Aleksandar Dragovic, der in Leverkusen mit zuletzt starken Leistungen aufhorchen ließ, zeigt sich für den Auftakt der EM-Qualifikation zuversichtlich. Aleks, Bayer Leverkusen stürmt weiter... Aleksandar Dragovic im Gespräch: „Es braucht auch Leitwölfe“

Aleksandar Dragovic, der in Leverkusen mit zuletzt starken Leistungen aufhorchen ließ, zeigt sich für den Auftakt der EM-Qualifikation zuversichtlich.

Aleks, Bayer Leverkusen stürmt weiter in Richtung Europa. Am vergangenen Wochenende gab es im Schneechaos von Hannover einen 3:2-Auswärtssieg, am Sonntag wartet das Duell gegen Werder Bremen – bei hoffentlich besserem Wetter.

„Schlechter als zuletzt in Hannover kann es nicht werden. Der Platz war aufgrund des dichten und nassen Schneefalles kaum zu bespielen, nachdem die Seiten- und Torraumlinien nicht mehr zu sehen waren, musste das Spiel mehrfach unterbrochen werden. Auch wenn wir unsere überlegene Technik aufgrund der Platzverhältnisse nicht wirklich ausspielen konnten, hat es zum Sieg gereicht. Damit sind wir weiterhin voll auf Kurs, jetzt gilt es Werder Bremen drei Punkte abzunehmen.“

Du raufst mit DFB-Hoffnungsträger Jonathan Tah und Sven Bender um die Plätze in der Innenverteidigung, wann erfährst du, ob du auch gegen Bremen in der Startelf stehst?

„Am Freitag. In Anbetracht meiner zuletzt gezeigten Leistungen rechne ich mir gute Chancen aus.“

Nach dem du im Herbst regelmäßig gespielt hast und von deutschen Medien als Gewinner der Hinrunde bezeichnet wurdest, musstest du dich unter Neo-Trainer Peter Bosz aber wieder hintenanstellen.

„Stimmt, umso wichtiger war, dass ich meine Einsätze gegen Freiburg und Hannover mit guten Leistungen und positiven Kritiken seitens des Trainers und des Vereins rechtfertigen konnte. Ich gebe in jedem Training alles und arbeite individuell an mir. Ich habe die Herausforderungen angenommen mich in Leverkusen durchzusetzen, hatte eine gute Hinrunde und gebe weiterhin alles, um meine Ziele auch zu erreichen.“

Du musst demnach immer auf Knopfdruck funktionieren, was dir auch nachweislich gelingt. Bestes Beispiel war das Spiel gegen Freiburg (2.3.), wo du den angeschlagenen Sven Bender ab der 22. Minute ersetzt hast und mit einer bärenstarken Leistung (Passquote: 97%/Zweikampfquote: 100%) überzeugen konntest.

„Wenn dir der Trainer und Verein bestätigen, dass sie mit dir sehr zufrieden sind und du wichtig für das Team bist, ist das eine feine Sache. Trotzdem hatte ich nach der Winterpause Bewerbe übergreifend erst sechs Einsätze. Damit kann ich nicht zufrieden sein, auf Dauer ist das keine Lösung. Ich habe mehrfach gezeigt, dass auf mich Verlass ist, werde weiter lästig bleiben und möchte mithelfen die Ziele des Vereins umzusetzen. Nach der Saison wird man sehen in wie weit mir das gelungen ist, dann schauen wir weiter.“

In Deutschland wird das Nationalteam-Aus von Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng heiß diskutiert, wie siehst du die Entscheidung von Bundestrainer Jogi Löw?

„Alle drei sind für mich absolute Weltklasse, alle drei spielen nicht umsonst bei Bayern München und alle drei haben genügend Qualität und Erfahrung, um jeder Mannschaft helfen zu können. Der Bundestrainer wird sich sicherlich etwas dabei gedacht haben, die Art und Weise wie die Entscheidung öffentlich gemacht wurde, finde ich aber alleine schon aufgrund ihrer sportlichen Verdienste ziemlich respektlos. Im Prinzip hat man ihrer Karriere im Nationalteam für beendet erklärt und den Druck auf die jungen Spieler weitergegeben. Aber ganz ohne Erfahrung funktioniert eine Mannschaft nicht, es braucht auch Leitwölfe.“

Stichwort Nationalteam, am kommenden Donnerstag startet die EM-Qualifikation mit der Partie gegen Polen. Du hast im aktuellen Kader nach Marko Arnautovic (77) und Sebastian Prödl (73) mit 70 Einsätzen dir drittmeisten Teamspiele in den Beinen, wie beurteilst du die Ausgangsposition in der Gruppe, worauf wird es gegen Polen ankommen.

„Wir wollen uns für die EM unbedingt qualifizieren, müssen also erster oder zweiter werden und treffen gleich im ersten Spiel auf den vermeintlichen Gruppefavoriten. Polen ist viel mehr als Robert Lewandowski, sie haben speziell in der Offensive unglaublich viel Qualität, es wird also darauf ankommen als Mannschaft gut zu verteidigen und die Chancen, die sich uns bieten zu nützen. Wir haben zwar nicht viel Vorbereitungszeit, aber ich bin davon überzeugt, dass der Teamchef einen passenden Matchplan in der Tasche hat. Zudem spricht der Heimvorteil für uns. Wenn wir unsere Möglichkeiten abrufen, werden wir erfolgreich sein, davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Am 24. März folgt das Auswärtsspiel gegen Israel, das Wiedersehen mit Andreas Herzog und Willi Ruttensteiner birgt viele Emotionen.

„Das Thema ist willkommener Zündstoff für die Medien, aber nicht für uns Spielern. Ich persönlich sehe es als Vorteil bereits jetzt in Israel antreten zu können, im Sommer und Herbst ist es unerträglich heiß und die Luftfeuchtigkeit der Wahnsinn. Ich habe mit Dynamo Kiew im September 2015 in der Champions League gegen Maccabi Tel Aviv gespielt, wir haben damals knapp mit 1:0 gewonnen, sind aber ordentlich ins Schwitzen gekommen.“

Wir bedanken uns bei Dominic Marsano und Klaus Rieder von Talking-Heads für die Zurverfügungstellung des Interviews!

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abseits.at Redaktion

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