Die Austria verliert in Mattersburg vollkommen verdient mit 0:2. Die Fans sind bereits nach 7 Spielen am Ende ihrer Geduld angelangt und fordern einen... Die Austria endgültig in der Krise- und trotzdem noch mit allen Rechten und Chancen

Die Austria verliert in Mattersburg vollkommen verdient mit 0:2. Die Fans sind bereits nach 7 Spielen am Ende ihrer Geduld angelangt und fordern einen Trainerwechsel. Dennoch hat sich trotz der Niederlage nicht viel verändert: Aufgrund des Trends der immer näher zusammenrückenden Liga und schwächelnden Topteams bleibt die Austria im Titelrennen und Ivica Vastic, vorerst, im Amt. Die Krise, die anfangs nur von „Nestbeschmutzern“ und Unruhestiftern herbeigeredet wurde, ist mittlerweile evident. abseits.at versucht sich in einer erneuten Analyse der Ereignisse rund um die Veilchen und borgt sich zu diesem Zweck ein paar Zeilen von Veilchen Wolfgang Ambros aus.

Fesch san ma beinand

Der Abwärtstrend der violetten Edelbrut setzte sich gegen wacker kämpfende Mattersburger fort. Während man durch individuelle Fehler (Margreitter und Ortlechner beim 0:1, sowie Jun vor dem 0:2) die Gastgeber regelrecht zu den Toren einlud, erarbeitete man sich selbst, wohlwollend betrachtet, zwei Torchancen im gesamten Spiel. Dass die Niederlage nicht höher ausfiel verdankt man zum einen Heinz Lindner, der, bei beiden Gegentoren chancenlos, eine starke Partie ablieferte und den Torbegrenzungen, die diesmal gleich zwei Mal den Mattersburger Jubelschrei verhinderten. Der SVM überzeugte mit gefälligem und vor allem gefährlichem Konterspiel. Sobald der Ball erobert wurde ging es schnell und direkt in Richtung des gegnerischen Strafraums, wo immer wieder Gefahr erzeugt werden konnte. Die spielerische Ohnmacht auf Seiten der Gäste zieht sich wie ein roter Faden durch die Rückrunde (Ausnahme das Heimspiel gegen die Admira) und lässt die Fans langsam aber sicher die Geduld verlieren.

Sei ned bled

Kritik wurde und wird von Vereinsoffiziellen immer wieder mit Verweis auf die Frühjahrstabelle abgeschmettert. Mittlerweile erhärtet sich der Verdacht, dass dies zum reinen Rückzugsgefecht verkommt. Denn das, was als gute Bilanz verkauft werden soll, entpuppt sich bei näherem Betrachten als Seifenblase, wenn man sich anschaut, wie die Punkte zustande gekommen sind: sieben Spiele unter Vastic sind gespielt, beachtliche drei Mal ging die Austria als Sieger vom Platz (Ried (h), Innsbruck, Admira (jeweils (a)), zwei Mal wurde remisiert (Rapid und Wiener Neustadt (jeweils (a)) und ebenfalls zwei Mal ging man als Verlierer vom Platz (Kapfenberg (h) und Mattersburg (a)). Dies bedeutet dass man gegen die drei Mannschaften vom Tabellenende lediglich einen Zähler geholt hat.

Kein Wunder, dass sich die Fans von Aussagen der Verantwortlichen verhöhnt fühlen: Thomas Parits erkennt auf der Homepage des Vereins das fehlende Offensivspiel als Problem, Ivica Vastic versteht nach dem 0:0 in Neustadt die Kritik nicht, Georg Margreitter spricht vom Titel und von Ergebnisfußball, Roman Kienast verwehrt sich gegen das Schlechtreden des Spiels. Einzig nach dem Spiel gegen Mattersburg trauten sich nicht einmal die kühnsten Vertreter die Frühjahrstabelle als Argument heranzuziehen. Offenbar wird den Verantwortlichen die Misere langsam bewusst.

Steh grod…

…und schau nach vurn, weu es is überhaupt no nix verlurn.

So bizarr das Ganze anmuten mag, der Austria bleibt nichts, als die Hoffnung und die Gewissheit, dass man noch immer Chancen in beiden nationalen Bewerben hat. Fraglich bleibt allerdings, wie lange man sich mit diesem Gefühl trösten kann. Die nächsten Spiele können unter Umständen das Ende der Titelträume bedeuten: Zunächst empfängt man Sturm und Salzburg, ehe es ins Innviertel gegen die SV Ried geht. Nach dem Cupspiel in Lustenau empfängt man schließlich Mitte April den Erzrivalen aus Hütteldorf. Gelingt in diesen Spielen die Wende, darf man sich durchaus Hoffnungen auf den Titel machen, mit den bisherigen Leistungen könnte es aber eben so gut in beiden Bewerben nach den kommenden Wochen ein böses Erwachen geben. Denn: Nach unten geht es in dieser Liga mindestens so schnell wie an die Spitze. Jetzt liegt es an den Spielern und Betreuern das Potential der Mannschaft abzurufen, will man die Saisonziele erreichen.

Wie hört des auf, wie wird des weiter geh´n?

Die Lage in Wien Favoriten ist ernst. Ivica Vastic hat bei vielen Fans sämtlichen Kredit verspielt, hat nach sieben Spielen (eigentlich schon nach dem sechsten Spiel gegen Neustadt) die ersten „Vastic raus!“ Rufe zu verarbeiten – etwas, das Karl Daxbacher übrigens in 3 ½ Jahren nie „gelungen“ ist. Die Situation ist aus einem weiteren Grund äußerst prekär: Die Austria hat mit dem Europacup Startplatz budgetiert, dessen Erreichen wiederum alles andere als gesichert ist. Die Veilchen, die wohl auch nächstes Jahr die Lizenz nur mit Auflagen erhalten werden, sind also auch finanziell zum Erfolg gezwungen.

In Wien 10 klafft derzeit ein Loch zwischen Anspruch und Realität: Einerseits wurde als Saisonziel der Titel ausgegeben, andererseits verlängert sich der Vertrag von Vastic beim Erreichen eines Europacup-Startplatzes automatisch. Einerseits gibt man mit Barazite und Junuzovic DIE Stützen ab, andererseits verpflichtet man, entgegen anders lautender Versprechungen, keinen adäquaten Ersatz.

Was den Anhängern besonders sauer aufstößt ist nicht die Tatsache, dass dem so ist (vor allem falls man wirklich finanziell auf Nummer sicher gehen sollte), sondern dass sich der Verein als unfähig erweist realistische Ziele und die wahren Verhältnisse zu kommunizieren.

Durch die Hundertjahr-Feierlichkeiten wurde der Titel eigentlich als Muss ausgegeben, die Verfehlung dieses Ziels sollte schließlich zum, hier bereits ausführlich thematisierten, Trainerwechsel führen.

Es gibt keine klare Linie und aus jedem Interview hört man unterschiedliche Ziele heraus. Die Unsicherheit in der Mannschaft ist groß, gegen Mattersbug belagerten einige Dutzend Fans nach Spielende den Spielerbus und ließen ihrem Unmut freien Lauf. Es brodelt mittlerweile im Lager der Violetten…

Der Austria jedenfalls stehen entscheidende Wochen ins Haus. Nicht nur sportlich, auch wirtschaftlich und personaltechnisch steht es Spitz auf Knopf.

Patrick Redl, abseits.at

Patrick Redl

  • 1911

    24.März.2012 #1 Author

    Da fehlt:
    „Zwickts mi, i man i tram, des derf net woahr sein – wo samma daham?“
    „…oba mit uns […] is hoffnungslos“
    „…dann hob wieder Depressionen und sitz daham im 10. Hieb…“
    „I glaub ned an des Oide, i glaub a ned an des Neiche,
    es geht nix weida und es ändert si nix – es is ollerwei des Gleiche“
    „Selbstbewusstsein is wos i wü – Selbstbewusstseinis a Gfüh“

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