Im Herbst 2015 spielte der SK Rapid im Rahmen der Europa-League-Gruppenphase gegen Villarreal und verkaufte sich dabei gut. Zu Hause gab es einen 2:1-Sieg,... Villarreal und das Problem der ausgeglichenen Primera División

Im Herbst 2015 spielte der SK Rapid im Rahmen der Europa-League-Gruppenphase gegen Villarreal und verkaufte sich dabei gut. Zu Hause gab es einen 2:1-Sieg, auswärts eine 0:1-Niederlage. Seitdem hat sich bei beiden Teams vieles geändert.

Als Rapid am 17.September 2015 Villarreal im Ernst-Happel-Stadion empfing, starteten mit Christopher Dibon, Maximilian Hofmann und Stefan Schwab nur drei Spieler, die auch heute noch bei Rapid unter Vertrag stehen. Mit Schobesberger und Auer wurden zwei weitere eingewechselt, Strebinger und Alar verblieben auf der Bank. Rapid besiegte die Spanier dank eines Doppelschlags nach der Pause durch Schwab und Steffen Hofmanns Elfertor mit 2:1. Der Trainer hieß damals noch Zoran Barisic.

Schmerzliche Niederlage in El Madrigal

Bei Villarreal starteten vier Spieler, die auch heute noch beim Klub sind: Neben Torhüter Barbosa waren dies die Innenverteidiger Ruiz und Bonera, sowie der routinierte Sechser Bruno Soriano. Im Auswärtsspiel in El Madrigal kämpfte Rapid fleißig, hatte aber Pech: Dibon verletzte sich schon in den Anfangsminuten schwer und fiel monatelang aus, eine Stunde später erwischte es auch noch Jan Novota.

Gelbes U-Boot stabilisierte sich

Villarreal setzte sich seitdem weiter in der spanischen Spitzengruppe fest, wurde noch stabiler. In der damaligen Saison 2015/16 holte das Submarino Amarillo sogar den vierten Platz, packte aber das Champions-League-Playoff gegen Monaco nicht. In den darauffolgenden beiden Saisonen wurde Villarreal jeweils Fünfter.

Einmal Halbfinale, zweimal Sechzehntel-Finale

In Villarreals letzter „Rapid-Saison“ schied das Team erst im Halbfinale der Europa League aus: Nach der Gruppenphase – die Rapid als Erster abschloss – besiegte Villarreal den SSC Napoli, Bayer Leverkusen und Sparta Prag. Erst in der Runde der letzten Vier war gegen Liverpool Endstation. Obwohl das Heimspiel mit 1:0 gewonnen wurde, reichte es nicht für den Finaleinzug. Auswärts in Anfield setzte es ein 0:3.

In den nächsten beiden Saisonen scheiterte Villarreal jeweils im Sechzehntelfinale der Europa League: Jeweils klar und deutlich gegen die AS Roma und Olympique Lyon. In der laufenden Europacupsaison läuft’s noch nicht nach Plan: Gegen die Rangers gab es zu Hause nur ein 2:2, bei Spartak Moskau kam man über ein 3:3 nicht hinaus.

Enge Ligasituation bereitet Sorgen

Die Vorzeichen vor dem Aufeinandertreffen mit Rapid am Donnerstagabend sind aufgrund der Situation in der Liga andere als damals. Während Villarreal 2015 befreiter aufspielen konnte, bereitet die aktuell enorm enge Primera División Trainer Javier Calleja Sorgen. Nach neun Partien liegt Villarreal neun Punkte hinter Tabellenführer Barcelona. Das wäre soweit nichts Verwunderliches, stünde Villarreal mit den neun erreichten Punkten nicht auf Platz 16. Die Abstiegsränge sind nur einen Punkt entfernt und auch wenn am vergangenen Wochenende mit einem 1:1 gegen Atlético Madrid ein Achtungserfolg gelang, sind der verbleibende Oktober und der gesamte November enorm wichtig für die Spanier.

Nach Rapid kommen die Real-Töter

Nach dem Heimspiel gegen Rapid geht es mit einem Auswärtsspiel bei Alavés und einem Heimspiel gegen Levante weiter. Beide Teams sind aktuell in blendender Verfassung, beide besiegten in den vergangenen beiden Runden das kriselnde Real Madrid, Levante sogar im Bernabeu. Teams dieses Formats werden auch jene sein, an denen sich Villarreal heuer orientieren muss, weshalb eine Rotation gegen Rapid nicht unmöglich scheint. Danach stehen das Auswärtsspiel gegen Rapid und die Pflichtaufgaben gegen Rayo Vallecano und Betis Sevilla an. Der November wird mit dem Auswärtsspiel bei den Rangers abgeschlossen – und Anfang Dezember geht’s auswärts zum FC Barcelona. Auch Real Madrid wartet noch vor Weihnachten.

Liga aktuell für Villarreal wichtiger

Für Trainer Javier Calleja ist die Situation demnach keine einfache. Einerseits ist die prestigeträchtige Europa League sicher nicht zu vernachlässigen, andererseits darf man sich kein weiteres Abrutschen in der Liga erlauben. Die kommenden Gegner sind harte Brocken und auch wenn Villarreal Rapid nicht auf die leichte Schulter nehmen wird, darf man davon ausgehen, dass die Spiele gegen Alavés und Levante doch um ein Eckhaus ernster genommen werden. Überhaupt wenn sich Staff und Team das Auswärtsspiel Rapids in Hartberg zur Videoanalyse vornahmen…

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen