Auch in diesem Jahr lohnt sich ein Blick auf die Anstoßzeitenverteilung in den verschiedenen europäischen Ligen, um Klarheit in diesem bei vielen Fans umstrittenen... Anstoßzeitenanalyse zur Serie A 2016/17

_Serie A Italien
Auch in diesem Jahr lohnt sich ein Blick auf die Anstoßzeitenverteilung in den verschiedenen europäischen Ligen, um Klarheit in diesem bei vielen Fans umstrittenen Thema zu schaffen. Nachdem das deutsche Ober- und Unterhaus, die Schweiz, Österreich und Frankreich schon betrachtet wurden, folgt nun Italien.

Der Regelspieltag in der Serie A sieht folgendermaßen aus:

Samstag: je 1 Spiel um 18:00 und 20:45 Uhr
Sonntag: je ein Spiel um 12:30 und 20:45 Uhr; 6 Spiele um 15:00 Uhr

Die ersten beiden Spieltage wurden nicht berücksichtigt, da die Spiele wie in der Primera División wegen der hohen Temperaturen vornehmlich abends stattfanden und damit nicht vollumfänglich zu den Regelanstoßzeiten. Des Weiteren wurden die drei englischen Wochen und der letzte Spieltag, der auch nicht komplett zu den Standardanstoßzeiten ausgespielt wurde, nicht abgebildet. Dazu kommt der Spieltag am Osterwochenende, an dem alle Spiele samstags stattfanden.



Zu Beginn eines Spieltags setzt man selten Topklubs an. So verwundert es auch nicht, dass einzig Lazio und Napoli eine nennenswerte Anzahl an Begegnungen zu diesem Termin betreiten durften, wobei es sich bei letzterem Klub aufgrund der CL-Teilnahme erklärt. Wie man später sehen wird, bekam Juventus vor CL-Spieltagen häufiger den späteren Termin am Samstagabend, sodass Napoli früher um 18 Uhr antreten musste. Topspiele findet man hier gar nicht, da Premier League und Bundesliga fast zeitgleich ihre Topspiele bestreiten. Erwähnenswert ist noch der hohe Wert von Atalanta, die bekanntlich eine tolle Saison hinlegten und schließlich Vierter wurden. Der Lohn waren also viele Spiele zu dieser Einzelanstoßzeit.



Da die Topspiele eines jeden Spieltags entweder am Samstag oder Sonntag um 20:45 Uhr stattfinden, führen die Topklubs hier die Wertung an. Ganz vorne stehen wegen der Teilnahme an der Champions League natürlich Juventus und Napoli. Milan und Lazio sind auch noch relativ oft hier gefordert gewesen. Die niedrigen Werte von Inter, Roma und Fiorentina sind bedingt durch deren Teilnahme an der Europa League, sodass daraus viele Sonntagsspiele resultierten, wobei die Roma bis ins Achtelfinale kam, die Fiorentina bis in Sechzehntelfinale und Inter nach der Gruppenphase ausschied, sodass die Roma noch für weniger Spiele zu diesem Termin infrage kam. Sassuolo spielte ebenfalls in der Europa League, schied ebenfalls nach der Gruppenphase aus und bekam hier gar keine Spiele.



Die extra für den asiatischen Markt geschaffene Anstoßzeit wird wie der frühe Samstagstermin auch nie mit Topspielen besetzt. Mit Inter und Sassuolo sind zwei EL-Vertreter hier weit vorne, die Roma und Fiorentina als weitere EL-Klubs dagegen finden sich eher im Mittelfeld. Wahrscheinlich aufgrund des sportlichen Erfolgs bekam Atalanta wie bereits am frühen Samstagabend mit am meisten Spiele. Die restlichen Topklubs (Juve, Napoli, Milan und Lazio) platzieren sich eher im Mittefeld bis in die unteren Regionen, sodass festgehalten werden kann, dass eher mittelmäßige Klubs bis Abstiegskandidaten hier oft zu sehen sind. Generell ist die Verteilung aber sehr ausgeglichen.



Zur klassischen Anstoßzeit der Serie am Sonntag um 15 Uhr werden normalerweise sechs Spiele parallel ausgetragen. Aus Vermarktungsgründen sind dies natürlich die Partien, die sich für einen Einzeltermin nicht lohnen. Zudem lässt man folgerichtig die Topklubs gegen den ein oder anderen schwächeren Gegner auch zu Einzelanstoßzeiten spielen. Dies führt dazu, dass Juventus, Napoli, Roma, Fiorentina, Inter und Milan auf den letzten sechs Plätzen liegen und sich vor Lazio auch nur noch Sampdoria befindet. Spannend ist die Betrachtung der Teilnehmer an der Europa League. Während Sassuolo als unattraktiver Klub 18 Spiele hier hatte, waren es bei den Topklubs Inter (9), Roma (8) und Fiorentina (8) viel weniger. Demzufolge werden diese, wie man später sehen wird, häufiger am Sonntagabend angesetzt. Übrigens findet das Derby della Capitale trotz der Wichtigkeit des Spiels aus Sicherheitsgründen als einziges der Topspiele zu dieser Zeit statt.



Als zweiten Topspieltermin neben der identischen Anstoßzeit am Samstagabend geschaffen, sind unter den ersten acht platzierten Teams sieben Topklubs. Vorne liegen aufgrund der Europa League natürlich Roma, Inter und Fiorentina. Wieder ist auf Sassuolo als anderen EL-Teilnehmer ein Blick zu werfen. Durch den Status des Klubs bekam man hier nur ein Spiel, dafür aber wie bereits angesprochene viele zu den anderen beiden Sonntagsterminen. Dass es Absteiger Palermo unter die ersten Acht schafft, stellt klar, dass es sich hierbei nicht um eine graue Maus handelt, sondern um einen Klub mit vergleichsweise großem Fananhang. Bei allem muss bedacht werden, dass man im Gegensatz zum Samstagstermin um 20:45 Uhr hier häufig Topspiele der Primera División und der Ligue 1 als Konkurrenz hat.

Nicht zu den Regelanstoßzeiten gehören folgende Termine, welche jedoch einige Male verwendet wurden:

Freitag 20:45 Uhr (6 Spiele)
Samstag 15:00 Uhr (5 Spiele)
Sonntag 18:00 Uhr (12 Spiele)
Entweder je ein Spiel am Montag um 19:00 und 21:00 oder nur eins um 20:45 Uhr (21 Spiele)

Freitags trug man fünf Spiele aus. Mit einer Ausnahme (Milan) waren an allen Spielen die beiden Teilnehmer aus der Champions League, Juventus und Napoli, beteiligt, denn so konnte man ihnen mehr Vorbereitungszeit auf die in der kommenden Woche stattfindende Champions League geben. Bemerkenswert daran ist, dass vier der sechs Spiele erst in der Rückrunde und damit vor den K.O.-Spielen angesetzt wurden. Die spätere Wettbewerbsphase scheint demnach eine höhere Priorität zu genießen.

An den fünf Spielen samstags um 15 Uhr waren von den Topklubs zweimal Napoli und die Roma beteiligt. Wenn es diesen Termin gibt, ist eher also eher für kleinere Klubs gedacht, was angesichts der Konkurrenz durch Premier League und Bundesliga wenig erstaunlich ist.



Die Europa-League-Teilnehmer haben durch diesen gelegentlich eingesetzten Termin drei Stunden mehr Regenerationszeit. So bekamen auch Inter, Fiorentina und Sassuolo hier zwei sowie die Roma ein Spiel.



Es gab insgesamt 21 Montagsspiele. Zehn davon waren Doubleheader mit je einem Spiel um 19 und 21 Uhr hintereinander. Zudem fanden noch weitere elf Spiele an Montagen um 20:45 Uhr statt. Dieser Termin stellt eine weitere Option für die Europa-League-Teilnehmer dar, als Einzelslot natürlich eher für die attraktiveren Klubs, was auch durch die Werte belegt ist: Fiorentina (5), Roma (3), Inter (2) und Sassuolo (2). Milan bekam mit drei Spielen verhältnismäßig viele Spiele, wohingegen Meister Juventus als einziger Klub von Montagsspielen komplett verschont blieb.

Bei allen diesen außerplanmäßigen Ansetzungen muss natürlich auch noch angemerkt werden, dass diese nicht nur aus Regenerationsgründen gewählt werden, sondern das Fernsehen natürlich auch so mit Extraspielen bedient werden kann, was für die Fernsehgelder folglich nicht abträglich ist.

Christoph Trompeter, abseits.at

Christoph Trompeter

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