Den US Amerikanerinnen gelingt die Revanche für das letztjährige WM Finale indem sie Japan im Spiel um olympisches Gold  mit 2:1 besiegen. 80.000 Zuseher... US- Girls machen das Gold Tripple perfekt!

Den US Amerikanerinnen gelingt die Revanche für das letztjährige WM Finale indem sie Japan im Spiel um olympisches Gold  mit 2:1 besiegen. 80.000 Zuseher sahen dabei eine rassige und technisch hochstehende Partie in der auch Schiedsrichterin Bibiane Steinhaus entscheidend (nicht) eingreift. Zu den Matchwinnerinnen avancieren Doppeltorschützin Carli Lloyd und Torfrau Hope Solo, die ihrem Ruf als weltbeste Torfrau mehrfach gerecht wird.

Der Turnierverlauf

Während die USA ihre Gruppe makellos absolvierten (Siege gegen Frankreich, Kolumbien und Nordkorea) mühte sich Japan mehr recht als schlecht durch die Vorrunde. Nach dem Auftaktsieg gegen Kanada reichten den Asiatinnen zwei torlose Remis gegen Schweden und Südafrika um die Gruppe auf dem 2. Platz hinter Schweden zu beenden. Im Viertelfinale besiegten die USA Neuseeland und Japan Großbritannien jeweils mit 2:0 ehe im Semifinale zwei wahre Hammerpartien warteten. Japan mühte sich gegen Frankreich zu einem 2:1-Sieg und hatte 10 Minuten vor Spielende Glück als die Equipe Tricolore einen Foulelfmeter zum möglichen Ausgleich vergab.

Noch dramatischer verlief das Nordamerikanerduell zwischen Kanada und den USA: Die Kanadierinnen gingen drei Mal in Führung, mussten jedoch ebenso oft den Ausgleich hinnehmen. Als in der Verlängerung schon alles auf ein Elfmeterschießen hindeutete, sorgte Alex Morgan in der 123. Minute per Kopf für den Finaleinzug der Topfavoritinnen. Die Neuauflage des WM Endspiels 2011 war also perfekt.

Das Finale

Wie im WM-Finale begannen die USA besser und aktiver, bereits in der dritten Minute hatte Alex Morgan die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber an der japanischen Torfrau Miho Fukumoto. Nur fünf Minuten später aber klingelte es im japanischen Kasten: Nach Pass von Tobin Heath und Flanke von Morgan hatte Carli Lloyd keine Mühe den Ball per Kopf über die Linie zu drücken.

Die Führung sollte die Asiatinnen aufwecken: Sie übernahmen das Kommando und drückten auf den Ausgleich. Zunächst vereitelte Hope Solo einen Schuss von Nahomi Kawasumi um sich nur eine Minute später auch gegen Yuki Ogimi durchzusetzen, als sie deren Kopfball an die Latte lenken konnte. In der 26. Minute griff erstmals das Schiedsrichterinnengespann um Bibiane Steinhaus wirkungsschwer nicht ins Spiel ein: Bei einer Freistoßflanke entging den Spielleiterinnen ein eindeutiges Handspiel der Amerikanerinnen. Im Gegenzug hatte Japan Glück: Nach einer Flanke der USA traf Azusa Iwashimizu „nur“ die eigene Innenstange. In der 33. Minute bewahrte Metall die Amerikanerinnen erneut vor dem Ausgleich, weil Kapitänin Aya Miyama mit einem Fernschuss nur die Latte traf. So brachten die US-Girls die schmeichelhafte Führung in die Halbzeitpause.

Nach Wiederanpfiff der nächste folgenschwere Fehler von Steinhaus: Wieder entging ihr und ihren Assistentinnen ein klarer Regelverstoß im Strafraum der USA: Bei einer Flanke von außen umklammerte Abwehrspielerin Rachel Buehler Saki Kumagai und brachte sie so zu Fall. Wieder kein Elfer. Wieder Glück für die USA. Japan blieb nun am Drücker vergab aber eine gute Gelegenheit durch Miyama. In der 54. Minute gelang den USA die vermeintliche Vorentscheidung: Lloyd erhält den Ball an der Mittellinie und zieht unbehindert Richtung Strafraum. 18 Meter vor dem Tor nimmt sie sich ein Herz und schießt von rechts mit dem rechten Fuß ins lange Eck. Ein satter Schuss, bei dem Fukumoto chancenlos ist. Als alles nach einer klaren Sache aussieht schlägt Japan zurück:  In der 63. Minute wird der Druck der Asiatinnen zu groß: Nach einer herrlichen Kurzpassstafette versenkt Ogimi den Ball im Tor. Nun war es ein offener Schlagabtausch; Japan mit mehr Ballbesitz und aktiver im Spiel nach vorne, die USA aber im Konter immer brandgefährlich und immer für ein Tor gut.

Die größte Chance zum Ausgleich fand die eingewechselte Mana Iwabuchi in der 83. Minute vor: Zunächst erkämpfte sich die Stürmerin durch aggressives Pressing in der gegnerischen Hälfte den Ball, dann zog sie in den Strafraum und versuchte von links den Ball mit dem rechten Innenrist an Solo ins lange Eck vorbeizudrehen: Diese sicherte aber mit einer Glanzparade den Sieg und damit die Goldmedaille. Die USA holten damit im 5. Frauenturnier zum 4. Mal Gold und festigten so ihre olympische Vormachtstellung

Fazit

Die Finalistinnen bewiesen, dass sie momentan das Maß der Dinge im Frauenfußball sind. Das spielerische, technische und athletische Niveau steigert sich stetig. Verglichen mit dem zeitgleich stattfindenden Europacupspiel zwischen Rapid und Novi Sad beispielsweise war das olympische Finale das weit attraktivere Match, weil es, mindestens genau so spannend, wesentlich mehr Torszenen zu bieten hatte. Die Rekordkulisse im Wembley beweist, dass auch der Zuschauerzuspruch (zumindest bei großen Turnieren) immer größer wird. Während Damenboxen noch heftig umstritten ist, zählt das Damenturnier im Fußball zu den Fixpunkten im olympischen Programm. Und das ist gut so!

Patrick Redl, abseits,at

Patrick Redl

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