Wie ist die derzeitige sportliche Lage in Italiens höchster Fußball-Liga? Welche Mannschaften spielen um den Meistertitel, wer muss um den Abstieg fürchten? Welche Teams... Alles beim Alten? Ein Blick auf die Serie A

Juventus Turin - Wappen mit Farben_abseits.atWie ist die derzeitige sportliche Lage in Italiens höchster Fußball-Liga? Welche Mannschaften spielen um den Meistertitel, wer muss um den Abstieg fürchten? Welche Teams überraschten bisher positiv, wer blieb unter den Erwartungen zurück?

Wie schlagen sich die Top-Teams?

In der italienischen Serie A bleibt auch in dieser Saison scheinbar alles beim Alten. Serienmeister Juventus Turin liegt mit vier Punkten Vorsprung auf den SSC Neapel auf dem ersten Tabellenplatz. Große Spannung wird wohl nicht mehr aufkommen, zeigen sich die Verfolger der „Alten Dame“ in ihren Leistungen doch zu instabil. Auch eine 1:2-Niederlage im „Derby d`Italia“ gegen Inter Mailand brachte den Abstand auf den Rest der Liga nur temporär zum Schmelzen. Zudem beginnt sich 94 Millionen Euro Neuzugang Gonzalo Higuain so langsam warm zu schießen. Der Argentinier liegt mit bereits sechs Toren in vier Spielen erneut an der Spitze der Torjägerliste, gemeinsam mit Carlos Bacca (AC Milan) und Mauro Icardi (Inter). Auch die weiteren Neuzugänge, wie Dani Alves oder Miralem Pjanic haben sich bisher gut eingefunden. Als bisher stärkster Akteur präsentiert sich aber Alex Sandro. Der als linker Außenverteidiger oder Mittelfeldspieler einsetzbare Brasilianer stand als einziger Juve-Spieler in jeder Minute auf dem Platz, gab zwei Assists, hat eine Passquote von 85 Prozent und liefert im Schnitt fast drei Schlüsselpässe. Er ist defensiv, wie offensiv ein Garant dafür, dass Juve den zweitbesten Angriff, sowie die beste Abwehr der Serie A stellt.

Der SSC Neapel ist derzeit sozusagen der „Best of the Rest“. Der Mannschaft von Maurizio Sarri gelingt es vor allem auswärts nicht, Konstanz in ihre Leistung zu bringen. Bei der 0:1 – Niederlage in Bergamo war ein Neapel an einem typischen schlechten Tag zu sehen: Trotz fast 70 Prozent Ballbesitz, gelang es nur insgesamt drei Torschüsse herauszuspielen. Auch in der Zweikampfführung zeigte sich das Team zeitweise fast lethargisch. Generell bereitet das Abwehrverhalten etwas sorgen, so lässt die Defensive pro Spiel beispielsweise neun Schüsse des Gegners zu. Juventus zum Vergleich nur knapp sieben. Im Angriff hat man den Abgang von Higuain durch den Transfer von Arkadiusz Milik einigermaßen kompensieren können. Der Pole traf bereits viermal in dieser Saison. Ebenfalls sehr gut eingefügt hat sich sein Landsmann Piotr Zielinski.

Die beiden Mannschaften aus Mailand nehmen derzeit eine eher gegensätzliche Entwicklung. AC Milan steht, das muss man mittlerweile sagen, etwas überraschend auf Platz drei der Serie A. Da zu Saisonbeginn die großen Transfers ausblieben, setzt Milan mittlerweile auf die Jugend. Herausragend hier natürlich der erst 17-Jährige Keeper Gianluigi Donnarumma, der bereits jetzt zu den besten Torhütern der Serie A gehört, obwohl schon zehn Gegentore zu Buche stehen. Da die Defensive aber im Schnitt fast 16 Schüsse pro Spiel zulässt, stände der AC Milan ohne Donnarumma wohl wesentlich schlechter da. Ebenfalls im Auge behalten sollte man die Entwicklung von Innenverteidiger Alessio Romagnoli (21 Jahre), Mittelfeldspieler Manuel Locatelli (18 Jahre) oder Verteidiger Davide Calabria (19 Jahre).

Inter hingegen gehört auf Tabellenplatz 9 eher zu den Enttäuschungen der laufenden Saison. Trotz des Sieges gegen Juventus, gelingt es den Nerazzurri bisher nicht, konstant zu Punkten. Vor allem die Offensive bereitet mit ihrer Abhängigkeit von Superstar Mauro Icardi Sorgen. Der Argentinier erzielte mit sechs Treffern zwei Drittel der Saisontore von Inter. Der Fairness halber hinzugefügt werden muss aber, dass, bis auf das enteilte Juve, die vorderen Plätze eng beieinander liegen. So hat Inter mit 11 Punkten nur drei Zähler Rückstand auf den Tabellenzweiten Napoli. Besonders positiv dürften die gezeigten Leistungen unter dem neuen Trainer Frank de Boer die Fans aber nicht stimmen.

Die Teams aus der Hauptstadt, AS und Lazio Rom, liegen derzeit punktgleich auf Platz 5 (Lazio) und 6 (AS). Lazio setzt dabei auf eine junge Mannschaft, um Superstar Felipe Anderson und Torjäger Ciro Immobile. Richtig gelesen: seit seiner Rückkehr in die heimische Serie A zählt der Italiener, der immerhin schon vier Saisontore erzielte, wieder in diese Kategorie. Das Team präsentiert sich zwar in puncto Balleroberung sehr clever und diszipliniert, zu oft schleichen sich jedoch noch individuelle Fehler ein. In der Offensive gelingt es viele Chancen herauszuspielen, bei deren Nutzung man auch effizient agiert.

Erzrivalin Roma dagegen feuert bis dato aus allen Rohren. Die Offensive ist die torgefährlichste der Serie A mit 16 Saisontoren. Zudem geben die Giallorossi im Schnitt über 20 Schüsse pro Partie ab und spielen sich die meisten Chancen heraus. Dafür agiert der Angriff um Edin Dzeko, Mohamed Salah und Diego Perotti  fast schon ein wenig fahrlässig im Umgang mit den zahlreichen Chancen. Die Roma ist zudem gleichzeitig die zweikampfstärkste, sowie fairste Mannschaft in Italiens Beletage.

Die Überraschungsmannschaften

Nach zuletzt drei Siegen aus vier Spielen steht Aufsteiger Cagliari Calcio mit zehn Punkten im Mittelfeld der Tabelle. Diese durchaus überraschend hohe Platzierung, liegt vor allem in den vier Saisontoren von Altstar Marco Borriello begründet. Der 34-Jährige ist zwar naturgemäß nicht mehr der Schnellste, dafür weiterhin eiskalt vor dem Tor. Das Team setzt eher typisch für einen Aufsteiger auf lange Bälle, viele Zweikämpfe und Standardsituationen.

Chievo Verona gelang es sogar, die letzten vier Spiele in Folge zu gewinnen. Damit liegt das Team auf Platz 4, noch vor den beiden Mannschaften aus Rom oder Inter. Verona ist eine klassische Kontermannschaft, die aus einer stabilen Defensive heraus agiert. Bisher auffälligster Spieler mit 2 Toren und 2 Vorlagen ist der argentinische  offensive Mittelfeldspieler Lucas Castro.

Der Abstiegskampf

Aufsteiger FC Crotone wirkte auf diesem Niveau im bisherigen Saisonverlauf überfordert. Mit sechs Niederlagen aus sieben Spielen und nur einem Punkt liegt die Mannschaft aus Kalabrien abgeschlagen auf dem letzten Platz der Tabelle. Auch der FC Empoli droht mit vier Punkten langsam etwas den Anschluss zu verlieren, während sich davor ein enges Feld von sieben Mannschaften gebildet hat, die nur bis zu drei Punkte auseinander liegen. Unter dieser Gruppe befinden sich derzeit noch so illustre Namen, wie der AC Florenz, Sampdoria Genua oder Udinese Calcio. Auch der dritte Aufsteiger mit dem klingenden, fast lautmalerischen Namen Delfino Pescara liegt nur knapp über dem berüchtigten Strich. Florenz hat im Gegensatz zu dem Rest aber noch ein Spiel weniger und könnte bei einem Sieg die unteren Regionen verlassen, wäre gleichzeitig sogar wieder in Reichweite der internationalen Plätze.

Die Fiorentina verfügt zwar im Schnitt sogar über mehr Ballbesitz als Tabellenführer Juventus und steht in Sachen Passquote sogar unter den Top 3 der Serie A, spielt sich dabei aber nur sehr wenige Chancen heraus und schießt nur 3,5 Mal pro Spiel auf das gegnerische Tor. Diese Statistiken schlagen sich in den aktuell nur 6 Saisontoren der Fiorentina nieder. Bester Torjäger ist der Senegalese Khouma Babacar, der für seine 2 Saisontore bemerkenswerterweise nur 133 Minuten Einsatzzeit brauchte.

Ral, abseits.at

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