Die U19-Europameisterschaft findet dieses Jahr in Estland statt. In Tallinn, Rakvere und Haapsalu rittern acht Teams um einen der Nachwuchstitel der UEFA. Die Favoriten... U19-EM in Estland | Ein Überblick über die beiden Gruppen

Die U19-Europameisterschaft findet dieses Jahr in Estland statt. In Tallinn, Rakvere und Haapsalu rittern acht Teams um einen der Nachwuchstitel der UEFA. Die Favoriten sind nach den ersten Spielen schnell gefunden: Spanien gilt als absoluter Topfavorit, gefolgt von Frankreich und Portugal. Gastgeber Estland läuft indessen Gefahr zum Kanonenfutter in Gruppe A zu werden. Abseits.at meldet sich exklusiv aus Tallinn, Estland.

Spanien setzte sich zum Auftakt verdient mit 2:1 gegen Griechenland durch, wobei die junge „Furia Roja“ dabei verabsäumte früher alles klar zu machen. Das Passspiel der Iberer ist gewohnt sicher und wenn die Spanier im Kopf wach bleiben, wird ihnen der Turniersieg vermutlich nicht zu nehmen sein. Gerade auf Nachwuchs-Niveau, speziell bei solch jungen Spielern wie in der U19, spielt die Konzentration auf 90 Minuten eine große Rolle. Spanien wird bei diesem Turnier jeden seiner Gegner dominieren, darf aber das Wesentliche nicht aus den Augen lassen.

Portugal mit facettenreicher, technisch starker Elf

Das zweite interessante Team in Gruppe A ist Portugal, das in einem schnellen, trickreichen 4-3-3 spielt und am ersten Spieltag Gastgeber Estland locker mit 3:0 abfertigte. Dabei machten sich die Esten die Tore praktisch selbst und es wäre nicht übertrieben von 1 ½ Eigentoren zu sprechen. Portugals Stärke liegt einerseits dank dem starken Innenverteidiger Tiago Ferreira (FC Porto), dem „6er“ Agostinho Cá (Inter Mailand) und dem Box-to-Box-Midfielder Joao Mario (Sporting Lissabon) auf der Zentralachse, sondern dank der trickreichen Ricardo Esgaio und Bruma (beide Sporting Lissabon), sowie dem enorm offensiv spielenden Außenverteidiger Joao Cancelo (Benfica) auch auf den Flügeln. In Ansätzen ist bei Portugal eine divenhafte Einstellung einiger Akteure zu erkennen, aber wenn man konzentriert bleibt, sollte der Aufstieg ins Halbfinale kein Problem sein. Gegner sind hierfür die dynamischen Griechen, die gegen Spanien brav dagegen hielten, aber am Ende chancenlos waren.

Frankreich vermutlich nicht zu bremsen

In Gruppe B ist Frankreich das Maß aller Dinge und wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit durchsetzen, wie schon das 3:0 gegen Serbien bewies. Dahinter könnte es jedoch spannend werden: Serbien schien gegen Frankreich nicht im Stande ein ernstes Wort um den Aufstieg mitzureden, aber mit Kroatien und England kämpfen zwei Teams um den Aufstieg, die in etwa gleich stark, dafür aber grundverschieden sind.

Kroatien technisch gut, England kampfkräftig

Das direkte Duell der beiden Kontrahenten endete 1:1. Dabei erwies sich Kroatien als technisch bessere, im Kopf wachere Mannschaft. Organisiert wird das Spiel vom guten Abwehrchef Josip Calusic (Lokomotiva Zagreb), davor zieht der defensiv orientierte Ivan Mocinic (NK Rijeka) die Fäden im Mittelfeld. Hinter dem Zweierstürm mit Antonio Colak (1.FC Nürnberg) und Marko Dugandzic (NK Osijek), spielt der 18-jährige Domagoj Pavicic (Dinamo Zagreb) im 4-1-3-2 in der Spielmacherrolle. Die Schlüsselspieler der Engländer glänzen hingegen eher mit körperlicher Robustheit als mit Technik. Nathaniel Chalobah (Chelsea) ist für die etwas biedere, aber kampfkräftige Three Lions Elf ein ebenso wichtiger Spieler wie Arsenal-Stürmer Benik Afobe. Zudem dürften die Engländer mit Sam Johnstone (Manchester United) einen der stärksten Torhüter des Turniers haben.

Spanien und Frankreich mit schweren Aufgaben vor dem Fixaufstieg

In Gruppe A geht es am Freitag mit den vermeintlich ausgeglicheneren Duellen weiter: Portugal trifft im Spitzenspiel auf Spanien und Griechenland bekommt es mit Gastgeber Estland zu tun. Beide Spiele finden in Tallinn statt – wir werden von beiden Partien berichten. Wenn Spanien es schafft, auch gegen die starken Portugiesen die Konzentration zu wahren und ein geordnetes Kurzpassspiel aufzuziehen, könnte Griechenland mit einem Sieg gegen Estland mit Portugal gleichziehen und das letzte Gruppenspiel gegen die Südländer zu einem kleinen Endspiel machen.

Frankreich möchte im zweiten Gruppenspiel gegen Kroatien den Aufstieg fixieren, wird jedoch auf wesentlich mehr Gegenwehr stoßen, als im Spiel gegen Serbien. Die Serben müssen England besiegen, um wieder zurück ins Turnier zu finden. Doch angesichts der läuferischen und körperlichen Konstitution der Engländer ist dies als eher unwahrscheinliches Szenario zu betrachten.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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