Ein kurzer Ausblick auf darauf, wie die Rückrunde der österreichischen Legionäre, und deren Vereine laufen, könnte. Im ersten Teil schauen wir uns unsere Legionäre... Deutsche Bundesliga: Vorschau auf die Rückrunde der Österreicher

Ein kurzer Ausblick auf darauf, wie die Rückrunde der österreichischen Legionäre, und deren Vereine laufen, könnte. Im ersten Teil schauen wir uns unsere Legionäre beim FC Bayern München, Schalke 04 und RB Leipzig genauer an!

FC Bayern München: Es ist kein großes Geheimnis: Der FC Bayern wird auch in dieser Saison deutscher Meister werden. Punkt. Zur Winterpause betrug der Vorsprung des Rekordmeisters bereits elf Punkte auf den ersten „Verfolger“ Schalke 04. Wobei die Mannschaft von Jupp Heynckes sicher keinen Zauberfußball zeigt. Aufgrund der schwächelnden Konkurrenz wird aber auch eine durchschnittliche Performance reichen, um den sechsten Titel in Folge einzufahren.

Mit „durchschnittlich“ sind auch die Leistungen der Münchner in den letzten Spielen kurz vor Ende der Rückrunde passend beschrieben: Gegen Eintracht Frankfurt, den 1. FC Köln sowie dem VfB Stuttgart gab es jeweils „nur“ einen 1:0 – Erfolg. In Frankfurt hatten die Bayern am Ende der Partie sogar weniger Ballbesitz als der Gegner, was in den Jahren zuvor eigentlich nie vorkam. Im letzten Spiel des Jahres gegen Dortmund im DFB-Pokal dominierte man zwar die erste Hälfte, konnte dies aber nicht über 90 Minuten durchziehen. Am Ende stand trotzdem ein 2:1-Heimsieg und der Einzug ins Viertelfinale des Pokals.

Trotz der Revitalisierung unter Heynckes, der nach nur wenigen Spielen Carlo Ancelotti ablöste, wirkt es so, als wäre die Mannschaft über ihren Zenit hinaus. Arjen Robben und Franck Ribery gehen dem Ende ihrer Karriere entgegen. Vor der Saison hatten sich bereits Philipp Lahm und Xabi Alonso in die Rente verabschiedet – ein Aderlass der vor allem im Bezug auf die hierarchische Struktur der Mannschaft schwer wog.

In der näheren Zukunft wird ein Umbruch also unvermeidlich werden. Zu den neuen Führungsfiguren soll dann auch irgendwann einmal David Alaba gehören. Nach einer Formdelle in der letzten Saison, läuft es heuer wieder etwas besser für den Linksverteidiger – wobei noch einiges an Luft nach oben ist. In München hofft man, dass er bald wieder zu alter Stärke findet – und auch offensiv wieder vermehrt zu einem Faktor wird; denn mitunter wirkte sein Spiel in der gegnerischen Hälfte – vor allem seine oft inflationären Flanken – doch mitunter recht fahrig.

 

FC Schalke 04: Nachdem die Gelsenkirchener in der letzten Saison den europäische Wettbewerb verpassten, steht man zum Ende der Hinrunde auf Platz zwei. Dieser Aufschwung hat dabei viel mit dem neuen Trainer Domenico Tedesco zu tun, der der Mannschaft wieder neues Selbstvertrauen eingeimpft zu haben scheint; siehe das 4:4 bei Borussia Dortmund nach einem 0:4-Halbzeitrückstand.

Tedesco hat das Spiel der Schalker deutlich stabilisiert, wobei sich nach Startproblemen auch das Ballbesitzspiel zuletzt stark verbessert zeigte – auch wenn man mit durchschnittlich 50 Prozent Ballbesitz in dieser Statistik „nur“ auf dem siebten Platz rangiert. Vielversprechende Ansätze sind jedenfalls da.

Was aber im Bezug auf den FC Schalke nicht unerwähnt bleiben darf: die Mannschaft agierte teils am absoluten Leistungsmaximum. Ob die Tiefe und Klasse des Kaders ausreicht, um am Ende der Saison unter den ersten Vier der Tabelle zu stehen, dahinter steht noch ein dickes Fragezeichen.

Ein solches dürfte nach der Hinrunde hinter der Personalie Guido Burgstaller eigentlich nicht stehen. Der Kärntner überzeugte auch in seiner ersten Hinrunde im Schalke-Dress mit sieben Toren und drei Vorlagen – beides jeweils Topwerte innerhalb der eigenen Mannschaft. Dennoch wird sich Burgstaller zur Rückrunde nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen können – was bei ihm sowieso nicht vorgekommen wäre -, da Schalke mit Cedric Teuchert einen neuen Konkurrenten im Sturm verpflichtet hat. Teuchert wechselt von Burgstallers Ex-Klub, dem 1. FC Nürnberg, nach Gelsenkirchen.

Über die Hinserie von Alessandro Schöpf kann nicht seriös geurteilt werden, da er verletzungsbedingt bislang nur einmal von Beginn an zum Einsatz kam. Falls er in der Rückrunde fit bleiben sollte, wird er aber sicherlich ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft sein.

RB Leipzig: Trotz eines eher schwachen Ausklang der Hinrunde – Leipzig gewann keines seiner letzten vier Spiele -, liegt die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl aktuell voll im Soll. In der Bundesliga steht man zwar „nur“ auf Rang fünf, das aber punktgleich mit den Plätzen drei und vier. Auch auf den Tabellenzweiten Schalke hat Leipzig nur zwei Punkte Rückstand. Und dass, obwohl die Mannschaft zum ersten Mal mit der Belastung eines Auftritts in der Champions League zu Recht kommen musste.

Dennoch: die Hinrunde hat sichtbar Kraft gekostet, schleppte sich das Team doch mehr oder weniger mit den letzten Reserven über die Ziellinie. Letztjährige Leistungsträger, wie Emil Forsberg und Naby Keita, konnten dabei aber zum Teil nicht an das bereits Gezeigte anknüpfen. Auch ein Punkt, warum die Mannschaft nicht immer überzeugen konnte. Zudem offenbarten sich erste Risse im vormals so harmonisch wirkenden Verhältnis zwischen Trainer Hasenhüttl und dem sportlichen Mastermind Ralf Rangnick. Letzterer warf seinem Coach vor, nicht über einen Plan B zu verfügen.

Zwar predigte man – vor allem Rangnick – vor dieser Saison Geduld mit der jungen Mannschaft und der neuen, ungewohnten Situation haben zu wollen, ein notorischer Ehrgeizling wie Rangnick, wird sich trotz aller Beteuerungen aber wohl nicht mit einem Europa-League-Platz zufrieden geben. Eben dort wartet nach dem Aus in der Königklasse mit dem SSC Neapel ein harter Brocken auf RB. Die Doppelbelastung könnte also schnell vorüber sein – und damit steigen auch die Chancen auf eine neuerliche Platzierung unter den ersten Vier.

Ein Grund, warum es zuletzt nicht mehr so lief bei Leipzig, könnte auch das Fehlen von Marcel Sabitzer sein. Mit seiner Dynamik und seinem Spielverständnis hält er die Offensive von RB zusammen und ist mittlerweile zu einem echten Führungsspieler avanciert. Eine Verletzung zwang Sabitzer aber zuletzt zum zusehen. Zum Auftakt der Rückrunde dürfte er aber wieder fit sein, was seinen Trainer und die Mannschaftskollegen freuen dürfte.

Stefan Ilsanker hingegen spielte eine solide Hinrunde, ohne wirklich ein entscheidender Faktor zu sein. Gerade aber wegen seiner Vielseitigkeit in der Defensive, dürfte er auch in der Rückrunde auf seine Einsätze kommen. Als echten Stammspieler kann er sich aber nicht bezeichnen. Dies gilt umso mehr für Neuzugang Konrad Laimer, der offensichtlich langsam an das Niveau der Bundesliga herangeführt werden soll. Ein echter Faktor im Spiel der Leipziger war er bislang jedenfalls nicht. Falls alle im Kader von RB fit bleiben, dürfte sich daran auch in der Rückrunde nichts ändern. Wobei: Ein Leistungssprung ist ihm von seinem Potenzial her durchaus zuzutrauen.

Ral, abseits.at