Sechs Spieltage stehen in der deutschen Bundesliga in der Saison 2015/16 noch aus. Sechs Spieltage, an denen es für einige Klubs noch um alles... Der Abstiegskampf in der deutschen Bundesliga
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Deutsche BUndesliga_abseits.atSechs Spieltage stehen in der deutschen Bundesliga in der Saison 2015/16 noch aus. Sechs Spieltage, an denen es für einige Klubs noch um alles geht – nämlich um den Klassenerhalt. Fünf Teams – Darmstadt, Hoffenheim, Bremen, Augsburg und Frankfurt – befinden sich derzeit akut in Gefahr. Ein sechstes – Hannover – braucht bereits ein mehr oder weniger großes Wunder, um den Klassenverbleib noch zu schaffen. Ein Überblick über den Stand der Dinge im hinteren Tabellendrittel.

Tabellenstand nach 28 Spieltagen:

(Platz 17 & 18: direkter Abstieg; Platz 16: Relegation gegen den Dritten der 2. Bundesliga)

13) Darmstadt 98             6-11-11   30:43   -13   29
14) TSG Hoffenheim       6-10-12   31:44   -13   28
15) Werder Bremen           7-7-14   38:57   -19   28
16) FC Augsburg                 6-9-13   35:47   -12   27
17) Eintracht Frankfurt     6-9-13   29:44   -15   27
18) Hannover 96                5-2-21   22:52   -30   17

Darmstadt 98

13. Platz, 29 Punkte, 30:43 Tore
Restprogramm: Hamburg (a) / Ingolstadt (h) / Köln (a) / Frankfurt (h) / Hertha (a) / M’gladbach (h)

Sensationsaufsteiger Darmstadt wurde vor der Saison allgemein als Absteiger Nr.1 gehandelt. Doch die Lilien halten bis dato auch in der Bundesliga gut mit und standen nach nunmehr 28 Spieltagen noch kein einziges Mal auf einem der letzten drei Plätze. Komfortabel ist die Situation bei gerade einmal zwei Punkten Vorsprung vor Platz 17 aber dennoch keineswegs. Wie von Trainer Dirk Schuster im Laufe der Saison immer wieder betont, wird es vermutlich bis zum letzten Spieltag ein harter Kampf gegen den Abstieg werden. Mit ihrem ganz eigenen, rustikalen Stil können die Darmstädter jedoch für jede Mannschaft ein unangenehmer Gegner sein. Der Blick auf das Restprogramm verrät, dass es für die Hessen vor allem auf die nächsten Wochen ankommen könnte, denn dort warten drei Teams aus dem Mittelfeld der Liga. Danach steht dann mit dem Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht ein Derby und direktes Abstiegskampfduell zugleich an, bevor schließlich mit Hertha und Gladbach noch zwei Champions-League-Kandidaten auf Darmstadt warten.

TSG Hoffenheim

14. Platz, 28 Punkte, 31:44 Tore
Restprogramm: Frankfurt (a) / Hertha (h) / M’gladbach (a) / Ingolstadt (h) / Hannover (a) / Schalke (h)

Bei den Hoffenheimern zeigt der Trend der vergangenen Wochen eindeutig nach oben: Seitdem Julian Nagelsmann (mit gerade einmal 28 Jahren der jüngste Cheftrainer der Bundesligageschichte) das Team von Huub Stevens übernommen hat, ist neues Leben in die Mannschaft eingekehrt und auch die Punkteausbeute hat sich verbessert. Gerade zuhause konnte man mit drei Siegen und einem Remis in den vier Spielen unter Nagelsmann ordentlich punkten. Auswärts ist bei den Kraichgauern dagegen nach wie vor noch Luft nach oben. Das Restprogramm hält für die TSG eine bunte Mischung aus Teams aus den oberen Tabellenregionen, dem Mittelfeld der Liga sowie der Abstiegszone bereit. Große Bedeutung kommt sicherlich dem Duell mit der derzeit einen Punkt hinter den Hoffenheimern liegenden Frankfurter Eintracht am kommenden Samstag zu.

Werder Bremen

15. Platz, 28 Punkte, 38:57 Tore
Restprogramm: Augsburg (h) / Wolfsburg (h) / Hamburg (a) / Stuttgart (h) / Köln (a) / Frankfurt (h)

Coach Viktor Skripnik sah am vergangenen Wochenende einen starken Auftritt seiner Bremer auswärts in Dortmund. Zählbares sprang dabei am Ende für die Werderaner allerdings nicht heraus, sodass man weiterhin nur einen Punkt vor den Teams auf den Plätzen 16 und 17 liegt. Werder bekommt es im Endspurt mit keiner Mannschaft aus dem ersten Tabellendrittel mehr zu tun, dafür stehen mit den Heimspielen gegen Augsburg und Frankfurt gleich zwei direkte Duelle gegen Teams aus der tabellarischen Nachbarschaft an. Die Partie gegen die Hessen am 34. Spieltag könnte dabei gar zu einem echten Endspiel um den Klassenverbleib werden. Zudem steht  für Werder zwischen dem Wolfsburg-Spiel und dem Nordderby gegen den HSV auch noch das Pokalhalbfinale auswärts bei den Bayern an. Ob sich dies eher als willkommene Abwechslung oder als störende Ablenkung im Abstiegskampf herausstellt, gilt abzuwarten. Zweifellos ein Nachteil für die Bremer ist dagegen die Tatsache, dass sie – Hannover ausgenommen – die schlechteste Tordifferenz aller Abstiegskandidaten aufweisen.

FC Augsburg

16. Platz, 27 Punkte, 35:47 Tore
Restprogramm: Bremen (a) / Stuttgart (h) / Wolfsburg (a) / Köln (h) / Schalke (a) / Hamburg (h)

Der FC Augsburg kommt auch jetzt, da die Doppelbelastung durch die Europa League bereits seit gut einem Monat Geschichte ist, nicht so recht aus den unteren Tabellenregionen heraus. Das Team von Coach Markus Weinzierl präsentiert sich dabei häufig durchaus gefällig, steht am Ende aber einfach zu oft mit leeren oder fast leeren Händen da. Exemplarisch dafür steht das 3:3-Unentschieden nach 3:0-Führung gegen Leverkusen vor einigen Wochen. Zu oft passiert es den Augsburgern diese Saison, dass sie zwar in Führung gehen, aber anschließend das Spiel nicht gewinnen können. Ein Vorteil könnte allerdings das Restprogramm sein, denn nach dem Duell mit Tabellennachbar Bremen stehen (fast) nur noch Spiele gegen Teams aus dem derzeitigen Niemandsland der Tabelle an.

Eintracht Frankfurt

17. Platz, 27 Punkte, 29:44 Tore
Restprogramm: Hoffenheim (h) / Leverkusen (a) / Mainz (h) / Darmstadt (a) / Dortmund (h) / Bremen (a)

Was hat der Trainerwechsel von Armin Veh hin zu Niko Kovac bis jetzt gebracht? Diese Frage ist schwer zu beantworten, denn unter den drei Spielen, in denen der Kroate die Eintracht bis dato betreut hat, waren zwei schwierige Auswärtsspiele in Mönchengladbach und in München dabei. Dort konnte man realistisch betrachtet nur schwer Punkte erwarten – und holte auch keine. Daheim gab es einen durchaus wertvollen 1:0-Sieg gegen die abgeschlagenen Hannoveraner. Somit halten die Hessen weiterhin Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen, doch das Restprogramm erscheint sehr hart: Mit Leverkusen, Mainz und Dortmund kommen drei Gegner aus dem oberen Tabellendrittel, dazu mit Hoffenheim, Darmstadt und Bremen drei direkte Konkurrenten. Letzteres bietet aber natürlich auch Chancen. Ob ihr aktuell verletzter Toptorjäger Alex Meier den Frankfurtern diese Saison noch einmal zur Verfügung stehen wird, ist derzeit fraglich.

Hannover 96

18. Platz, 17 Punkte, 22:52 Tore
Restprogramm: Hertha (a) / M’gladbach (h) / Ingolstadt (a) / Schalke (h) / Hoffenheim (h) / Bayern (a)

Auch dieses Restprogramm hat es in sich: Fünf Gegner aus der oberen Tabellenhälfte, dazu die sich mitten im Abstiegskampf befindlichen Hoffenheimer. Bei zehn Punkten Rückstand zum Relegationsplatz und elf Punkten Rückstand zu Platz 15 benötigt der abgeschlagene Tabellenletzte aus Hannover aber ohnehin ein mehr oder weniger großes Wunder, um die Klasse noch zu halten. Nachdem man bereits in der vergangenen Saison den Ligaverbleib nur ganz knapp am letzten Spieltag geschafft hatte, setzte sich die negative Entwicklung der Niedersachsen in der Spielzeit 2015/16 fort. Mit Daniel Stendel übernimmt nun der bereits dritte Trainer in der laufenden Saison (nach Michael Frontzeck und Thomas Schaaf) die 96er und versucht, das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Nach zuletzt 14 Bundesligajahren in Folge stehen die Zeichen für Hannover momentan aber eindeutig auf Abstieg zum Saisonende.

Jens Bartholmae

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Jens Bartholmae