Neues aus der Investorenwelt der deutschen Bundesliga. Wir sehen uns an womit Dietmar Hopp, Martin Kind und Klaus-Michael Kühne zu kämpfen haben. Dietmar Hopp... Die Großkopferten: Von Schmähungen, Übernahmeversuchen und Konfrontationskursen

Neues aus der Investorenwelt der deutschen Bundesliga. Wir sehen uns an womit Dietmar Hopp, Martin Kind und Klaus-Michael Kühne zu kämpfen haben.

Dietmar Hopp ist offensichtlich ein sensibler Mensch. Der Mäzen der TSG Hoffenheim nimmt sich die steten Anfeindungen bei den Auswärtsspielen sehr zu Herzen. Fast schon legendär ist seine Replik auf die in der Vergangenheit von den Kurven der Republik immer gern präsentierten Banner mit der Aufschrift „Dietmar Hopp – Sohn einer Hure“. Sein fast schon entwaffnender Konter darauf: „Meine Mutter ist eine ehrbare Frau!“.

Natürlich müssen diese Anfeindungen nicht sein. Persönliche Beleidigungen sind selten zielführend und die TSG wird dadurch auch nicht verschwinden. Jedoch würde Hopp in diesem Punkt etwas Gelassenheit – schon für sein persönliches Seelenheil, denn auch die Schmähungen werden so schnell nicht verschwinden – gut tun. Denn wie haben viele von uns schon im Kindergarten gelernt: Je mehr Aufmerksamkeit man den „Bullys“ dieser Welt schenkt, desto bestärkter fühlen sich diese in ihrem Verhalten. Doch Hopp will offenbar einen anderen Weg wählen. Sein Anwalt Christoph Schickhardt erhob neulich die Forderung, dass Spiele erst gar nicht angepfiffen werden sollen, wenn Banner und Sprüche beleidigender Art zu sehen oder hören sind. Die Erfolgsaussichten dafür sind – eher schlecht.

Ein wenig verschlechtert haben sich auch die Erfolgsaussichten von Martin Kind in naher Zukunft Alleinherrscher bei Hannover 96 zu werden. Und nun wird es etwas kompliziert. Wie der Spiegel berichtete, muss Kind für sein Vorhaben 51 Prozent der Anteile der Management GmbH erwerben. Über den Wert dieser Anteile hat sich Kind ein Gutachten erstellen lassen. Das Ergebnis: 12.750 Euro. Relativ wenig für ein Unternehmen wie Hannover 96 mit einem Jahresumsatz von ca. 100 Millionen Euro. Der Großteil des Aussichtsrats stimmte dieser Summe und damit dem Verkauf zu. Doch einer der Gegner von Kinds Übernahmeplänen, Ralf Nestler, ließ alles noch einmal von einer unabhängigen Gutachterfirma prüfen. Dabei kam heraus: Der eigentliche Wert der Anteile beläuft sich auf 10 bis 30 Millionen. Damit steht der Vorwurf der Untreue im Raum. Und noch etwas könnte Kinds Pläne gefährden: Bei seinem Übernahmeversuch stützt er sich auf eine Sonderregelung des DFB, die besagt: Wer sich 20 Jahre und mehr im Umfang eines Hauptsponsors finanziell in einem Verein engagiert, ist berechtigt, die 50+1-Regelung zu umgehen. Doch rechnet man die Zahlungen des aktuellen Sponsors hoch, dringt Kinds Engagement angeblich nicht mal ansatzweise in diese Dimensionen vor. Der DFB schweigt bislang noch beharrlich zu den Vorgängen in Hannover.

Schweigen hätte sich auch der Hamburger SV in vielen Fällen von seinem Investor Klaus-Michael Kühne gewünscht. Immer wieder brachte der Milliardär in jüngerer Vergangenheit Unruhe in den Verein. Sei es damit, dass er der sportlichen Führung um Heribert Bruchhagen und Jens Todt öffentlich die nötigen Kompetenzen absprach oder etwa Spieler beleidigte. Die Fans wollen diesen dauernörgelnden alten Mann sowieso schon lange loswerden. Das Problem dabei: Ohne die regelmäßigen Finanzspritzen des Unternehmers würde es beim HSV finanziell noch düsterer aussehen. Ja, sogar die Bundesligazugehörigkeit geriete akut in Gefahr. Doch mittlerweile geht man in Hamburg auf Konfrontationskurs zu seinem Gönner. Denn Kühnes Statthalter im Aufsichtsrat des HSVs, Karl Gernandt, soll nun seinen Platz im Gremium räumen. Kühne reagierte auf den Affront mit einem Schreiben, welches durchaus als Erpressungsversuch gewertet werden kann. Der grobe Inhalt: Falls Gernandt gehen muss, stellt Kühne seine Zuwendungen ein. Ausgang bislang offen.

Ral, abseits.at

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