Eine denkbar schwere Aufgabe hatte Wacker Innsbruck vor sich. Das Tabellenschlusslicht der Bundesliga trat auswärts bei Admira Mödling an, welche sich von ihrem zwischenzeitlichen... Die Folgen eines frühen Ausschlusses: Wacker Innsbruck in der Südstadt chancenlos!

Eine denkbar schwere Aufgabe hatte Wacker Innsbruck vor sich. Das Tabellenschlusslicht der Bundesliga trat auswärts bei Admira Mödling an, welche sich von ihrem zwischenzeitlichen Tief erholt und wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden haben. Mit nur drei Punkten liegt Wacker ganz am Ende und hat die gleiche Anzahl an Punkten Rückstand auf Wiener Neustadt. Gemeinsam sind die beiden abgeschlagen hinter Mattersburg, dem WAC und Co. die bislang schwächsten aller möglichen Abstiegskandidaten. Es sollte auch in dieser Partie gegen Admira nicht besser werden.

Admiras Spielweise zuhause

Zugegeben, die Elf von Dietmar Kühbauer ist eher eine Kontermannschaft, die sich gegen dominierende Gegner wohl fühlt. Sie nutzen die Räume hinter der aufgerückten gegnerischen Abwehr für ihr hochdynamisches Umschaltspiel nach vorne. Doch gegen Wacker Innsbruck zeigten sie auch mit Ball eine gute Leistung, welche aber auch auf die Schwäche des Gegners und besonders den Platzverweis nach der fünften Minute zurückzuführen ist.

Die Admira formierte sich in einem 4-4-2, welches im Pressing ein Versperren der Passwege der Innenverteidiger auf die defensiven Mittelfeldspieler erzeugte. Auf den Flügeln spielte die Admira mit Thorsten Schick und Marcel Sabitzer, welche die auf die Seite gespielten Bälle des Gegners erobern und dann mit ihrer Dynamik sofort nach vorne agieren sollten. Somit lag der Fokus trotz eigenen Publikums natürlich auf der Schnelligkeit der Angriffe und keinem Ballbesitzspiel oder Dominanz durch Ball- statt Feldüberlegenheit.

Spielphilosophische Anpassungen nach den Treffern

Allerdings sei gesagt, dass die Admira im weiteren Spielverlauf ihre Angriffe durchaus bedachter wählte. Nach dem ersten und zweiten Treffer wurde der Fokus weniger auf schnelles Umschalten gelegt, nach dem dritten Tor schien für die Admira das Spiel gelaufen zu sein. Nun ließen sie den Ball in eigenen Reihen zirkulieren, hatten einen für ihre Verhältnisse extremen Ballbesitz – und fingen sich auch ein Tor nach Ballverlust des Innenverteidigers ein.

Alles in allem zeigten sie die richtige Anpassungen: nach der roten Karte erzielten sie ein schnelles Tor, nahmen dann immer mehr den Faktor Stabilität in Ballbesitz in ihr Spiel auf und spielten die Partie über weite Strecken souverän herunter.

Die Außenverteidiger rückten hoch auf, brachten Breite in das Spiel, aber mussten dank der gegnerischen Unterzahl wenig riskieren. Stattdessen konzentrierten sie sich auf das Verbreitern der gegnerischen Ketten und der offensiven Unterstützung durch Kombinationsspiel und Halbfeldflanken.

Mit oder ohne Patrik Jezek?

Der Tscheche nahm in dieser Partie nur auf der Bank Platz. Interessant ist es, ob dieser Wechsel aus Rotationsgründen (bspw. Ermüdung oder ähnliches) oder aus taktische Gründenvonstattenging. Leider zeigte sich aufgrund des gegnerischen Platzverweises nicht, ob Sabitzer und Co. im Verbund ohne Jezek eine höhere Stärke im Pressing, im Vertikalspiel oder in den klassischen Defensivzweikämpfen aufweisen.

Allerdings hatte der ehemalige Salzburger durchaus einige Spiele, wo die Arbeit nach hinten abfiel und er den Außenverteidiger hinter sich, Stephan Palla, oftmals im Stich ließ. Zwar sind dies nur vereinzelte Begebenheiten, doch langfristig könnte sich die Schulung von Sabitzer, Schick oder auch Schwab als defensiv- wie offensivstarkem Flügelspieler auszahlen. Davon dürfte auch abhängig sein, wie oft der spielstarke Jezek trotz seiner Qualität auf der Bank Platz nehmen wird.

Wacker und die rote Karte

Die Gäste positionierten sich bei der roten Karte extrem hoch, wodurch sie in einen typischen Admira-Konter liefen: Issiaka Ouedraogo ließ sich fallen und Bernhard Schachner rückte auf, ein klassisches Wechselspielchen zwischen Mittelstürmer und einem offensivorientierten Zentralen. „Modern“ ist hier lediglich, dass es ein Sechser und kein Zehner war, was für die flexible und spielintelligente Mannschaft Kühbauers spricht.

Nach Ouedraogos Ballannahme ging der Ball beinahe verloren, doch er konnte ihn noch nach hinten weiterleiten. Hier zeigte sich die große Stärke der Admira. Sofort kam ein präziser langer Ball in die Nahtstelle der gegnerischen Abwehr, Tomas Abraham musste die Sense auspacken. Die Folge war eine rote Karte, da Abraham der letzte Mann vor dem Torwart war.

Vom 4-1-4-1 musste auf ein 4-4-1 umgestellt werden, der offensivorientierte Achter Marcel Schreter musste dem defensiveren Simon Piesinger weichen.

Schwächen und Folgen

In diesem 4-4-1 standen sie zwar zumeist den Umständen entsprechend solide. Allerdings legten sie ein schwaches Kettenspiel an den Tag, wie man es beim Führungstreffer der Mödlinger erkennen konnte. Thorsten Schick konnte einen sehr langen Ball von Innenverteidiger Andreas Schrott direkt verwerten. Natürlich war die Direktannahme Weltklasse und der lange Ball ungemein präzise geschlagen, doch in der Grafik entdeckt man die zahlreichen kleinen Fehler bei der Admira.

Schrott stand sehr breit als Innenverteidiger und konnte wegen des gegnerischen 4-4-1 nicht effektiv  attackiert werden. Doch in der Abwehr und im Mittelfeld erkennt man die Probleme der Gäste sowie die Stärke der Mödinger. Diese gingen umgehend zu Tiefensprints über, wussten dank der Eingespieltheit, dass sie sicherlich durch einen langen Ball gegen die relativ hohe Abwehr bedient werden würden.

Der defensive linke Verteidiger in dieser Szene bei Innsbruck stand zu weit entfernt von seinem Mann und von der eigenen Linie, ihm fehlten die nötigen Meter nach hinten, was letztlich zum Tor führte. Auch im Mittelfeld war keine klare Kette erkennbar, das Verschieben wirkte etwas willkürlich und schwach organisiert.

Ähnliches sah man beim zweiten Treffer, wo Lukas Thürauer einen tollen Pass spielte. Allerdings sind solche Pässe bei der nötigen spielerischen Qualität nur Formsache, wenn der Gegner weder attackiert noch die Passwege ordentlich zustellt. Thürauer spielte ideal auf den aufgerückten Palla, dieser konnte von dort einen Ball auf Ouedraogo spielen, bei dem Wacker-Torhüter Szabolcs Safar auch noch patzte.

Fazit

Zu zehnt konnte Wacker nie Druck entfachen und erhielt kurz nach dem Seitenwechsel den dritten Treffer. Danach konzentrierte sich Admira vorrangig auf Ballsicherung, Wacker wurde durch einige Konter zumindest ansatzweise gefährlich und erzielte das 3:1 durch Schütz, als sich Wallner den Ball mit gutem Einsatz eroberte. Doch in der Nachspielzeit traf letztlich Sabitzer zum vierten Tor und besorgte den Endstand in dieser Partie.

Rene Maric, abseits.at

Rene Maric

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