Am 22.Juli beginnt die neue Saison in der österreichischen Bundesliga. Wir wagen einen Ausblick für jeden der zehn teilnehmenden Vereine. Nach seiner Horror-Saison ist... Saisonvorschau 2017/18: Rapid peilt wieder Europa an
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_SK Rapid Wien - Wappen mit Farben

Am 22.Juli beginnt die neue Saison in der österreichischen Bundesliga. Wir wagen einen Ausblick für jeden der zehn teilnehmenden Vereine.

Nach seiner Horror-Saison ist der SK Rapid 2017/18 auf Wiedergutmachung und das Zurückorientieren ins Spitzenfeld aus.

Zugänge: Bolingoli (FC Brügge), Prosenik (zurück von Wolfsberg)
Abgänge: Traustason (AEK Athen), Novota (Debrecen), Schösswendter (Union Berlin), Ljubicic (Wiener Neustadt), Gashi (FAC), Tomi

Torhüter

Tobias Knoflach und Richard Strebinger matchen sich derzeit um das Einserleiberl bei Rapid. Wirklich sicher sind beide nicht. Strebinger hat eine gute Vorbereitung hinter sich und will wieder angreifen, allerdings fehlt es ihm ein wenig an der nötigen „Torhüter-Verrücktheit“. Knoflach hat diese, griff aber in der vergangenen Saison auch da und dort daneben. Einen echten Klasse-Keeper hat Rapid derzeit nicht.

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Verteidigung

Mit Maximilian Wöber hat Rapid eines der größten Abwehrtalente der Liga in seinen Reihen. Sein etatmäßiger Nebenmann Dibon ist einer der wenigen, die auch in der vergangenen Saison regelmäßig Rapid-Tugenden verkörperten. Die Backups für die Innenverteidigung – Sonnleitner und Max Hofmann – haben ihre Vorzüge, aber auch einige Nachteile. Rechts könnte Thurnwald im Laufe der Saison aufgrund seiner Dynamik näher an den eher leichtfüßigen, aber technisch besseren Pavelic herankommen. Links ist Bolingoli ein Upgrade im Vergleich zu Schrammel.

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Zentrales Mittelfeld

Stefan Schwab wird als „echter“ Rapid-Kapitän einen Schritt nach vorne machen und dabei auch Tamas Szanto mitziehen. Vom jungen Ungarn darf man sich 2017/18 sehr viel erwarten, wenn er körperlich zulegen kann. Das große Fragezeichen ist Ivan Mocinic, der großartige Anlagen besitzt, sie aber bisher noch nicht abrufen konnte. Allerdings fühlt er sich unter Djuricin wohler, als unter dessen Vorgängern. Wenn er fit ist, kann er zu einem großen Asset für Rapid werden. Malicsek ist ebenso ein wertvolles Backup wie Steffen Hofmann, der seine Abschiedssaison in Hütteldorf spielt, aber immer noch für den einen oder anderen Assist gut ist.

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Flügel

Louis Schaub ist weiterhin Rapids größte Wertanlage und wird kommende Saison mit Sicherheit wieder in die Spur finden. Wenn er dies auch über den August hinaus schafft, könnte er endlich den großen Sprung nach vorne machen, den man schon lange und ungeduldig von ihm erwartet. Murg muss indes besser werden, um seinen Platz im Team zu behalten. Aus der Etappe kommt nämlich einiges nach: Kuen wurde mit Fortdauer der Vorbereitung stärker, Keles überraschte als gute Alternative für die linke Seite. Fraglich ist, wie es mit Philipp Schobesberger weitergeht. Der Flügelflitzer wäre enorm wichtig für den Rekordmeister, ist aber noch immer mit seinem hartnäckigen Knochenmarksödem beschäftigt.

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Angriff

Joelinton ist der beste Fußballer im aktuellen Rapid-Kader und zeigte im Frühjahr, dass er auch im Abschluss sicherer wurde. Kvilitaia bewies in Ansätzen Knipserfähigkeiten, muss aber an seinem Gesamtpaket und insbesondere seiner taktischen und läuferischen Disziplin arbeiten, um zum echten Goalgetter zu werden. Das Zeug dazu haben beide. Jelic und Prosenik dürften keine tragenden Rollen spielen bzw. könnten den Verein sogar noch im Sommer verlassen, der junge Sobczyk zeigte in der Vorbereitung, dass man ihn zumindest situativ ins Rennen schicken könnte. Ein schneller Stürmer, den Sportchef Fredy Bickel noch holen möchte, würde den Rapid-Sturm in seiner Variabilität aber noch deutlich aufwerten.

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Kollektiv

Aus Krisen kann man auch gestärkt herausgehen. Immer wieder wurde in der vergangenen Saison betont, wie gut die Mannschaft miteinander umgeht, wie stark das Kollektiv ist. Da nun alles wieder bei null beginnt, fällt auch die häufig sichtbare Verkrampfung weg und die recht junge Rapid-Elf wird alles daran setzen, die Saison 2016/17 vergessen zu machen.

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Gesamtwertung und Ausblick

Rapid sollte es kommende Saison schaffen, nach einem Jahr Pause wieder in die Europacup-Qualifikation vorzustoßen. Eine zweite Katastrophensaison am Stück wird es nicht geben, aber für ganz oben reicht es auch noch nicht. Für die Hütteldorfer ist es primär wichtig, die Leichtigkeit wiederzufinden und spielerisch zu alten Rapid-Tugenden zurückzukehren. Dann klappt’s auch mit den Siegen.

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Endplatzierung: Platz 3 oder 4 – Rapid spielt wieder europäisch, hat aber mit dem Titelkampf nichts am Hut

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen