Am Freitag spielt Österreich gegen Aserbaidschan, am darauf folgenden Dienstag gegen Kasachstan, beide Male auswärts. Zum Einstimmen auf das Länderspieldoppel, bei welchem es mindestens... Formcheck Nationalteam: Wer wird beginnen dürfen?

Am Freitag spielt Österreich gegen Aserbaidschan, am darauf folgenden Dienstag gegen Kasachstan, beide Male auswärts. Zum Einstimmen auf das Länderspieldoppel, bei welchem es mindestens um den vierten Platz, wenn nicht sogar um Platz drei und somit wichtige Punkte für zukünftige Setzungen geht, wird ein Blick auf die Spieler geworfen und wie sie sich derzeit präsentieren. Der Fokus liegt auf den Legionären, die nicht so oft im heimischen TV zu bewundern sind.

Beim System ist zu erwarten, dass sich wenig ändert. Ruttensteiner wird auch das 4-2-3-1 anwenden, welches grundsätzlich für die Spieler das beste System ist. Als Alternative bietet sich selbiges System mit offensiverer Ausrichtung im 4-3-3 an, sowie das Spielen mit zwei echten Spitzen. Dass aber eine Formation noch keine Taktik macht, sollte bewusst sein. Das Vertrauen in den Interimsteamchef ist groß und er gilt als Taktikfachmann – die Vorgabe kann nur lauten, sechs Punkte aus Asien mitzunehmen, egal wie. Mit Matchplan und taktischen Kniffen wäre es aber besser.

TORHÜTERFRAGE

Robert Almer, Pascal Grünwald und Jörg Siebenhandl – so lautet das Tormanntrio von Ruttensteiners Teamkader. Nach den Ausfällen von Jürgen Macho, Helge Payer und Christian Gratzei eine durchwegs solide Wahl. In Poleposition steht Austria Wien-Schlussmann Grünwald, der sich zuletzt gut in Form befand. Auch Robert Almer befindet sich im Aufwind, durfte in den letzten drei Partien das Tor hüten, wobei er von einer Verletzung des Fortuna Düsseldorf-Stammkeepers Michael Ratajczak profitierte, den er nach 25 Minuten beim 4:2-Sieg in Karlsruhe ersetzte. In den drei Partien, die allesamt 4:2 für die Fortuna endeten, präsentierte sich Almer gefällig. Am vergangenen Wochenende saß er aber wieder auf der Bank und ob er den Zweikampf mit Publikumsliebling Ratajczak allerdings gewinnen kann, steht in den Sternen. Jörg Siebenhandl spielte zuletzt einige starke Partien bei Wr. Neustadt, mit einem Einsatz im Nationalteam ist aber nicht zu rechnen.

ABWEHRARBEIT

Ekrem Dag tut sich bei seinem Verein derzeit schwer. Von fünf möglichen Ligaspielen bestritt er gerade mal zwei, die dafür über die vollen 90 Minuten. Der schussgewaltige Arbeiter auf der rechten Außenbahn des türkischen Traditionsvereins Besiktas matcht sich mit Florian Klein wohl um den Platz, dieser gilt als offensiver. Auf der anderen Seite ist Christian Fuchs gesetzt, er machte in den letzten beiden Partien unter Neo-Coach Huub Stevens auf sich aufmerksam. Einem Doppelpack gegen Maccabi Haifa ließ er eine gute Leistung gegen den Hamburger SV folgen. Manuel Ortlechner ist sein Back-Up, der Ersatzkapitän spielt aber immer, selbst wenn seine Leistungen im Team meist schlechter sind als bei Schalke 04. In der Innenverteidigung kehrt Sebastian Prödl zurück. Der Schlacks von Werder Bremen profitiert nach seiner Verletzung von Mertesackers Abgang und präsentiert sich wie immer: Schwächen im Stellungsspiel und mitunter langsam. Emanuel Pogatetz fällt mit Rückenproblemen aus, Aleksandar Dragovic spielt weiterhin solide und zeigte mit seinem ersten Saisontor für Basel auf. Der ursprünglich einberufene Franz Schiemer fällt wegen seines Sehnenrisses im Oberschenkel, den er vor ein paar Monaten erlitt, aus. Er möchte lieber für die kommenden Aufgaben bei Salzburg fit sein und keine Komplikationen riskieren, Georg Margreiter ersetzt ihn. In der Innenverteidigung sind Prödl und Dragovic zu erwarten, Klein und Fuchs werden die Außenbahnen bearbeiten.

MITTELFELDRÜCKKEHRER IVANSCHITZ

Er ist zurück. Andreas Ivanschitz kehrt nach zweieinhalb Jahren ins Team zurück und köpfte dabei gleich am Wochenende auch mal zum Tor für Mainz 05 ein. Das Spiel in Nürnberg war aber erst das zweite Saisonspiel, das er über 90 Minuten bestritt. In beiden Spielen traf er. Sein Teamkollege Julian Baumgartlinger ist in der deutschen Bundesliga angekommen, bestritt die letzten beiden Spiele über die volle Distanz und gefiel dabei vor allem offensiv. David Alaba hingegen ist weiterhin die Nummer 13 im Kader der Bayern, bei den Kurzeinsätzen fehlen aber noch die Momente, die ihm mehr Einsatzzeit bescheren können. Paul Scharner wird wohl dasselbe machen, was er immer macht: Wenig auffallen und wenn, dann meist durch fragwürdige Aktionen. Nach Martin Harniks verletzungsbedingtem Ausfall wurde Daniel Royer nachnominiert, der überraschenderweise bereits für Hannover 96 debütieren durfte. Mit dabei sind auch noch Christopher Trimmel, der sich diese Saison verbessert präsentiert, Zlatko Junuzovic und Veli Kavlak, der den kurzfristig ausgefallenen Jakob Jantscher ersetzt. Der Besiktas-Spieler bestritt zwar erst ein Spiel über die annähernd volle Distanz, wurde aber in sieben Saisonspielen eingesetzt. Auf der Doppelsechs sind Baumgartlinger und Scharner zu erwarten, fix ist auch Alabas Einsatz links im Mittelfeld. Harnik wäre wohl über rechts gekommen, Daniel Royer wird ihn ersetzen. In der Zentrale wäre die klassische Variante Junuzovic oder Ivanschitz, außer…

GRÖSSE IM STURM

…Marko Arnautovic darf auf der Zehn spielen, was nach Harniks Ausfall und in Anbetracht der spielerischen Dominanz gegenüber dem Gegner nicht unlogisch ist. Im letzten Spiel war aber wieder sein zweites Gesicht zu sehen, einem unnötigen Tritt folgte nach einem Treffer die rote Karte. An vorderster Front wird Marc Janko spielen, weder Maierhofer noch Hosiner sollten echte Alternativen sein. Letzterer hat zwar einen Lauf, ein Debüt ist aber wenn dann erst möglich, wenn das Spiel entschieden ist. Maierhofer tut sich in Salzburg schwer, Janko dagegen trifft und trifft.

Folgt Ruttensteiner aufstellungstechnisch seiner Vorgabe, auf der Ära Constantini aufzubauen, wird die Startelf so aussehen:
Grünwald – Klein, Dragovic, Prödl, Fuchs – Baumgartlinger, Scharner – Royer, Arnautovic, Alaba – Janko.

Georg Sander, abseits.at

Stefan Karger

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