten Blick als haushoher Favorit, doch wird abzuwarten sein, inwiefern der Titelträger von 2010 dieser Rolle auch gerecht werden kann, hatte man in den letzten Jahren doch immer wieder gröbere Probleme die Gruppenphase zu meistern. Auch der Umstand, dass Neo-Stürmer Diego Forlán aufgrund eines Einsatzes für Atlético in der Europa League heuer nicht mehr auflaufen darf, wird die Sache gewiss nicht erleichtern.

CSKA Moskau machte bereits in der Saison 2007/08 mit Inter Bekanntschaft, verlor jedoch beide Spiele mit 1:2 und 2:4. In der laufenden russischen Saison belegt der Hauptstadtclub nach zwei Dritteln punktegleich mit Zenit St. Petersburg den ersten Platz, mitverantwortlich dafür zeichnet der Ivorer Seydou Doumbia mit 13 Toren. Inwiefern die Verletzung von Keisuke Honda für die Truppe von Leonid Slutski zum Stolperstein werden könnte, bleibt abzuwarten. Da es seit heuer in Russland keine Sommerzeit mehr gibt, werden die Heimspiele dort bereits um 18:00 mitteleuropäischer Zeit und somit eine halbe Stunde früher als bisher angepfiffen.

Lille konnte sich in der vergangenen Saison zum ersten Mal seit 57 Jahren den französischen Meistertitel sichern und machte in den letzten Tage der Transferzeit mit der Verpflichtung von Joe Cole von sich reden. Besonderes Augenmerk wird man auch auf das belgische Supertalent Eden Hazard richten müssen, das seinen Vertrag erst im vergangenen Winter bis 2015 verlängerte. Im Gegensatz zur bisher einzigen Champions League Teilnahme muss Lille in kein fremdes Stadion ausweichen, da das Stadium Métropole mittlerweile den Anforderungen der UEFA entspricht.

Trabzonspor ist eigentlich schon in der Qualifikation an Benfica gescheitert, aufgrund des Ausschlusses von Meister Fenerbahçe kommt man nun dennoch in den erstmaligen Genuss einer Gruppenphase. Die Türken können in dieser Staffel zwar nominell als Außenseiter bezeichnet werden, doch gerade mit dem fanatischen Publikum im Rücken sollte ihnen mehr als Bursaspor im Vorjahr zuzutrauen sein, das eine bessere Schiessbudenfigur abgab.

Gruppe C
Manchester United
Benfica Lissabon
FC Basel
Oțelul Galați

In Staffel C sollte Vorjahresfinalist Manchester United wie in den letzten Jahren keine allzu großen Probleme haben, sollte nichts Unvorhergesehenes geschehen, ist der Kader nominell doch erheblich stärker als jener der drei Mitkonkurrenten. Nach dem Karriereende der Legenden Paul Scholes und Edwin van der Sar sollte diese Gruppe eine gute Möglichkeit bieten, sich auch auf internationalem Niveau wieder zu einzuspielen.

Favorit auf den zweiten Platz ist Benfica, das sich im Playoff gegen Twente Enschede durchsetzen konnte, was finanziell von großer Bedeutung war und Geld für Neuzugänge in die Kassen spülte. Davon stehen auch nicht weniger als 18 im aktuellen Kader, was durchaus zu Lasten der Eingespieltheit gehen könnte. Mit Axel Witsel, der neu von Standard gekommen ist, zeichnete einer der Zuzüge auch gleich mitverantwortlich für die Qualifikation, traf er gegen Twente doch zweifach.

Für den FC Basel könnte die aktuelle Verletzungsserie zum Problem werden, denn so fallen mit Chipperfield, Stocker, Yapi und Abraham derzeit mehrere wichtige Spieler aus. Nicht nur deswegen ist ein Einzug des Schweizer Meisters ins Achtelfinale als eher unwahrscheinlich zu bezeichnen, denn auch die aktuell schlechte Form in der Liga (Platz 7) lässt nicht unbedingt darauf schließen, dass man United und Benfica fordern kann.

Die große Unbekannte dieser Gruppe ist Oțelul Galați, das sich völlig überraschend erstmals zum rumänischen Meister küren konnte. Die vorwiegend aus einheimischen Spielern bestehende Truppe von Coach Dorinel Munteanu rechnet sich insgeheim wohl Chancen auf Platz drei aus und sollte nicht unterschätzt werden, denn so verlor Basel in der vergangenen Saison bereits beim rumänischen Meister in Cluj. Da das eigene Stadion nicht den UEFA-Kriterien entspricht, muss Otelul in die brandneue Nationalarena nach Bukarest ausweichen, wo auch das Finale der Europa League stattfinden wird.

Gruppe D
Real Madrid
Olympique Lyon
Ajax Amsterdam
Dinamo Zagreb

In dieser Gruppe läuft Real Madrid alten Bekannten über den Weg, denn so gehört das alljährliche Zusammentreffen mit Lyon schon nahezu zum Champions League Inventar und auch Ajax Amsterdam hatte man in der Vorsaison in der Gruppe zum Gegner. Obwohl Lyon als Reals Angstgegner bezeichnet werden kann (im Achtelfinale des Vorjahres konnten sich die Madrilenen allerdings endlich durchsetzen), muss die Mannschaft von José Mourinho nicht zuletzt wegen des vorliegenden Spielermaterials mit der klaren Favoritenrolle leben.

Lyon geht nach den drei eher erfolglosen letzten Jahren unter Claude Puel mit Rémi Garde als neuen starken Mann in die Saison. Er soll den einstigen Serienmeister wieder an die nationale Spitze führen und zudem auch das Achtelfinale der Champions League erreichen, ein Scheitern in der Gruppenphase wäre nichts anderes als eine herbe Enttäuschung.

Ajax Amsterdam kann wohl als erster Anwärter auf jenen Platz bezeichnet werden, der zur Teilnahme am Sechzehntelfinale der Europa League berechtigt. Geht es nach der Papierform, sollte man Real und Lyon unterlegen sein, Dinamo Zagreb jedoch in Schach halten können. Allerdings gilt es zu bedenken, dass man 2007 in der Qualifikation zum UEFA Cup den Kroaten, die sich ihrerseits sicherlich auch Hoffnungen auf ein erstes internationales Überwintern seit einigen Jahrzehnten machen, nach Verlängerung unterlegen ist,

Die letzte Teilnahme an der Königsklasse ist für Kroatiens Vorzeigeclub schon sage und schreibe elf Jahre her, dennoch wird man aufgrund des guten Spielermaterials mit Akteuren wie Sammir oder Milan Badelj wohl für die eine oder andere kleinere Überraschung sorgen können. Dass es zu mehr reicht scheint eher unwahrscheinlich, denn die Umstellung von der schwachen heimischen Liga auf den internationalen Bewerb ist eine große.

In den nächsten Tagen findet ihr auf abseits.at auch die Vorschau auf die Gruppen E bis H!

OoK_PS, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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