Nachdem Glücksgöttin Fortuna den “Blackies“ in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation mit dem ungarischen Meister Videoton Székesféhervár einen äußerst unangenehmen Gegner vorsetzte, meinte sie... So klein und schon Meister – der FC Zestafoni will in die Champions League

Nachdem Glücksgöttin Fortuna den “Blackies“ in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation mit dem ungarischen Meister Videoton Székesféhervár einen äußerst unangenehmen Gegner vorsetzte, meinte sie es in der dritten Runde deutlich besser mit den Grazern. Franco Foda und seine Mannschaft trifft morgen auf den georgischen Meister FC Zestafoni. Im ersten Teil dieser zweiteiligen Teaminfo findet ihr erste Informationen über die Georgier. Die Spieler- und Teamanalyse folgt im Laufe des heutigen Tages.

Name: FC Zestafoni
Gründungsdatum: 2004
Alter: 7 Jahre
Vereinsfarben: Schwarz-Weiß
Präsident: Ilia Kokaia
Trainer: George Geguchadze
Stadion: Davit-Abashidze-Stadion (4558 Plätze)
Stadion II: Boris-Paitschadse-Nationalstadion (55.000 Plätze)
Homepage: http://www.fczestafoni.ge
E-mail: office@ferro.ge
Erfolge: Georgischer Meister 2010/11


DIE BISHERIGE GESCHICHTE DES JUNGEN VEREINS

Der FC Zestafoni wurde am 18. Juni 2004 gegründet, nachdem Metallurgi Zestafoni, der einzige professionelle Fußballklub der Stadt, wegen finanzieller und sportlicher Schwierigkeiten aufgelöst wurde. Metallurgi Zestafoni stieg im Jahr 2003 aus der obersten georgischen Spielklasse ab und erreichte in der nächsten Saison lediglich den letzten Platz in der Pirveli Liga, der zweithöchsten georgischen Spielklasse. Neben dem sportlichen Misserfolg war der Klub zahlungsunfähig, sodass er schließlich aufgelöst werden musste.

Damit die 76.000 Einwohner der Stadt Zestafoni wieder professionellen Fußball sehen können, schlossen sich einige Aktionäre des Stahlwerks Zestafoni zusammen und gründeten den neuen Fußballverein, der vom georgischen Verband auf Grund der positiven sportlichen Aussichten in die höchste Spielklasse eingeladen wurde. Nach einigen guten Platzierungen in den letzten Jahren, konnten die Fans des FC Zestafoni vergangene Saison zum ersten Mal über den georgischen Meistertitel jubeln.

ANALYSE DER VERGANGENEN SAISON

Nach 36 Spieltagen hatte der FC Zestafoni sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Dinamo Tiflis. Dass der Meistertitel verdient war, sieht man an der großartigen Tordifferenz, denn der FC Zestafoni schoss 72 Treffer, bekam aber lediglich 19 Gegentore. Im Vergleich dazu schoss Dinamo Tiflis um 17 Tore weniger und musste zudem drei Treffer mehr hinnehmen.

Hauptverantwortlich für diesen Erfolg waren die Stürmer Nikoloz Gelashvili, Rati Tsinamdzgvrishvili und Jaba Dvali, die zusammen 43 Treffer erzielen konnten. Gelashvili sicherte sich zudem mit zwei Toren Vorsprung auf Irakli Modebadze den Titel des Torschützenkönigs. Neben der starken Offensive fielen die Georgier vor allem durch schönen Kombinationsfußball auf. Obwohl die Mannschaft aus vielen jungen Spielern besteht, spielen diese schon lange zusammen und sind gut auf einander abgestimmt.

DIE BISHERIGEN INTERNATIONALEN AUFTRITTE

Im Jahr 2007 bestritt der Verein zum ersten Mal ein Pflichtspiel gegen einen internationalen Gegner. Im Rahmen des UEFA Intertoto Cups trafen die Georgier auf FK Tobol Qostanai aus Kasachstan. Nach einem 2:0-Heimsieg gab es eine bittere 0:3-Auswärtsniederlage, sodass das Abenteuer “Europa“ nach der ersten Runde abgehakt werden musste. In der Saison 2008/09 schieden die Georgier gegen Győr aus. Nach einer 1:2-Heimniederlage gegen die Ungarn reichte eine 1:1-Unentschieden auswärts nicht aus, um in die nächste Runde aufzusteigen.

Nur ein Jahr später durfte der FC Zestafoni seinen ersten Erfolg auf internationaler Ebene feiern, denn der Verein gewann gegen den nordirischen Klub Lisburn Distillery F.C. mit einem “Gesamtscore“ von 11:1. Auch in der nächsten Runde machten die Georgier eine gute Figur und schieden nur knapp gegen Helsingborgs IF aus Schweden aus.

In der vergangenen Saison besiegte der FC Zestafoni zunächst den S.C. Faetano aus San Marino zu Hause mit 5:0, sodass ein torloses Unentschieden auswärts zum Aufstieg ausreichte. In der zweiten Qualifikationsrunde sorgten die Georgier für eine große Überraschung, da sie den slowakischen Teilnehmer FK Dukla Banská Bystrica aus dem Bewerb warfen. Wieder spielten die Georgier ihre Heimstärke aus und gewannen zu Hause mit 3:0, sodass eine 0:1-Auswärtsniederlage ohne Folgen blieb. In der darauf folgenden Runde verlor Zestafoni gegen den ukrainischen Verein Karpaty Lwiw beide Spiele mit 0:1.

Während sich Sturm Graz gegen Videoton abplagen musste, schien der FC Zestafoni nach einem klaren 3:0-Heimsieg gegen Dacia Chişinău schon mit eineinhalb Beinen in der nächsten Runde zu stehen. Die Georgier schafften zwar den Aufstieg, mussten aber lange zittern und zeigten bei der 0:2-Auswärtsniederlage gegen die Moldawier Nerven. Besonders die Defensive wirkte fehleranfällig.

KONTROVERSE RUND UMS STADION

Gegen Dacia Chişinău durften die Georgier im Davit-Abashidze-Stadion spielen, obwohl die UEFA im Vorfeld der Partie Bedenken äußerte, da das Stadion nicht alle Richtlinien erfüllt. Der bulgarische UEFA-Delegierte Medintsev sorgte nach der Partie gegen die Moldawier dafür, dass Sturm Graz mit einer Sorge weniger nach Georgien reisen muss, da er einen negativen Sicherheitsbericht an seinen Arbeitgeber schickte. Angeblich kamen zahlreiche Zestafoni-Fans ohne Tickets in das Stadion und sorgten so für ein Sicherheitsrisiko. Die Georgier müssen nun nach Tiflis ins Boris-Paitschadse-Nationalstadion ausweichen, was für Sturm Graz ein riesiger Vorteil sein wird. Statt in einem kleinen Stadion voller fanatischer Fans, spielen die Grazer nun in einem riesigen Stadion, das beinahe leer sein wird.

Die Spieler- und Teamanalyse folgt im Laufe des heutigen Tages!

Stefan Karger, abseits.at

Stefan Karger