In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren,... Abseits.at-Leistungscheck, 22. Spieltag 2013/14 – David Alaba mit solider Vorstellung beim 4:0-Auswärtssieg in Hannover

David Alaba (ÖFB. FC Bayern München)In dieser Serie betrachten wir die Leistungen und Statistiken der österreichischen Legionäre in der deutschen Bundesliga, wobei wir in erster Linie jene Spieler analysieren, die beim österreichischen Teamchef Marcel Koller gute Karten haben. Nachdem wir uns gestern die Leistungen unserer Werder-Legionäre beim 0:0-Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt ansahen, wollen wir uns nun den restlichen ÖFB-Legionären widmen.

Hannover 96 – FC Bayern München   0:4

Die Bayern gewannen am vergangenen Spieltag ihr 14. Meisterschaftsspiel in Folge und fügten Hannover 96 die höchste Saisonniederlage zu. Bei allen 14 Siegen wurden mindestens zwei Treffer erzielt, womit Guardiolas Mannschaft den Rekord von Borussia Dortmund egalisierte, die 1995 ebenfalls in 14 aufeinanderfolgenden Partien mindestens zweimal trafen. Guardiola ließ gegenüber dem Arsenal-Spiel wieder ein wenig rotieren und brachte Starke, Rafinha, Müller und Schweinsteiger für Neuer, Dante, Kroos und Robben in die Partie. Schweinsteiger kam somit erstmals nach seiner Knöchel-Operation zum Einsatz und zeigte auf der Doppelsechs neben Lahm eine starke Leistung.

David Alaba begann wie gewohnt als linker Außenverteidiger und darf mit seiner Vorstellung durchaus zufrieden sein. Defensiv ließ er überhaupt nichts anbrennen, hatte aber in dieser Hinsicht einen eher gemütlichen Arbeitstag, da die Hausherren über seinen Flügel nicht viel 1zustande brachten. Wie wir es unter Guardiola schon gewohnt sind, rückte er immer wieder ins Zentrum ein, was man anhand der Grafik der durchschnittlichen Spielpositionen (Bild rechts, Alaba mit Nummer 27) gut sehen kann. Österreichs Fußballer des Jahres schaltete sich immer wieder gut in die Angriffe ein und zeigte sich hier variabel, indem er seine Mitspieler je nach Situation vorder- bzw. hinterlief und so zu einigen guten Offensivaktionen kam. Er leitete mit einem Querpass die Szene zum 3:0 ein, schoss selbst einmal aufs gegnerische Tor, schlug drei Flanken und bereitete zwei Torschüsse vor. Insgesamt kam er auf starke 98 Ballberührungen und spielte 75 Pässe, von denen 84% bei seinen Mitspielern ankamen. Er gewann 15 seiner 24 Zweikämpfe (62,5%) und fing vier gegnerische Pässe ab. Mit einer Laufleistung von 10,81 Kilometern belegt er mannschaftsintern hinter Philipp Lahm den zweiten Platz und kann sowohl die meisten Sprints (29), als auch intensiven Läufe (80) aller Bayern-Spieler vorweisen. Der kicker bewertete ihn mit der Note 3, sportal.de gab ihm eine 2,5, die sich der Bayern-Legionär auch redlich verdiente.

VfB Stuttgart – Hertha BSC Berlin   1:2

Der VfB Stuttgart verlor das Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin mit 1:2 und ging damit in den letzten sieben Meisterschaftsspielen immer als Verlierer vom Platz. Der 36-jährige Levan Kobiashvili brachte die Gäste schon in der fünften Minute in Führung und löste damit Michael Preetz als den ältesten Torschützen in Herthas Bundesliga-Geschichte ab. Arthur Boka gelang durch einen spektakulären Weitschuss knapp vor der Pause der Ausgleich, doch ein Treffer des eingewechselten Sandro Wagners in der 87. Minute brach den Hausherren das Genick.

Martin Harnik begann im rechten Mittelfeld und kam in der elften Minute zu einer guten Chance, die von Torhüter Thomas Kraft jedoch zunichte gemacht wurde. Ansonsten schoss er noch ein weiteres Mal aufs Tor und schlug zwei Flanken. Er kam auf 51 Ballkontakte und spielte 35 Pässe, von denen 77% ankamen. Für seine Verhältnisse sind das recht ordentliche Werte, da er in dieser Saison einige Male nur etwa 30 Mal den Ball berührte und das Spiel weitgehend an ihm vorbeizog. Harnik rackerte hart und spulte mit 11,55 Kilometern die größte Laufdistanz aller VfB-Spieler ab. Dazu absolvierte er wie David Alaba mannschaftsintern die meisten Sprints (35) und intensiven Läufe (76). Auch seine Zweikampfbilanz ist erfreulich, denn er entschied 17 seiner 29 Duelle für sich (58,6%), ein Quote, die in dieser Saison ebenfalls Seltenheitswert hat. Trotz dieser guten Statistiken bleibt ein unbefriedigender Eindruck zurück, da seine Aktionen in der Offensive zu wenig zwingend waren und er, wie auch die meisten seiner Mannschaftskollegen, zu wenig Risiko nahm. Gegen eine zu abwartend und passiv spielende Hertha wäre weit mehr möglich gewesen und der fehlende Mut wurde am Ende dann auch noch mit dem Verlusttreffer hart bestraft. Sowohl der kicker, als auch sportal.de gaben Martin Harnik die Note 4.

Weitere Kurzeinsätze

Philipp Zulechner gab bei Freiburgs 2:4-Niederlage gegen den FC Augsburg sein Debüt, durfte als Einwechselspieler jedoch lediglich ab der 87. Minute mitspielen. Er berührte dreimal den Ball, spielte zwei erfolgreiche Pässe und gewann seinen einzigen Zweikampf. Er stand am Platz als der Augsburger Andre Hahn in der Nachspielzeit den vierten Treffer der Gäste schoss, der die Partie endgültig entschied. Wir hoffen, dass der Stürmer in Zukunft mehr Minuten bekommen wird, um sich in der Bundesliga zu beweisen.

Emanuel Pogatetz wurde beim 2:1-Sieg der Nürnberger über Eintracht Braunschweig in der 69. Minute eingewechselt. Coach Verbeek verstärkte die Defensive, da seine in Unterzahl agierende Mannschaft den Sieg über die Zeit bringen wollte, was schließlich auch gelang. Pogatetz berührte nur fünf Mal den Ball, gewann allerdings immerhin beide Zweikämpfe, die er bestritt. Da Innenverteidiger Per Nilsson nach seiner Notbremse in den nächsten Spielen gesperrt sein wird, erhöhen sich die Chancen, den österreichischen Abwehrspieler in nächster Zeit wieder von Beginn an spielen zu sehen. Der Heimsieg gegen das Schlusslicht aus Braunschweig katapultierte Nürnberg jedenfalls an den 12. Tabellenplatz.

Stefan Karger, www.abseits.at

Stefan Karger

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