Im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum wurden zum Ende der vergangenen Herbstsaison die Fans nach ihren Benotungen für die Spieler der tipp3-Bundesliga-Klubs gefragt.... Wiener Neustadt auf dem Prüfstand: Torhüter und Routinier die Besten, Ex-Legionäre enttäuschen

Jörg Siebenhandl (SC Wiener Neustadt)Im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum wurden zum Ende der vergangenen Herbstsaison die Fans nach ihren Benotungen für die Spieler der tipp3-Bundesliga-Klubs gefragt. Wir errechneten den Mittelwert und bewerten alle Bundesligakicker, die ausreichend oft zum Einsatz kamen.

Die Bewertungsskala reicht von 1 (sehr schwach) bis 10 (sehr gut).
Bewertet werden nur Spieler, die in den ersten 18 Spielen, also der ersten Saisonhälfte mindestens sechsmal, also in einem Drittel der Spiele auf dem Platz standen. Die von den Fans bestbewerteten Spieler werden zuerst aufgelistet.

9.0 – Jörg Siebenhandl

Obwohl seine Vorderleute nicht immer sicher sind, ist der 23-jährige Keeper der Wiener Neustädter bereits ein riesiger Fels in der Brandung. Bis auf eine sehr kurze unsichere Phase prolongierte er seine starke Form aus der Vorsaison und gilt weiterhin als der Neustädter, der am ehesten in absehbarer Zeit zu einem größeren Klub wechseln wird.

8.0 – Peter Hlinka

Bei der Wiener Austria war der routinierte Slowake Peter Hlinka stets ein Unsicherheitsfaktor – in der jungen Wiener Neustädter Mannschaft erlebt er als Führungsspieler einen zweiten Frühling. Hlinka überzeugt nicht nur durch Passsicherheit, sondern ist auf dem Platz auch ein absoluter Chef, der einteilt und nie mehr macht, als er sollte – genau diese Fokussierung auf seine Stärken macht den 34-Jährigen derzeit so stark.

7.6 – Stefan Rakowitz

Der ehemalige Hartberger gilt als eine der Entdeckungen der bisherigen Bundesligasaison. Der dynamische Rechtsaußen, der auch links eingesetzt werden kann, zeigt immer wieder gute, unbekümmerte Leistungen und war an 6 von 15 Neustadt-Toren beteiligt (an 5 davon direkt), obwohl er im Herbst nur etwa die Hälfte der möglichen Spielzeit abwickelte. Seine Defensivarbeit muss noch konsequenter werden, er muss ein aktiverer Zweikämpfer im Umschaltspiel nach hinten werden.

6.6 – Günter Friesenbichler

Ähnlich wie Hlinka ist auch Friesenbichler ein wichtiger Spieler für eine oft verunsicherte, junge Mannschaft. Während Hlinka als defensive (und somit häufigere) Anspielstation fungiert, ist Friesenbichler der „Target Man“, also derjenige, der in der Offensive von seinen Mitspielern gesucht wird, den Ball halten und seine Teamkollegen einsetzen soll. Im Spiel nach vorne vertraut die Mannschaft immer wieder auf die oben genannten Fähigkeiten und der 33-Jährige löst seine Aufgaben zumeist solide. Im Abschluss hatte er jedoch oftmals Pech.

6.6 – Manuel Wallner

Bei der Wiener Austria fand der 24-jährige Innenverteidiger nie in die Spur, doch in Wiener Neustadt reifte er vergangenen Herbst zu einem wichtigen Stammspieler. Wallner macht defensiv keine Wunderdinge, gewinnt jedoch viele Zweikämpfe und macht kaum Fehler im Passspiel. Zudem ist der ehemalige U21-Teamspieler bei offensiven Standardsituationen eine nicht zu unterschätzende Waffe.

6.3 – Christoph Martschinko

Der erst 18-jährige Martschinko kam als Leihspieler  von Red Bull Salzburg zu den Wiener Neustädtern und etablierte sich überraschend schnell in der ersten Elf der Niederösterreicher. Der Mann für die linke Außenbahn und Abwehr überzeugte dabei vor allem durch seine Technik, gute Ballführung und intelligente Pässe. Manchmal geht es dem jungen Linksfuß noch etwas zu schnell, aber seine guten Anlagen sind unübersehbar.

6.0 – Dominik Hofbauer

Der 22-Jährige, der bereits im Nachwuchs von Aston Villa kickte, brauchte etwas Zeit um in seine erste Bundesligasaison zu finden. Gegen Ende der Herbstsaison wurde der Linksaußen aber stärker und begann offensiv mehr Eigeninitiative zu entwickeln. Durch seine technischen Fähigkeiten ist er für jeden Außenverteidiger ein unangenehmer Gegenspieler.

6.0 – Matthias Maak

Der aktuelle U21-Teamspieler trägt auf seiner Position in der Innenverteidigung viel Verantwortung. Für den gelernten Mittelfeldspieler ist es mit gerade mal 20 Jahren nicht einfach, gemeinsam mit dem vier Jahre älteren Wallner die Innenverteidigung zu organisieren. Doch wie Wallner macht auch der „arbeitende“ der beiden zentralen Abwehrspieler seine Sache gut und spielt solide. Wäre Maak komplett fehlerfrei, würde er wohl nicht in Wiener Neustadt spielen, daher muss man mit dem 190cm-Mann aus Bruck an der Mur noch Geduld haben – Potential ist jedoch eindeutig vorhanden.

6.0 – Dennis Mimm

Der 29-jährige Tiroler gilt als einer der Führungsspieler schlechthin und ist aufgrund seines Typs ein wichtiger Bestandteil im Team des Abstiegskandidaten. Er versucht vor allem defensiv gut zu stehen, hat eine durchschnittliche Zweikampfbilanz, ist im Offensivspiel jedoch aufgrund seiner fußballerischen Fähigkeiten limitiert. Als Person und Integrationsfigur ist Mimm ein wichtiger Kicker im Team von Heimo Pfeifenberger.

6.0 – Daniel Offenbacher

Auch beim 20-jährigen Spielmacher der Wiener Neustädter gibt es noch Probleme mit der Konstanz. Zwar zeigt Offenbacher immer wieder, dass er spielerisches und technisches Potential hat und die Grundprinzipien modernen Fußballs versteht, aber geht man nach der Effizienz und tatsächlicher Gefährlichkeit musste man von ihm vor der Saison mehr erwarten.

5.6 – Mario Pollhammer

Der 23-Jährige absolvierte seinen Part im rechten Mittelfeld zumeist brav, lässt sich aber auch immer wieder von schwachen Teamleistungen mit hinunterziehen. Starke Spiele wie etwa beim 1:1 auswärts in Salzburg sind beim Ex-GAK-Flügel zu selten.

5.6 – Dario Tadic

Wie viele andere Spieler des SC Wiener Neustadt blieb auch Dario Tadic im ersten Viertel der Saison sehr blass und fing sich in den letzten Spielen der Hinrunde. Gemeinsam mit Friesenbichler führt er die vereinsinterne Torschützenliste an – allerdings müsste Tadic noch stärker defensiv antizipieren und mehr Chancen verwerten.

5.3 – Thomas Fröschl

Die Unwiderstehlichkeit vor dem Tor, die der 24-jährige Linzer Thomas Fröschl beispielsweise bei St.Pölten oder auch bei den Rapid Amateuren auszeichnet, fehlt in Wiener Neustadt noch. Fröschl bewegt sich zwar gut und erkennt immer wieder die Schnittstellen in der gegnerischen Abwehr, allerdings agiert er im Abschluss zu überhastet und vergibt zu viele Chancen.

5.3 – Jiri Lenko

Der 27-jährige Tscheche gilt als Laufmaschine und ist ein Spieler, den man bedenkenlos anspielen kann. Neben der fehlenden Effizienz in der Offensive sind es zu viele Fouls, die das ehemalige Rapid-Toptalent bremsen. Sieben gelbe, eine gelb-rote und eine umstrittene glatte rote Karte in nur 13 Einsätzen sind für jeden Abwehrspieler zu viel.

5.0 – Thomas Piermayr

Der zentrale Mittelfeldspieler, der vom schottischen Verein Inverness Caledonian Thistle zu den Wiener Neustädtern wechselte, zeigte bis dato nur durchschnittliche Leistungen und war mehrmals rotgefährdet. Kaum Akzente nach vorne, im Stellungsspiel nach hinten nicht immer sicher.

4.6 – Michael Berger

Man merkte es dem 22-jährigen Außenverteidiger zu Saisonbeginn an, dass er schon im Vorjahr bei Regionalligist GAK kein Stammspieler war. Die Umstellung von Regionalliga-Titelkampf auf Bundesliga-Abstiegskampf kam zu drastisch und er verlor das Duell um einen Platz in der rechten Verteidigung nach und nach gegen den spielerisch schwächeren Dennis Mimm.

4.6 – Daniel Wolf

Der ehemalige Italien-Legionär ist als einer der Verlierer der bisherigen Saison zu bezeichnen. Gerade in der jungen Neustädter Mannschaft hätte man vom 27-Jährigen erwarten müssen, dass er in eine Führungsrolle schlüpft. Doch Wolf fand nicht mal seine Position, weder im Angriff, noch im zentral-offensiven, noch im linken Mittelfeld konnte er dauerhaft überzeugen. Wenige Lichtblicke stehen einigen durchwachsenen Leistungen gegenüber.

4.3 – Christoph Freitag

Während Freitag bei den Austria Amateuren und beim FC Lustenau jeweils ein wichtiger Stammspieler war, findet er in Wiener Neustadt seinen Rhythmus nicht. Der 22-jährige Mittelfeldspieler kam nur auf wenige Einsätze und blieb dabei stets blass und ideenlos.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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