Der 28-jährige Wiener Peter Michorl ist mittlerweile getrost als LASK-Legende zu bezeichnen. Allerdings hat der zentrale Mittelfeldspieler unter dem neuen Trainer Thomas Sageder einen... LASK-Ikone Michorl nicht für EL-Kader nominiert: „Eine Riesensauerei!“

Der 28-jährige Wiener Peter Michorl ist mittlerweile getrost als LASK-Legende zu bezeichnen. Allerdings hat der zentrale Mittelfeldspieler unter dem neuen Trainer Thomas Sageder einen schweren Stand. Für die UEFA Europa League wurde Michorl nun nicht einmal nominiert.

Seit mittlerweile neun Jahren spielt Michorl für den LASK. 2017 war er beim Bundesligaaufstieg dabei, 2017/18 präsentierte er sich in der Bundesliga sogar noch stärker als in „Liga zwa“, erzielte neun Bundesligatore in seiner Debütsaison im Oberhaus. Insgesamt stand der langjährige Austria-Nachwuchsspieler in 343 Spielen für die Linzer auf dem Platz, war für 40 Tore und 90 Assists verantwortlich. Seit vier Wochen spielte er aber nicht mehr für die Kampfmannschaft der Linzer – am 1. September „musste“ er sogar in der zweiten Mannschaft ran, wo er beim 5:1-Sieg über Allerheiligen in der Regionalliga Mitte einen Treffer beisteuerte.

LASK verwehrt seiner Ikone die Liverpool-Highlights

Nun wurde der vereinstreue Linksfuß nicht einmal in den Kader für die UEFA Europa League Gruppenphase einberufen. Damit wird der Klublegende unter anderem ein Heimspiel im neuen Stadion gegen den FC Liverpool – wohl eines der größten LASK-Erlebnisse der jüngeren Vergangenheit – verwehrt. Das große Spiel steigt bereits in acht Tagen, zum Auftakt der Gruppenphase. Vom Auswärtsspiel an der Anfield Road am 30. November ganz zu schweigen…

Fans über Nichtnominierung schockiert

Die Fans zeigten sich über Michorls Nichtnominierung schockiert und beklagen, wie mit verdienten Spielern umgegangen wird. So meint etwa User stone_islander im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum: „Über die Leistungen von Michorl in letzter Zeit kann man generell diskutieren, aber zu schwach für einen 25-Mann-EL-Kader ist er sicherlich nicht. Und meiner Meinung nach ist diese Nichtnominierung der Vereinsikone des LASK nach Regionalligazeiten eine Riesensauerei. Ich weiß im Profisport ist kein Platz für Sentimentalität, aber auch wenn die Wege sich in nächster Zeit gezwungenermaßen trennen werden, hat sich ein Peter Michorl eventuelle fünf Minuten in Anfield weitaus mehr verdient als ein Ljubic, Balic, Usor oder sonstige Ergänzungsspieler.“

Ein anderer User schreibt: „Einem wohlverdienten Spieler so ein Erlebnis zu nehmen ist schon harter Tobak!“, mit „DEN wohlverdientesten Spieler jetzt die Europa League mit Liverpool wegzunehmen, ist schon ganz großes Kino“ schlägt ein anderer User in dieselbe Kerbe. Andere User hoffen darauf, dass Michorl die Europa-League-Spiele im Fanblock verbringen wird.

Teilweise Verständnis…

Andere User zeigen ein bisschen Verständnis für die Entscheidung und versuchen sie mit Michorls schwacher Form zu argumentieren. So schreibt etwa der User Fortissimus: „Wäre natürlich sehr schade wenn Michorl nicht im Kader steht. Wobei es sportlich sicherlich begründbar ist. Ich stelle es mir halt andersrum auch schwierig vor, wenn man einem Neuzugang sagt „Du hast ja echt super Anlagen und zeigst tolle Leistungen im Training, aber wir haben da noch den Michorl, unseren verdientesten aktiven Spieler und den würden wir gerne mit fünf Minuten gegen Liverpool belohnen. Deshalb kannst du leider nicht dabei sein.“

…aber hauptsächlich Wut auf die Verantwortlichen

Das Gros der Fans ist jedoch massiv konsterniert und die Unruhen zwischen den LASK-Fans und der Klubführung bzw. den Verantwortlichen im Allgemeinen werden dadurch nicht geglättet werden. Neben zahlreichen direkten Beschimpfungen der Verantwortlichen liest man derzeit auch solche Posts wie von User casual1908: „Eine Riesenschweinerei, mehr gibts dazu nicht zu sagen! Ob dieser Mist nun auf Sageder, Vujanovic, Gruber oder auf alle drei wächst, spielt für mich keine Rolle. Der wenig wertschätzende Umgang mit langjährig verdienten Mitarbeitern, egal ob im Backoffice oder am Platz, ist die einzige Konstante in der Firma LASK und führt den Leitspruch „gemeinsamsindwirLASK“ völlig ad absurdum. Und sollte es tatsächlich ein Trainerentscheid gewesen sein, dann kann ich als Vereinspräsident ein Machtwort sprechen und den Michorl auf Grund seiner Verdienste in den Kader reklamieren, die Bestellung von Druckerpatronen landen auch auf seinem Tisch. Mit Balic, Ljubic und Bello hätten sich schon einige gefunden bei denen einen Nichtnominierung leicht gefallen wäre.“

Der Athletiker schreibt dazu: „Die ganze Thematik löst man wieder LASK like. Wenn man sich schon von Michorl trennen will, hätte man das halbwegs gesichtswahrend hinbringen können, weil der Vertrag eh im Sommer 24 ausläuft. So bringt man da wieder nur unnötig eine gewisse Aufregung rein“.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen