Neue Details im Rahmen der deutschen Schiedsrichteraffäre kommen zu Tage! Die mutmaßlichen Steuerhinterzieher sollen sich einigen Tricks bedient haben und ließen darüber hinaus Geld... Update zur deutschen Schiedsrichteraffäre – und auf was Sie achten müssen, wenn Sie selbst pfeifen!

Neue Details im Rahmen der deutschen Schiedsrichteraffäre kommen zu Tage! Die mutmaßlichen Steuerhinterzieher sollen sich einigen Tricks bedient haben und ließen darüber hinaus Geld ins Ausland überweisen. Wer in Österreich als Schiedsrichter, Spieler oder Trainer arbeitet, muss ebenfalls aufpassen.

Die Bild-Zeitung will von mehreren Tricks wissen. Die deutsche Bundesliga stellt den Schiedsrichtern grundsätzlich Fahrtkosten und Trikots bereit, die Rechnungen werden mitgeschickt. Wer diese als Werbungskosten angibt, erspart sich Einiges. Nochmals als Update für Österreich: Die Bemessungsgrundlage für die Abgaben ist das Bruttojahreseinkommen minus 11.000 Euro. Diese 11.000 Euro können verringert werden, wenn Werbungskosten angegeben werden. Diese können abgeschrieben werden, wenn sie zur Ausübung des Berufs notwendig sind, beispielsweise Fahrtkosten, Material, PCs und so weiter. Dadurch verringert sich das zu versteuernde Bruttojahreseinkommen. Wenn, wie die Bild wissen will, die Fahrtkosten schon bezahlt werden, aber dann trotzdem als Werbungskosten anerkannt werden, begeht der Verdächtige eine Straftat. Bei den Distanzen, die in Deutschland teilweise zurückzulegen sind, kommen da schon schöne Summen zu Stande.

Mal ins Ausland

Der Fußballweltverband FIFA fragt nicht großartig nach, wohin er Geld überweist. Die Bild spricht von „Schwarzgeldkonten“, die Spielleiter sollen so für Beträge im sechsstelligen Bereich keine Steuern gezahlt haben. Die Einkünfte werden grundsätzlich unversteuert überwiesen und die selbständig Arbeitenden müssen ihre Einkünfte selbst versteuern. Hier steht bewusst „selbständig“, denn dieses Selbstversteuern betrifft natürlich jeden, der quasi sein eigener Chef ist oder in einem freien Dienstverhältnis steht. Welche Delikte die insgesamt 21 aktiven und ehemaligen Schiedsrichter begangen haben sollen, ist nicht bekannt, aber laut übereinstimmenden deutschen Medienberichten sollen alle Tricks verwendet worden sein. Wiederum eine ethische Frage, warum ansonsten so seriös wirkende Männer sich so verhalten. Geld verdirbt anscheinend auch den Charakter von sonst integeren Personen.

Vorbildwirkung dahin?

Grundsätzlich war es wohl nur eine Frage der Zeit, dass auch die Pfeifenmänner nachziehen. Warum sollten sie dies nicht tun? Wo Geld ist, kommen unweigerlich diverse Meldungen. Spieler im Puff? Fragen Sie in Kaiserslautern nach! Fette Karren aber wenig sportliche Leistungen? In Baden könnte nachgeforscht werden! Steuerhinterziehung? Googeln Sie einmal „Maradona“, „Steuern“ und „Neapel“. Wettskandale? Gab’s zur Genüge! Von der Schacherei in der FIFA zur Vergabe der Weltmeisterschaften soll gar nicht gesprochen werden. Dass aber Spielleiter im großen Stil hier verdächtigt werden, ist ein neuer Tiefschlag für den Fußball. Vermutlich muss sich der Fußballfan wieder einmal umdrehen, kurz kotzen und sich den Mund abwischen. In dem Fußballbusiness ist spätestens seit den 90ern so viel Geld drinnen, dass sich die daran beteiligten wohl bemüßigt fühlen, noch mehr zu verdienen.

Aufgepasst!

Für sein Hobby Geld dazu zu verdienen ist eine schöne Sache. Fürs Selberkicken, für die Tätigkeit als Trainer oder fürs Pfeifen. Aufgepasst sollte in Österreich trotzdem werden, denn was verdient wird, muss versteuert werden. Wer als Schüler oder Student allerdings ein Jahreseinkommen unter 11.000 Euro hat, muss das nicht tun, denn dieser Beitrag wird mehr oder weniger nicht versteuert. Bei größeren Geldbeträgen, die zu einem regelmäßigen Einkommen dazu kommen, muss das beim Finanzamt angegeben werden. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte bei höheren Beträgen nur die Hälfte ausgeben und die Steuererklärung abwarten. Dann freut man sich, wenn noch einiges überbleibt. Entwarnung darf dennoch gegeben werden: Erst bei der Nichtversteuerung von Einkünften über 8.000 Euro drohen Strafen, davor darf nachgezahlt werden. Wer allerdings im großen Stil Geld an der Steuer vorbei verdient, dem drohen dann schon bei entsprechenden Beträgen bis zu zehn Jahre Haft!

Selbständigkeit und Zusatzverdienste

Die Arbeit neben der Arbeit – egal, welche – muss versteuert werden. Gerade Männer und Frauen, die die Reisen in die schönsten Städte Europas bezahlt bekommen und dort mit einer Pfeife im Mund ihrem Hobby nachgehen, sollten hier sehr gut aufpassen und einen Steuerberater zu Rate ziehen. Wer dies eben nicht tut und vorsätzlich versucht, sich steuerliche Vorteile zu erschleichen, bekommt massive Probleme und das zu Recht. Denn letzten Endes ist es ein Schlag ins Gesicht der tausenden Fußballfans, die sich die teilweise äußerst teuren Karten für die Fußballspiele auch erst einmal leisten müssen. In der Allianz Arena zahlt der Kunde immerhin mindestens 30 Euro für eine Karte. Der durchschnittliche (!) Nettostundenlohn beträgt in Deutschland etwas mehr als zehn Euro. Das liest sich nach relativ viel, in der 1. Bundesliga bekommen die Schiedsrichter aber pro Spiel fast 4000 Euro, die Assistenten die Hälfte. Dies in Relation gesetzt zu dem, was die Fans so verdienen – es ist davon auszugehen, dass die Fußballfans in der Masse weniger verdienen als die Statistik dies aufweist – ist der tatsächliche Schlag ins Gesicht.

Es bleibt zu hoffen, dass die Justiz hier durchgreift, entlastendes bewertet und tatsächliche Straftaten zur Anzeige bringt.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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