In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 24. Spieltag 2013/14 (Teil 2) – Martin Harnik mit Tor und Assist gegen Eintracht Braunschweig

Martin Harnik - VfB StuttgartIn dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir uns im ersten Teil die Leistungen von Sebastian Prödl und Zlatko Junuzovic ansahen, wollen wir uns nun den restlichen ÖFB-Legionären widmen.

VfB Stuttgart – Eintracht Braunschweig   2:2

Nach acht Niederlagen in Folge remisierte der VfB Stuttgart gegen das Tabellenschlusslicht aus Braunschweig, wobei sich das Unentschieden gewiss wie eine Niederlage anfühlte. VfB-Coach Thomas Schneider wurde nach der Partie entlassen, Huub Stevens soll nun die Schwaben vor dem drohenden Abstieg bewahren. Es ist auffallend, dass die Stuttgarter immer wieder eine Führung aus der Hand geben. In dieser Saison lag der VfB in 14 Spielen vorne, konnte sich aber nur fünf Mal über drei Punkte freuen.

Martin Harnik war noch der beste VfB-Akteur und hatte seine Füße bei beiden Treffern im Spiel. In der 30. Minute legte er den 1:1-Ausgleich durch Alexandru Maxim mustergültig per Kopf vor. Fünf Minuten später gelang ihm dann selbst ein sehenswerter Treffer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung. In der 52. Minute holte der österreichische Nationalspieler außerdem einen Elfmeter heraus, den sein Mannschaftskollege Christian Gentner jedoch verschoss. Harnik bereitete ansonsten noch zwei weitere Torschüsse seiner Mannschaftskollegen vor und schlug zwei Flanken. Er verlor zwar dreimal nach einer Einzelaktion den Ball, hatte aber auch einige gute Szenen, in denen er den Ball gut abschirmte und behaupten konnte. In dieser körperbetonten Partie wurde er immer wieder in zahlreiche Zweikämpfe verstrickt – insgesamt gewann er 16 seiner 39 Duelle (41%), was für seine hohe Spielposition noch in Ordnung ist. Er kam auf 49 Ballkontakte und spielte 33 Pässe, von denen 61 Prozent bei seinen Mannschaftskollegen ankamen. Der kicker gab dem Österreicher die Note 2,5, sportal.de bewertete ihn mit einer glatten 2.

VfL Wolfsburg – FC Bayern München   1:6

Der FC Bayern München gewann gegen den VfL Wolfsburg das 16. Meisterschaftsspiel in Folge und stellte damit in der Bundesliga einen neuen Rekord auf. In 24 Bundesligapartien erzielten die Münchner bereits 72 Treffer, womit ebenfalls eine neue Bestmarke erreicht wurde. Dabei hielt Wolfsburg lange Zeit die Partie offen und erstarrte gegen den vermeintlich unschlagbaren Gegner keineswegs in Ehrfurcht. Erst nach einer Stunde startete der Rekordmeister eine fulminante Schlussoffensive und erzielte in den letzten 30 Minuten fünf Treffer. Dabei machten sich die Einwechslungen Guardiolas bezahlt, der mit Thiago Alcántara, Mario Mandzukic und Javi Martinez die richtigen Joker brachte, die der Partie eine neue Richtung verliehen.

David Alaba zeigte zuletzt beim 5:1-Heimsieg gegen den FC Schalke 04 eine seiner besten Leistungen im Bayern-Dress. Gegen den VfL Wolfsburg konnte er nicht an diese Performance anschließen und nahm sich gerade in der Offensive stark zurück. Insgesamt bereitete er gerade einmal einen Torschuss vor, ansonsten hatte er keine nennenswerten Offensivaktionen. Er schoss kein einziges Mal aufs gegnerische Tor und schlug keine einzige Flanke. Beim Gegentreffer durch Naldo sah er zudem nicht besonders gut aus, allerdings trägt er an dem Tor nicht die alleinige Schuld, da er dem Torschützen nicht zugewiesen war und die Ordnung in der Defensive der Bayern zuvor verloren ging. Ansonsten machte er in der Defensive keine folgeschweren Fehler, auch wenn er sich nicht so zweikampfstark wie gewohnt präsentierte und nur 7 seiner 19 Duelle für sich entschied (36,8%). Alaba kam auf 64 Ballkontakte und spielte 49 Pässe, von denen 90% bei seinen Mitspielern landeten. Er lief 11,22 Kilometer und kam mannschaftsintern auf die meisten Sprints (42) und die meisten intensiven Läufe (91). Der kicker bewertete ihn mit der Note 3, sportal.de gab ihm nur eine 4, wobei diese Bewertung von den Lesern in den Kommentaren kritisiert wurde, da er zwar nicht wie gewohnt glänzen konnte, allerdings sicher kein schlechtes Spiel absolvierte.

SC Freiburg – Borussia Dortmund   0:1

Der SC Freiburg zeigte im Aufeinandertreffen gegen Borussia Dortmund viel Herz, wurde aber letztendlich nicht für die kämpferische Leistung belohnt, da der Dortmunder Sebastian Kehl in der 58. Minute den einzigen Treffer der Partie erzielte. Damit sind die Freiburger nun schon seit sechs Spielen sieglos und holten nur 2 von möglichen 18 Zählern aus diesen Partien. In den kommenden Wochen treffen die Breisgauer auf direkte Konkurrenten im Kampf um den Abstieg, denn es stehen die Spiele gegen Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, den Hamburger SV, Nürnberg, Stuttgart und Eintracht Braunschweig am Programm.

Trainer Christian Streich setzte zur allgemeinen Überraschung auf den österreichischen Neuzugang Philipp Zulechner, der bis zur 70. Minute neben Admir Mehmedi im Sturm spielte. Der ÖFB-Legionär gab mit vier Schüssen die meisten Schussversuche seiner Mannschaft ab, wobei Dortmund-Goalie Roman Weidenfeller kein einziges Mal eingreifen musste. Auch Zulechners Mannschaftskollegen machten es in dieser Hinsicht nicht besser, denn alle zehn Schussversuche der Heimmannschaft verfehlten das gegnerische Tor. In der 43. Minute stand Zulechner im Mittelpunkt, da er am Rande des gegnerischen Strafraums durchbrach und von Sokratis gefoult wurde. Der Grieche war eigentlich der letzte Mann, sah aber nur die gelbe Karte, da sich Zulechner den Ball zu weit vorlegte und so keine klare Torchance verhindert wurde. Eine knappe Entscheidung, die Freiburg-Coach Christian Streich dazu veranlasste nach der Partie eine Wutrede gegen die Schiedsrichter loszulassen. Zulechner stellte sich in den Dienst seiner Mannschaft, arbeitete sehr viel gegen den Ball und gewann insbesondere in der ersten Halbzeit viele Zweikämpfe. Während der ersten 45 Minuten wurde er vom Sky-Reporter einige Male gelobt, da er einerseits Zuspiele immer schnell direkt weiterverarbeitete, andererseits weil er in den ersten 45 Minuten mehr als die Hälfte seiner Duelle für sich entschied, was für einen Stürmer eine starke Leistung ist. In der zweiten Halbzeit musste er wahrscheinlich auch dem hohen Tempo etwas Tribut zollen, sodass es am Ende nur noch für eine Bilanz von 40,7% gewonnen Duellen reichte, was aber auch kein schlechter Wert für einen Angreifer ist. Zulechner kann trotz der Niederlage auf ein recht gelungenes Debüt zurückblicken. Der kicker bewertete ihn mit der Note 4, sportal.de gab ihm eine 3,5.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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