In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... abseits.at-Leistungscheck, 18. Spieltag 2012/13 (Teil 2) – Christian Fuchs mit entscheidendem Assist beim 1:0-Sieg gegen Hannover 96
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Christian Fuchs (FC Schalke 04)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir uns gestern die Leistungen von Kevin Wimmer und Julian Baumgartlinger ansahen, wollen wir uns nun den restlichen ÖFB-Legionären in Deutschlands höchster Spielklasse widmen.

FC Schalke 04 – Hannover 96   1:0

Der FC Schalke 04 startet traditionellerweise stark in die Rückrunde und gewann nun zum vierten Mal in Folge die Partie zum Auftakt der Frühjahressaison. Hannover 96 ist aber in letzter Zeit sowieso ein gern gesehener Gast, denn die Königsblauen gewannen sechs der letzten sieben Spiele gegen die Niedersachsen und befinden sich nun wieder auf Champions-League-Kurs.

Schalke lief im gewohnten 3-5-2-System auf, wobei Matija Nastasic ein gelungenes Debüt in der Abwehr gab. Christian Fuchs begann im linken Mittelfeld und war nach der starken Anfangsphase der Gäste einer der auffälligsten Spieler am Platz. Er hatte die mit Abstand meisten Ballkontakte aller Schalke-Spieler (81) – Atsuto Uchida folgt in dieser Kategorie mit 55 Ballkontakten abgeschlagen auf dem zweiten Platz. In der Defensive ließ der ÖFB-Teamspieler nichts anbrennen und agierte stets abgeklärt, seine Qualitäten spielte er aber in erster Linie in der Offensive aus. Bereits in der 21. Minute schlug er eine tolle Flanke auf Choupo-Moting, der vor drei Tagen noch beim Afrika-Cup im Einsatz war – der Kameruner verfehlte den Ball jedoch knapp. Elf Minuten später klappte es dann besser, als Marco Höger die Flanke des Österreichers zum 1:0 verwandelte. Insgesamt bereitete Fuchs auf der linken Seite sieben Torschüsse seiner Mannschaftskollegen vor und schoss einmal selbst aufs gegnerische Tor. Er lief starke elf Kilometer und absolvierte die meisten Zweikämpfe aller Spieler, wobei aufgrund seiner offensiven Ausrichtung auch viele Duelle in der gegnerischen Hälfte dabei waren, weshalb die Zweikampfquote von 47,1% besser ist, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag. Fuchs zeigte eine seiner besten Saisonleistungen, weshalb die Note 3 vom kicker nicht nachzuvollziehen ist. Sportal.de gab ihm die Note 2 und begründete dies wie folgt:

„Unzählige Offensivaktionen, gefährliche Flanken und Standardsituationen sowie eine stabile Defensivleistung: Christian Fuchs war heute der beste Schalker. Ungemein spielfreudig und stets gefährlich präsentierte sich der Österreicher.“

Bereits heute Abend wartet auf die Schalker die nächste Aufgabe, die schwieriger kaum sein könnte. Christian Fuchs und sein Team trifft auswärts auf den FC Bayern München, der nach der 1:4-Pleite in Wolfsburg einiges gutzumachen hat.

SV Werder Bremen – Hertha BSC Berlin 2:0

So schnell kann es manchmal gehen! Nach dem 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC Berlink kletterte Werder Bremen vom 16. auf den 12. Tabellenplatz. Held des Tages war Stürmer Franco Di Santo, der seinen zweiten Doppelpack in der deutschen Bundesliga erzielte. Der Trainerwechsel scheint sich bezahlt gemacht zu haben, denn unter Skripnik holten die Hanseaten in neun Spielen 16 Punkten, während Dutt in ebenso vielen Partien nur vier Punkte mitnahm. Die Gäste präsentierten sich enttäuschend und schossen nur dreimal auf das Tor von Raphael Wolf – in den zweiten 45 Minuten gaben sie keinen einzigen Torschuss ab. Der verletzte Sebastian Prödl wurde von Neuzugang Jannik Vestergaard übrigens sehr gut vertreten, denn der ehemalige Hoffenheimer gewann 17 seiner 20 Duelle (85%) und fand daneben noch Zeit in der Offensive dreimal aufs gegnerische Tor zu schießen.

Zlatko Junuzovic, der links in der Mittelfeld-Raute begann, konnte nicht an seine Traumform anschließen, die er gegen Ende der Rückrunde an den Tag legte, machte aber dennoch keine schlechte Partie. Spielerisch klappte bei ihm nicht alles, er ließ ein wenig seine Kreativität vermissen und sorgte kaum für entscheidende Impulse. Dennoch bereitete er immerhin vier Torschüsse seiner Mitspieler vor. Er kam auf 65 Ballkontakte und spielte 36 Pässe, von denen 69% bei seinen Teamkollegen ankamen. Bis zu seiner Auswechslung lief er 11,6 Kilometer, womit er mannschaftsintern auf Platz 2 liegt. Er verlor zweimal den Ball nach einer Einzelaktion, fing zwei gegnerische Pässe ab und gewann nur 35% seiner Zweikämpfe. Der kicker gab ihm dennoch die Note 3, sportal.de bewertete ihn mit einer 3,5. Was zählt ist allerdings, dass sich seine Mannschaft weitaus besser als unter Trainer Robin Dutt präsentierte. Die Bremer zeigen sich unter Skripnik viel spielfreudiger, sicherer in den Kombinationen und agieren allgemein weniger reaktiv als in der Vergangenheit.

Schon diesen Mittwoch treffen die Bremer auswärts auf 1899 Hoffenheim. Zlatko Junuzovic wird seiner Mannschaft nicht helfen können, denn er sah in der Partie gegen Hertha BSC Berlin nach einem Foul an Jens Hegeler seine fünfte gelbe Karte.

Niederlagen für David Alaba, Martin Harnik und Florian Klein

Weniger gut verlief der Auftakt für David Alaba und unsere Stuttgart-Legionäre Martin Harnik und Florian Klein.

David Alaba kam bei Verfolger Wolfsburg mit 4:1 unter die Räder, wobei der Österreicher mit der kicker-Note 4,5 noch eine der besseren Bewertungen abbekam. In der ersten Halbzeit begann Alaba sehr offensiv und spielte neben Schweinsteiger in einer 4-3-3-Formation auf der Doppelacht, wobei er sich immer wieder ganz nach vorne orientierte. Im Laufe des Spiels rückte er auf Anweisung von Guardiola immer weiter nach hinten, zeitweise spielte er neben Alonso auf der Doppelsechs. In der zweiten Halbzeit löste der Trainer die Viererkette auf und Alaba agierte als linker Verteidiger in der Dreierkette, während Bernat, der in den ersten 45 Minuten als linker Außenverteidiger agierte, weiter nach vorne schob. Auch in dieser Phase versuchte der Österreicher viel für das Spiel nach vorne zu machen und interpretierte seine Rolle äußerst offensiv, allerdings ohne die notwendige Effektivität. Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit stellte Guardiola wieder auf eine Viererkette um, wobei Alaba links hinten agierte. Der Bayern-Legionär kam auf 100 Ballkontakte und spielte 90 Pässe, von denen 94% ankamen. Er schoss einmal aufs gegnerische Tor und bereitete zwei Torschüsse seiner Mannschaftskollegen vor. Sportal.de bewertete ihn ein wenig besser als der kicker und gab ihm die Note 4.

Der VfB Stuttgart tut sich auch in der Rückrunde zu Hause schwer, denn die Mannschaft von Harnik und Klein sammelte nur 5 von möglichen 27 Punkten vor eigenem Publikum, das seit fünf Heimspielen zudem auf einen Torerfolg wartet! Martin Harnik rieb sich lange Zeit als Solo-Stürmer alleine auf und lief beachtenswerte 12,7 Kilometer. Allerdings zog er gegen Martin Stranzl und seine Kollegen in der Borussia-Abwehr meist den Kürzeren und kam zu keinem einzigen Torschuss in der gesamten Partie! Viel Brauchbares bekam er allerdings von seinen Mitspielern nicht serviert, denn die Stuttgarter riskierten zu wenig und waren zu lange auf Sicherheit bedacht. Der kicker gab ihm eine 4,5, sportal.de eine glatte 4.

Florian Klein begann vor Daniel Schwaab im rechten Mittelfeld und war in erster Linie mit Defensivaufgaben beschäftigt, die er auch ganz ordentlich löste. Nach vorne ging jedoch äußerst wenig, denn er band sich viel zu selten in die Angriffe ein und ließ die nötigen Akzente vermissen. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben ihm die Note 4.

Stefan Karger, www.abseits.at

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Stefan Karger