Die SV Ried steht vor einer interessanten Saison 2012/13: Einerseits laufen einige Verträge im ohnehin dünnen Kader aus, andererseits wird es interessant zu beobachten... Vertragsverhandlungen in Ried: Was passiert mit Beichler, Meilinger, Lexa und Co.?

Die SV Ried steht vor einer interessanten Saison 2012/13: Einerseits laufen einige Verträge im ohnehin dünnen Kader aus, andererseits wird es interessant zu beobachten sein, ob der Abgang von Paul Gludovatz die klar definierte Rieder Spielphilosophie zerreißen wird. Doch schon alleine aufgrund der auslaufenden Leihverträge wird sich in Ried auf jeden Fall etwas verändern.

Daniel Beichler, Marco Meilinger und Bienvenue Basala-Mazana: Drei Leihspieler ohne vereinsseitiger Kaufoption, für die die SV Ried womöglich tiefer in die Geldbörse greifen müsste. Mit Ausnahme von Meilinger waren die drei, mit Vorschusslorbeeren bedachten Kicker keine dauerhaften Stützen in der Mannschaft, die aktuell auf dem dritten Tabellenplatz steht. Vor allem bei Daniel Beichler ist ein weiterer Verbleib unwahrscheinlich, zumal der Vertrag des 23-Jährigen bei Hertha BSC noch bis Sommer 2014 läuft. Die Hertha hat ein schwieriges Restprogramm, der Abstieg in die zweite deutsche Bundesliga ist wahrscheinlich. In diesem Fall würde Beichler wohl wieder zu den Hauptstädtern zurückkehren. Im Falle eines Berliner Klassenerhalts, kann Beichler gegen eine kleine Ablösesumme aller Voraussicht nach verpflichtet werden. Die größte Frage ist, ob das Gehalt des Grazers für die Rieder zu stemmen ist.

Meilinger hängt noch in der Luft, Basala-Mazana vor Abgang

Ein weiteres Fragezeichen steht hinter Marco Meilinger, der Red Bull Salzburg gehört. Eine weitere Verjüngung des Red-Bull-Teams ist nicht zuletzt aufgrund von Trainer Ricardo Moniz im Rahmen des Möglichen. Marco Meilinger hätte dann gute Chancen einen Platz im Salzburger Team zu finden. Auch wenn Meilinger im bisherigen Frühjahr nicht an seine Form aus dem Herbst anknüpfen konnte, überwiegen beim 20-Jährigen über die gesamte Saison gesehen die positiven Gefühle. Anders als bei Bienvenue Basala-Mazana, der nie restlos überzeugen konnte und demnach wohl zum 1.FC Köln zurückkehren wird. Angesichts dessen, dass auch die Kölner noch nicht vor dem Abstieg in die zweite deutsche Bundesliga gerettet sind, könnte das Team von Stale Solbakken den 20-Jährigen für die zweite Spielklasse benötigen.

Nacho Casanova für weitere zwei Jahre, Rotpuller finanzielle Frage

Bei zwei weiteren Spielern könnte die SV Ried im Sommer die Kaufoption ziehen: Nacho Casanova und Lukas Rotpuller. Beim Spanier dürfte die Vertragsverlängerung nur noch Formsache sein, denn der 26-Jährige gilt aktuell als der beständigste Angreifer der Innviertler. Zwar stehen unterm Strich nur sechs Saisontreffer, aber der Zweijahresvertrag für den Mann aus Las Palmas sollte den finanziellen Rahmen der Rieder nicht sprengen. Anders verhält es sich mit Lukas Rotpuller: Der gehört dem FK Austria Wien und avancierte unter Paul Gludovatz zum Bundesliga-Stammspieler in der Rieder Innenverteidigung. Da bei den Wiener Violetten Abwehrspieler Kaja Rogulj auf dem Abstellgleis steht, ist es denkbar, dass Rotpuller als dritter Mann für die Innenverteidigung nach Wien-Favoriten zurückkehrt. Ried verfügt zwar über eine Kaufoption, müsste für eine Weiterverpflichtung des 21-Jährigen jedoch jeden Cent umdrehen.

Ziegl und Huspek als Hoffnungsträger

Bei zwei jungen Spielern ist die Ausgangssituation klar und deutlich: Marcel Ziegl und Philipp Huspek sollen längerfristig an den Verein gebunden werden. Ziegl debütierte bereits im Alter von 15 Jahren für die SV Ried und bestritt seitdem 58 Pflichtspiele für das Team, stand zudem in beiden Spielen gegen die PSV Eindhoven in der Startaufstellung. Ziegl gilt als umsichtiger und flexibler Spieler fürs Mittelfeld und ist, vor allem aufgrund letzterer Tugend, wie geschaffen für die Spielphilosophie der Rieder. Auch auf den 21-jährigen Huspek hält Ried-Manager Stefan Reiter große Stücke und nachdem er 2011/12 erstmals „First Team Football“ beim FC Blau-Weiß Linz genoss ist es gut möglich, dass er nach beendetem Leihgeschäft sofort als Stammspieler ins linke Mittelfeld der Rieder rutscht. Ziegl und Huspek sind sinnbildlich für die Arbeitsweise der SV Ried und alles andere als eine Vertragsverlängerung wäre eine Überraschung.

Zuerst ein Trainer, dann die Lexa-Entscheidung

Schwieriger wird es jedoch beim verdienstvollen Stefan Lexa. Der 35-Jährige gehört nicht mehr zum Stammpersonal und lieferte in der laufenden Saison kaum starke Leistungen ab. Nach vier Jahren im Innviertel dürfte die Zeit des Routiniers in Österreichs höchster Leistungsklasse abgelaufen sein. Eine leistungsbezogene Verlängerung für ein weiteres Jahr, um als Führungspersönlichkeit für jüngere Spieler zu fungieren, wäre wohl das Höchste der Gefühle. Reiter betont in der Causa Lexa jedoch klar: Zuerst muss ein Trainer her, dann wird über den möglichen Weiterverbleib Lexas entschieden!

Ein Keeper muss gehen, Gabriel muss warten

Die Verträge von Wolfgang Schober (22) und Markus Beer (23) – zwei Torhütern – laufen ebenfalls aus. Schober hat aufgrund einer Option die besseren Karten für eine Vertragsverlängerung. Es ist wahrscheinlich, dass nur einer der beiden Keeper weiter an den Verein gebunden wird. Der in die Regionalliga ausgeliehene Innenverteidiger Lukas Gabriel (20, FC Wels) hat ab Sommer ebenfalls keinen Vertrag mehr im Innviertel. Ob sein Kontakt verlängert wird, hängt auch damit zusammen, ob man sich mit der Wiener Austria über eine Weiterverpflichtung von Lukas Rotpuller einigen kann.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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