Da war ja mal wieder einiges los in der zweiten deutschen Bundesliga am Wochenende. Es gab erneut eine faustdicke Überraschung und so schiebt sich... 2. Deutsche Liga: Durchwachsener Spieltag für unsere Legionäre

Da war ja mal wieder einiges los in der zweiten deutschen Bundesliga am Wochenende. Es gab erneut eine faustdicke Überraschung und so schiebt sich die Tabelle allmählich zusammen – es wird kuschlig in der oberen Tabellenhälfte. Die Sorgenkinder der Liga bleiben unten hängen und es gab insgesamt schon vier Trainerentlassungen in dieser Spielzeit. Unsere heimischen Kicker agierten an diesem Spieltag so semi-erfolgreich, restlos überzeugen konnte keiner von ihnen. Dennoch gab es den ein oder anderen Lichtblick.

Louis Schaub, 1. FC Köln
Mit einer überraschenden Heimniederlage der Kölner gegen Tabellenschlusslicht Duisburg verabschiedet sich die zweite Liga in die Länderspielpause. Dabei konnte Schaub das Tor seines FC mit einem Eckball vorbereiten und hatte auch sonst die ein oder andere gute Abschlussaktion. Insgesamt spielte er zwar sehr sichere Pässe und hatte viele Ballaktionen, alles in allem kam aber zu wenig von ihm. Die letzte Durchschlagskraft fehlte der gesamten Kölner Offensivabteilung. Dennoch darf Schaub mit seinen bisherigen Leistungen ganz zufrieden sein.

Christopher Trimmel, Union Berlin
Dem verrückten Ende in Köpenick, bei dem der Union-Goalie in letzter Sekunde zum Ausgleich einnickte, war ein Trimmel-Freistoß vorausgegangen; an diesem Abend die gefährlichste Aktion von ihm. Er zeigte sich zwar laufstark und ambitioniert in seinen Stürmen über den Flügel, aber die letzte Präzision fehlte dabei. Defensiv bekam er nur wenig zu tun, Torszenen waren im Allgemeinen eher Mangelware an diesem Tag. So lieferte er eine durchschnittliche Performance ab, bei der er mannschaftsdienlich spielte, aber nicht sonderlich in Erscheinung trat.

Robert Zulj, Union Berlin
Anders verhält es sich bei Zulj, der in Hälfte Eins die zwei spannendsten Situationen für sich in Anspruch nehmen konnte – seine Weitschüsse strichen aber beide Male am Tor vorbei. Er agierte mit Andersson im Doppelsturm und war der deutlich engagiertere Angreifer. Oftmals ließ er sich in den Rückraum fallen und forderte viele Bälle. Insgesamt eine gute Partie von ihm, bei der er an sieben Abschlussaktionen beteiligt war, intelligent die Bälle verteilte, aber gegen die robusten Heidenheimer im 1 gegen 1 Probleme hatte.

Christoph Schösswendter, Union Berlin
Der baumlange Innenverteidiger stand erneut nicht im Kader der Hauptstädter.

Konstantin Kerschbaumer, FC Ingolstadt
Es läuft einfach nicht rund in Oberbayern – die Ingolstädter befinden sich im freien Fall. Daran ändern kann zurzeit auch Kerschbaumer nichts, der aber immerhin mit einem Tor auf sich aufmerksam machen konnte. Dabei stand er nach einem Standard goldrichtig und legte den Ball per Volley unter die Latte. Erfreulich ist ebenso seine Laufleistung, denn er spulte in den 90 Minuten über 13 Kilometer ab. Weniger positiv ist seine Leistung insgesamt, denn er konnte das Spiel seines Teams nie gänzlich in den Griff bekommen und gegen den Ball wirkte er oft etwas nachlässig. Dennoch ist hervorzuheben, dass der Wille bei ihm unverkennbar ist und er einen unbändigen Drang zum Tor besitzt, selbst in einer schwierigen Situation wie der jetzigen.

Thorsten Röcher, FC Ingolstadt
Der Offensivmann scheint unter Coach Nouri schlechte Karten zu haben, denn bei der Heimniederlage saß er 90 Minuten lang auf der Bank.

Marco Knaller, FC Ingolstadt
Zwei Gegentore durch Freistöße, das ist die Bilanz von Knaller bei der Heimniederlage gegen Paderborn. Beim ersten Gegentreffer wirkte er leicht überrumpelt, beim zweiten Tor war er absolut machtlos. Ansonsten zeigte er sich in der Strafraumbeherrschung verbessert und blieb auch in 1 gegen 1 Situation der Sieger. Für ihn persönlich eine sicherlich ansprechende Leistung, auf welche er in den nächsten beinharten Wochen aufbauen kann.

Mathias Honsak, Holstein Kiel
Weiterhin verletzt ist Außenspieler Honsak, der die Auswärtsniederlage seines Teams in Aue wohl vor dem Fernsehgerät verfolgte.

Lukas Gugganig, Greuther Fürth
Aufgrund einer Gelb-Sperre stand Gugganig beim 1:1-Unentschieden gegen Regensburg nicht im Kader seines Teams.

Nikola Dovedan, FC Heidenheim
Im Doppelsturm mit Glatzel präsentierte sich der junge Österreicher wie gewohnt sehr eifrig und lauffreudig. Seine Wege und seine klugen Ballaktionen kommen der ganzen Offensive zu Gute, da er einen ständigen Unruheherd für die gegnerische Abwehrreihe darstellt. Im Torabschluss war ihm in Berlin Fortuna nicht hold, seine Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt. Seine Präsenz am Platz zeigt sich einmal mehr in der Foulstatistik, denn er war an insgesamt 12 Vergehen, ob passiv oder aktiv, beteiligt.

Patrick Möschl, Dynamo Dresden
Nach seinem letztwöchigen Kurzeinsatz durfte sich Möschl auch an diesem Spieltag wieder beweisen und wirkte die letzten 20 Minuten mit. Er zeigte sich beim Last-Minute-Unentschieden in Magdeburg sehr engagiert und bekam sogar einen Elfmeter zugesprochen, welcher aber von Kone versemmelt wurde. Insgesamt zeigt seine Kurve stark nach oben, der Trainerwechsel kommt ihm entgegen.

Sascha Horvath, Dynamo Dresden
Für Horvath bleibt nach wie vor nur der Platz auf der Tribüne, er stand nicht im Aufgebot seines Teams. Obwohl er in den Kader der U-21 Auswahl berufen wurde, hat Horvath schlechte Karten unter Neo-Coach Walpurgis und wird von der BILD-Zeitung gar schon als „Verlierer des Trainerwechsels“ bezeichnet.

Christian Gartner, MSV Duisburg
Der Mittelfeldspieler der Meidericher fällt mit einem Kreuzbandriss bis zur Frühjahressaison aus.

Dominic Wydra, Erzgebirge Aue
Beim Sieg gegen Kiel stand Wydra erneut nicht im Kader seiner Auer. Aufgrund der ansprechenden Leistung seines Teams dürfte es für ihn schwer werden, wieder in die Mannschaft zu rutschen.

Stefan Kulovits, SV Sandhausen
Einen durchwachsenen Tag erlebte der Routinier der Sandhäuser bei der Auswärtsniederlage am Millerntor. Einerseits zeigte er sich sehr passsicher im Aufbauspiel und verschleppte die Partie gekonnt, andererseits fehlte die Tiefe in seinen Zuspielen und sein ansonsten starkes Zweikampfverhalten war am Sonntag ausbaufähig. Nach einer guten Stunde wurde er wegen einer taktischen Umstellung vom Feld genommen.

Manuel Prietl, Arminia Bielefeld
Unauffällig zeigte sich Prietl im neuformierten Fünfermittelfeld der Arminen, die sich in Bochum mit 0:1 geschlagen geben mussten. Er hatte nur wenige Ballaktionen und verrichtete meist die „Drecksarbeit“ für seine Nebenleute, wobei er an diesem Spieltag einige Zweikämpfe verlor. Im Spiel nach vorne war er kaum zu sehen. Gut eine Viertelstunde vor Schluss wurde er ausgewechselt, da Trainer Saibene die Offensive stärken wollte. Obgleich dieser eher mittelmäßigen Leistung bleibt Prietl im Mittelfeld wohl gesetzt.

Lukas Hinterseer, VfL Bochum
Der Stürmer des VfL trat zwar nicht mit einem Torerfolgt in Erscheinung, zeigte sich aber dennoch sehr spielstark. Da er immer für einen gefährliche Aktion gut ist, hatten die gegnerischen Verteidiger ihre liebe Not und er kam zu zwei Abschlussaktionen. Gegen Ende hätte er durch eine gute Möglichkeit die Vorentscheidung erzielen können, sein Abschluss verfehlte aber das Ziel. Er war an fast allen Offensivaktionen seines Teams beteiligt und wenn er einmal nicht direkt am Ball war, schuf er mit seinen intelligenten Läufen seinen Mitspieler den benötigten Platz. Gute Performance von ihm.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer