Nachdem Damir Canadi als Rapid-Trainer vorgestellt wurde, wird nun am Trainerteam gebastelt. Carsten Jancker muss Rapid verlassen, auch der umstrittene Raimund Hedl hat... Djuricin, Payer und Bernhard: Rapids neues Trainerteam nimmt Formen an
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Wappen Rapid Wien am Trainingsplatz_abseits.atNachdem Damir Canadi als Rapid-Trainer vorgestellt wurde, wird nun am Trainerteam gebastelt. Carsten Jancker muss Rapid verlassen, auch der umstrittene Raimund Hedl hat in Hütteldorf keine Zukunft. Stattdessen stehen nun Spartentrainer vor der Tür, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Djuricin coacht Canadi aus

21.September 2016: Der ASK Ebreichsdorf erwischt Altach im Cup eiskalt, führt nach 28 Minuten mit 3:0 und spielt das Ergebnis souverän nach Hause. Der Trainer des Regionalligisten, Goran Djuricin, hat Damir Canadi ausgecoacht – was zuletzt nicht vielen Trainern gelang. In Zukunft werden die beiden kroatisch-stämmigen Wiener zusammenarbeiten.

Spektakuläre Spielweise in Ebreichsdorf

2015 war Goran Djuricin mit dem ASK Ebreichsdorf in die Regionalliga Ost aufgestiegen. Schon in der ersten Saison holte er mit dem Aufsteiger fast 1,5 Punkte im Schnitt und führte das Team auf den fünften Endrang. In der laufenden Saison stehen die Niederösterreicher auf dem vierten Platz der Ostliga und stehen für Spektakel. Nicht nur im Cup, wo man erst in der Verlängerung in Unterzahl mit 4:5 gegen die Austria verlor, sondern auch in der Liga. Ritzing wurde beim 3:5 ein heißer Kampf geliefert, auswärts in Parndorf gab es einen 4:2-Sieg, Klatschen gab’s nur gegen die Vienna (0:4) und die Admira Amateure (1:6).

Cheftrainer im Amateurbereich, Co von Heraf beim Team

Goran Djuricin durchlief eine typische Trainerkarriere, begann in jungen Jahren als Betreuer der Rapid U18, betreute ambitionierte Amateurteams, fungierte aber auch als Co-Trainer unter Andreas Heraf in den österreichischen Nachwuchsnationalteams. Seit über vier Jahren schwang Djuricin das Zepter in Ebreichsdorf. Die Austria-Vergangenheit des neuen Assistenztrainers – Djuricin absolvierte in jungen Jahren 15 Profispiele für die Veilchen – sollte auch für die Hardcore-Fans Rapids verkraftbar sein.

Kein klassischer Jancker-Nachfolger

Nun soll der als harte Hund und Offensivverfechter bekannte Djuricin gemeinsam mit Canadi in ruhigeres bzw. attraktiveres Fahrwasser lenken. Nach der Bekanntgabe der Canadi-Verpflichtung wurde im Schnellverfahren mit dessen Wunsch-Co Djuricin verhandelt. Eine Einigung mit Ebreichsdorf und dem 42-Jährigen wurde kurz darauf erzielt. Nicht mehr mit dabei ist somit Carsten Jancker, der zuletzt mit seiner schroffen Art bei der Mannschaft abblitzte und damit wohl auch dem größer werdenden Druck Tribut zollen musste. Djuricin ist jedoch kein typischer Ersatz für Jancker – das soll Martin Bernhard sein, Canadis langjähriger Co-Trainer in Altach, der ebenfalls nach Hütteldorf übersiedelt.

Payer vor Rückkehr nach Hütteldorf

Eine Rückkehr nach Hütteldorf feiert zudem wahrscheinlich auch Helge Payer, der damit sein Expertenmikro vorerst an den Nagel hängt. Der 37-jährige Ur-Rapidler aus Wels beendete vor knapp vier Jahren seine aktive Karriere, die gegen Ende von einer Thrombose gebremst wurde. Für Rapid stand der Ex-Torhüter, der auch heute noch nah am Verein dran ist, in 298 Spielen zwischen den Pfosten. 2006 war Payer sogar Kapitän der Hütteldorfer.

Hedl scheitert an der Entwicklung der Keeper

Payer beerbt seinen einstigen Mitspieler Raimund Hedl, der in der Öffentlichkeit – wie Jancker – nach und nach in die Kritik geriet, zumal er es in über fünf Jahren nie schaffte, einen wirklichen Klassekeeper für den traditionellen „Torhüter-Verein“ Rapid zu entwickeln. Payers Erfahrung auf dem Trainersektor beschränkt sich auf Jugendcamps, allerdings gilt er weiterhin als topfit, kennt den Verein wie seine Westentasche.

Wichtig für die Stimmung

Einen nicht unwesentlichen Effekt könnte Payer auf die Stimmung innerhalb der Mannschaft haben. Während Canadi und Djuricin als beinhart gelten, bringt Payer die Komponente „Schmäh“ mit in den Trainerstab. Der Kumpeltyp innerhalb des Betreuerstabs fehlte zuletzt, könnte aber für einige Spieler, die aus der Ära Barisic noch etwas verwöhnt sind, ein wichtiger Faktor sein. Payer könnte also auch zum „Aufweichen“ des großen Trainerstabs dienen und eine balancierende Personalie sein.

Fragezeichen Hickersberger

Unklar ist indes, was mit Thomas Hickersberger passiert. Der einstige Taktikentwickler von Zoran Barisic gilt als großer Fachmann, wurde aber unter Büskens zum Hütchenaufsteller degradiert. Als zusätzlicher Entwickler wäre der Sohn des vorletzten Rapid-Meistertrainers sicher eine Verstärkung. Zudem dürfte Hickersberger keine Ambitionen auf die Führung des Trainerteams hegen, wodurch auch das „zu viele Köche“-Argument wegfallen würde.

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • Teiwaz

    3 Co-Trainer? Na bumm… Kann ich mir ehrlich gesagt ned vorstellen. Bernhard als sein Spezi is klar, Djuricin kann ich mir auch gut begründen (Canadi scheint viel von ihm zu halten, plus er hat was Canadi derzeit „fehlt“: aktuelle Praxis in aktiver/offensiver Spielanlage). Irgendwie bleibt da der Hicke Jr. über, und ob Rapid wirklich 3 Co-Trainer zahlen will (wobei Bernhard & Djuricin für Co-Trainer wahrscheinlich nicht billig sind) wage ich zu bezweifeln.