Im Mai 2016 endete nach elf Jahren die Laufbahn von Alexander Friedl bei der Admira. Als 23-Jähriger heuerte der heutige Manager noch als Student... Anekdote zum Sonntag (67) –  Spiel, Satz & Sieg im Trainingslager
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_Admira Wacker Mödling - Wappen mit FarbenIm Mai 2016 endete nach elf Jahren die Laufbahn von Alexander Friedl bei der Admira. Als 23-Jähriger heuerte der heutige Manager noch als Student in der Geschäftsstelle der Niederösterreicher an und erlebte vom Abstieg und Fast-Konkurs bis zum Aufstieg, der Rückkehr in den Europacup, dem verlorenen Cupfinale, der Weiterentwicklung von Talenten wie Sabitzer, Hoffer, Dibon, Schwab, Hosiner viele Höhen und Tiefen.

Die schrecklichste Zeit – inklusiv der unangenehmsten Autofahrt seines Lebens – musste Friedl unter der Präsidentschaft von Milliardär Pishyar erleben. Als dieser den Traditionsverein mit seinen guten Absichten beinahe ruiniert hatte, musste dringend Hilfe her. Friedl, der anfangs eigentlich nur ein halbes Jahr in Mödling arbeiten wollte, blieb an Bord des schwankenden Dampfers. „Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass ich niemanden im Stich lassen will.“, begründete er sein Bleiben.

Er war dabei als sich Vize-Präsident Weiss mit Unternehmer Richard Trenkwalder zum Krisengipfel traf. Der gebürtige Steirer Trenkwalder, der als Personaldienstleister von Schwadorf aus ein Vermögen gemacht hatte, hatte sich auch dem dortigen Verein angenommen und so als Förderer erste Erfahrungen gesammelt. Trenkwalder rettete durch eine Fusion mit dem ASK Schwadorf und einer Menge Marie den angeschlagenen Mödlinger Verein sowie seine altehrwürdige Akademie. Der Zeitarbeitspionier hatte ernsthafte Ambitionen: In zwei Jahren sollte die Admira wieder in der Bundesliga kicken. Es dauert bis ins Jahr 2011 ehe der Aufstieg gelang. Hauchdünn, mit einem Punkt Vorsprung holte man sich den Teller der Ersten Liga vor dem SCR Altach.

Im Wintertrainingslager in der Türkei rüstete man sich damals für das arbeitsintensive Frühjahr. Trotzdem oder gerade deswegen sollte der Spaß nicht zu kurz kommen, so initiierte der Sponsor ein vereinsinternes Tischtennisturnier. Er selbst wollte gute Figur machen und übte hingebungsvoll. Bereits vor der Abreise Richtung Süden trainierte er mit einem eigens engagierten Coach. Als Hauptpreis stiftete der Mäzen einen Städtetrip nach Istanbul. Trenkwalder überstand tatsächlich die ersten K.O.-Runden, sein persönliches Waterloo erlebte er aber gegen Stürmer René „Chica“ Schicker. Der Obersteirer machte mit dem Chef kurzen Prozess und dass obwohl dieser die angesetzte Partie dreimal verschieben ließ.

Selbst durch diese Psychospielchen ließ sich der Angreifer nicht verunsichern. Im Finale standen sich – trotz Schickers Meisterleistung – jedoch Manager Friedl und Tormann Thomas Mandl gegenüber. In einer nervenaufreibenden Partie ging schließlich Friedl als Sieger hervor. Seinen Preis genoss er sichtlich. „Seitdem haben wir nicht mehr gespielt.“, lacht er. Der edle Spender und Initiator zog sich 2014 aufgrund einer Erkrankung aus dem Sport zurück. Im Sommer 2015 erlag Richard Trenkwalder im Alter von 67 Jahren seinem Leiden. Mit ihm verlor Österreich einen großzügigen Sportförderer.

Marie Samstag, abseits.at

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Marie Samstag