Für die österreichischen Europa League Starter wird es diese Woche wieder ernst: Während Sturm Graz nur noch minimale bzw. theoretische Chancen auf einen Aufstieg... Nur ein kleiner Dämpfer – die Europacupgegner der Österreicher schweben auf einer Welle des Erfolgs!

Für die österreichischen Europa League Starter wird es diese Woche wieder ernst: Während Sturm Graz nur noch minimale bzw. theoretische Chancen auf einen Aufstieg hat, können Red Bull Salzburg und der FK Austria Wien am Donnerstag mit neuerlichen Sensationen die Tür zur nächsten Runde einen kleinen Spalt weiter aufstoßen.

Doch die Gegner der Österreicher schlafen nicht: Athletic Bilbao absolvierte seit dem 2:2 gegen Red Bull Salzburg gleich drei Ligapartien und blieb dabei unbesiegt. Ein 1:1 beim FC Valencia, der 3:0-Heimsieg über Atlético Madrid und ein 1:1 bei Sporting Gijon ließen die Basken auf den neunten Tabellenplatz klettern. Llorente traf zweimal, Muniain, Toquero und Susaeta jeweils einmal.

Javi Martinez und Amorebieta verletzt

Gegen Gijon und Atlético lief das Team von Marcelo Bielsa jeweils in einem 4-2-3-1-System auf. Beim vorherigen 1:1 in Valencia praktizierte man ein riskanteres 4-3-3-System, allerdings mit Susaeta und Muniain auf den Positionen der Außenstürmer. Die beiden spielen in einem 4-2-3-1 auf den Außenpositionen im Mittelfeld, werden dann in der offensiven Mittelfeldreihe zumeist von De Marcos unterstützt. Dieser nahm gegen Valencia die defensivere Position im rechten Mittelfeld ein, spielte im 4-3-3 gemeinsam mit Javi Martinez und Iturraspe in der Mitte des Feldes. Letzterer wiederum ist mittlerweile im Mittelfeld der Basken fix eingeplant und wird daher auch gegen Red Bull Salzburg im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen. Ansonsten änderte an sich an Grundausrichtung und Aufstellung von Athletic Bilbao nicht viel, wodurch wieder ein 4-2-3-1 zu erwarten ist. Allerdings mit der Konstellation Iturraspe-Herrera im defensiven Mittelfeld (Javi Martinez laboriert an einer Adduktorenzerrung) und Mikel San José in der Innenverteidigung, der dort den schwer an der Hüfte verletzten Fernando Amorebieta ersetzen wird. Offensiv darf man wie gehabt Fernando Llorente erwarten, der aus dem Mittelfeld von Muniain, Susaeta und De Marcos unterstützt wird.

Alkmaar minimalistisch und erfolgreich

Die Austria möchte nach dem 2:2 von Alkmaar auch zu Hause gegen AZ überraschen. Doch die Niederländer zeigten sich letzte Woche erschreckend effektiv. In der Liga gab es einen 1:0-Heimsieg gegen Roda Kerkrade und einen 1:0-Auswärtssieg bei Heracles Almelo. DieTore erzielten Elm bzw. Maher. Dadurch baute AZ Alkmaar die Führung in der Eredivisie bereits auf sechs Punkte aus – ohne zu überzeugen. Im Cup gab es zwischendurch noch gegen Zweitligist Dordrecht auswärts einen 3:2-Sieg, bei dem Wernbloom, Klavan und Maher trafen. Damit ist AZ Alkmaar nun schon seit 15 Pflichtspielen ungeschlagen und kassierte dabei nur 13 Tore.

Elm nicht 100%ig fit, Wernbloom umso mehr!

Die Niederländer änderten im Vergleich zum Austria-Spiel kaum etwas an ihrer Aufstellung, stellten weiterhin dieselbe eingespielte Mannschaft auf, die sich aber gegen die Violetten schwer tat. Die nächsten Wochen und Monate werden allerdings schwieriger für den Neo-Spitzenklub: Außenverteidiger Marcellis erlitt beim 1:0-Sieg über Roda einen Mittelfußbruch und fällt für den Rest des Jahres aus. Rasmus Elm leidet unter muskulären Problemen im hinteren Oberschenkel, konnte allerdings zuletzt gegen Heracles Almelo, wenn auch fitgespritzt, spielen. Die größten Hoffnungen für das Auswärtsspiel ruhen auf Pontus Wernbloom: Der 25-jährige Schwede entwickelt sich immer mehr zum Marathonmann der Niederländer, machte zuletzt alle Spiele über 90 Minuten mit, wobei seine Formkurve nach oben zeigt! Neben Dirk Marcellis sind übrigens auch Brett Holman und Ruud Boymans weiterhin verletzt.

Anderlecht patzt nur im Cup

Sturm Graz kann die Großen in Gruppe L nur noch ärgern, wenn im Auswärtsspiel gegen den RSC Anderlecht ein voller Erfolg gelingt. Dies ist aber angesichts der aktuellen Verfassung der Violetten aus Belgien sehr unwahrscheinlich. In der Liga liegt der RSC bereits sechs Punkte vor den ersten Verfolgern aus Gent und Brügge, die letzten sieben Ligaspiele wurden gewonnen, die Mannschaft von Roger vanden Stock war seit 15 Pflichtspielen unbesiegt, bevor man im Cup mit einer B-Elf gegen Drittligist Rupel Boom ausschied. Danach gab es jedoch postwendend einen 4:0-Heimsieg gegen Lierse, davor einen 2:1-Auswärtserfolg bei Westerlo. Guillaume Gillet, der auch in Graz traf, erzielte die Hälfte der sechs Anderlecht-Treffer in den letzten beiden Ligaspielen. Für die anderen Tore sorgten Jovanovic, Kljestan und ein Eigentor.

Sehr offensives 4-2-3-1 mit brasilianischem Hirn

In den Spielen nach dem 2:0-Sieg in Graz wurde die Mannschaft des RSC Anderlecht zweimal auf mehreren Positionen umgestellt. In Westerlo spielten statt der in Graz aufgestellten Wasilewski (RV), Safari (LV) und Suárez (OM) im selben System Odoi (RV), Deschacht (LV) und das brasilianische Supertalent Canesin Matos (OM). Gegen Lierse (4:0) rückten Wasilewski und Safari wieder ins Team und Anderlecht praktizierte neuerlich ein 4-2-3-1, das jedoch wie ein 4-3-3 wirkte, da die Mittelfeldspieler sehr offensiv ausgerichtet waren und Lierse sehr früh störten (hohe Pressingzone). Dies kam vor allem dem US-Amerikaner Sacha Kljestan zugute, der eine starke Partie im defensiven Mittelfeld (das gar nicht so defensiv war) machte, einen Treffer erzielte und einen vorbereitete. Der 19-jährige Canesin Matos bereitete zwei Tore vor, Milan Jovanovic traf zweimal nur die Stange. Gegen Sturm darf man ähnlich wie gegen Lierse ein sehr offensives 4-2-3-1 erwarten. Höchstwahrscheinlich ohne den angeschlagenen Dieumerci Mbokani, dafür mit Matías Suárez als Solospitze und Canesin Matos dahinter.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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