Der SK Sturm Graz trifft heute auf Rubin Kazan – einen Verein aus der russischen autonomen Republik Tatarstan. Der zweifache russische Meister bekam es... Sturms biederer Gegner mit dem nagelneuen Stadion: Das ist Rubin Kazan!
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Russland - Flagge_abseits.atDer SK Sturm Graz trifft heute auf Rubin Kazan – einen Verein aus der russischen autonomen Republik Tatarstan. Der zweifache russische Meister bekam es bisher zweimal mit dem SK Rapid zu tun, schied zweimal gegen die Hütteldorfer aus dem Europacup aus. Graz ist für die Rot-Grünen Neuland. abseits.at sieht sich den Verein im Detail an.

Name: FK Rubin Kazan
Vereinsfarben: Rot-Grün
Gründung: 20.April 1958
Alter: 57 Jahre
Stadion: Kazan-Arena
Fassungsvermögen: 45.105 Plätze
Präsident: Valeriy Sorokin
Trainer: Rinat Bilyaletdinov

Erfolge

  • 2 x russischer Meister (2008, 2009)
  • 1 x russischer Cupsieger (2012)
  • 2 x russischer Supercupsieger (2010, 2012)
  • 1 x russischer Cupfinalist (2009)
  • 2 x Teilnahme an der UEFA Champions League
  • 1 x Viertelfinale in der Europa League

Das attraktivste an Rubin Kazan ist wohl das neue Stadion des Klubs. Während Rapid noch zweimal im alten Zentralstadion der Stadt zu Gast war, hätten es sich die Grazer Fans in der vor einem Jahr eröffneten Kazan-Arena gemütlich machen; einem modernen Stadion, das knapp 45.000 Zuschauer fasst. Leider finden dort allerdings gerade Schwimmweltmeisterschaften statt, weshalb Sturm doch noch einmal ins alte Stadion ausweichen muss. Bis Rubin in der Moderne ankam, war es ein weiter Weg, denn der einstige Fabrikarbeiterklub spielte in der Zeit der Sowjetunion kaum eine Rolle. Mit 57 Jahren ist Rubin Kazan zudem ein eher junger Verein.

Trainerlegende Berdyev

2008 und 2009 holte Rubin die russische Meisterschaft. Langzeittrainer Gurban Berdyev, der 2013 nach zwölf Jahren abgelöst wurde, führte die Mannschaft an die Spitze der russischen Liga. In der UEFA Champions League gewann man später sogar sensationell auswärts gegen Titelverteidiger Barcelona mit 2:1.

Wie ernst nimmt Rubin den Europacup?

In die laufende Ligasaison startete Rubin mit seinem aktuellen Trainer Rinat Bilyaletdinov sehr holprig. Nach zwei Partien liegt das Team auf dem letzten Platz der Tabelle und erzielte noch keinen Treffer. Auf eine 0:1-Niederlage gegen ZSKA Moskau folgte ein 0:2 bei Amkar Perm. Das Programm der nächsten Wochen stellt eine sehr harte Mischung dar: Es folgt ein Auswärtsspiel bei Spartak Moskau, danach ein Heimspiel gegen den FK Rostov, wo Rubins Langzeittrainer Gurban Berdyev seit einem Jahr das Zepter schwingt. Danach geht es auswärts gegen Kuban Krasnodar und schließlich zu Hause gegen Zenit St.Petersburg. Nach diesen ersten sechs Runden sollte das Team sich gefangen haben, andernfalls steht eine harte Saison ins Haus. Es ist demnach möglich, dass Rubin den Europacup heuer nicht ganz so ernst nimmt, wie man es sollte. Auch auf den europäischen Geldtopf ist der tatarische Klub nicht unbedingt angewiesen: Alleine in den letzten fünf Jahren holte man Spieler wie Carlos Eduardo um 20 Millionen Euro von Hoffenheim, Roman Eremenko um 13 Millionen von Dynamo Kiev, Yann M’Vila um zwölf Millionen aus Rennes oder Obafemi Martins um neun Millionen vom VfL Wolfsburg.

Wenig schillernde Vorsaison

Die vergangene Ligasaison beendete Rubin Kazan auf dem fünften Platz und wirklich ansehnlicher Fußball war in Kazan Mangelware. In 30 Spielen erzielte das Team gerademal 39 Tore, gewann nur fünf seiner fünfzehn Auswärtsspiele und war auch zu Hause keine Macht. Speziell die Big Points waren 2014/15 äußerst rar gesät. Zu Hause gegen ZSKA Moskau gab es gegen Saisonbeginn einen 2:1-Sieg und Dinamo Moskau wurde auswärts mit 2:0 besiegt. Aus den acht Spielen gegen die vier besser platzierten Teams ZSKA, Dinamo, FK Krasnodar und Zenit holte Rubin aber nur acht von 24 möglichen Punkten.

Europacuppause nach zuvor ordentlichen Leistungen

Am Europacup nahm Rubin in der Vorsaison gar nicht teil. Den letzten Auftritt auf europäischer Ebene gab es 2013/14, dieser war jedoch ziemlich ausgiebig: In der Europa-League-Qualifikation musste man durch drei Runden, besiegte aber Jagodina, Randers und Molde ohne Punktverlust. Die Europa-League-Gruppe mit Maribor, Zulte-Waregem und Wigan Athletic überstand mal als Gruppensieger und ohne Niederlage. Erst im Sechszehntelfinale war gegen Betis Sevilla Endstation. 2012/13 stieß Rubin sogar bis ins Viertelfinale der Europa League vor. Nachdem man sich gegen Teams wie Inter Mailand, Partizan Belgrad, Atlético Madrid und Levante durchsetzte, folgte das knappe Aus gegen den FC Chelsea.

Der unvergessliche Sieg im Camp Nou

Die große europäische Sternstunde des Vereins schlug jedoch am 20.Oktober 2009, als man durch Tore von Alexandr Ryazantsev und Gökdeniz Karadeniz – der auch heute noch beim Verein spielt – mit 2:1 im Camp Nou siegte.

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen