Es war wohl die größte Blamage der österreichischen Europacup-Geschichte: Mit dem 4:3-Heimsieg gegen F91 Dudelange, zu Deutsch Düdelingen, schied Red Bull Salzburg bereits in... Red Bull vs. Schadenfreude – aber braucht nicht die gesamte Liga starke „Bullen“?

Es war wohl die größte Blamage der österreichischen Europacup-Geschichte: Mit dem 4:3-Heimsieg gegen F91 Dudelange, zu Deutsch Düdelingen, schied Red Bull Salzburg bereits in der zweiten Runde der Champions League Qualifikation aus. Gerade aufgrund der entspannten finanziellen Situation der Salzburger zog dieses Ausscheiden eine Menge Häme nach sich…

…die sich etwa mithilfe der Facebook-Fanpage „Düdelingen Fanclub Österreich“ beziffern lässt. Über 20.000 Fans gaben der Seite ein „Like“ – Tendenz steigend! Wie der Name sagt, schlossen sich wohl hauptsächlich österreichische Facebook-Nutzer der Satire-Seite, die mit Fotomontagen und anderen Funpics aufwartet, an. Allerdings werden auch zahlreiche Stimmen laut, dass die Schadenfreude gegenüber den Salzburgern fehl am Platz ist – schließlich schadeten sie mit ihrem peinlichen Auftritt gegen den luxemburgischen Meister der gesamten Fußballnation. Tatsächlich gibt es aber zahlreiche Blickwinkel, wie man die Schlappe der Salzburger betrachten kann.

Schlecht für die Fünfjahreswertung

Das Ausscheiden der Salzburger schlägt sich negativ auf Österreichs Platzierung in der Fünfjahreswertung nieder. Der wohl „wichtigste“ Vertreter ist weg, kann keine Punkte mehr für die ÖFB-Klubs sammeln. Dadurch läuft Österreich Gefahr mittelfristig Europacupplätze zu verlieren. Sehr ärgerlich, auch wenn man bedenkt, wie stark die heimischen Europacup-Fighter sich in den letzten Jahren präsentierten. Allen voran Red Bull Salzburg, die für zahlreiche Punkte sorgten, sich aber jetzt einen Ausrutscher leisteten.

Gift für das Image des österreichischen Fußballs

Vielen Fans wird dieser Aspekt angesichts der allgemeinen, internationalen Bedeutungslosigkeit egal sein – aber es kann nicht von Vorteil sein, wenn die Blamage eines österreichischen Klubs auch sämtliche ausländische Gazetten und Websites füllt. Gerade als Fußballland, das sich jede Art von sportlichem Respekt erarbeiten muss, ist eine derartige Niederlage bitter.

„Geld schießt keine Tore“

Die Geschichte des Fußballvereins bzw. Marketingprojekts Red Bull Salzburg ist auch über die heimischen Grenzen hinaus bekannt. Da ist es verständlich, dass sich Fans oder Beobachter, die dem Leitbild des Vereins nicht gerade positiv gegenüberstehen, ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Das tollpatschig klingende Düdelingen als Riesentöter tut sein Übriges, um aus dem Qualifikationsmärchen eine klingende Geschichte zu machen.

„Red Bull Salzburg ist heuer nicht stark“

Falsch. Der österreichische Meister verlor bisher „nur“ auswärts in Düdelingen und konnte sonst alle seine Spiele gewinnen. Das Team ist genauso gut wie in der Vorsaison, in der man das Double holen konnte. Das Ausscheiden gegen Düdelingen ist nicht unbedingt ein Indikator dafür, dass die Dominanz der Roten Bullen in der heimischen Liga abnehmen wird. Allerdings: Red Bull Salzburg steht unter Druck und im Inneren des Vereins wird aktuell trotz der jüngsten Erfolge in der Liga nicht unbedingt die Sonne scheinen. Was direkte Konkurrenten der Salzburger brauchen ist nicht eine schwache Salzburger Elf, sondern ein nervöses Vereinsgefüge.

Die Liga braucht starke Salzburger

Red Bull Salzburg wertet die Liga auf und polarisiert. Viele Fans fanden im Ligakrösus ein neues Feindbild und die spektakulären Transfers und Verträge, die in den letzten Jahren in der Mozartstadt abgewickelt und aufgesetzt wurden, zwingen die direkten Konkurrenten nachzuziehen. Rapid, die Austria oder Sturm dürfen nicht stagnieren, will man an den Salzburgern dran bleiben. Das Beste, was diesen Teams also passieren kann, ist eine schlagbare Salzburger Mannschaft, die aber dennoch um die Meisterschaft spielt, sodass niemand (vor allem nicht Dietrich Mateschitz) auf die Idee kommen könnte, das Interesse am Projekt Red Bull Salzburg zu verlieren.

Aber: Die „bessere U21“ kommt immer näher

Red Bull selbst verlautbarte, dass man sich langfristig auf das Fußballprojekt in Leipzig konzentrieren wird. Red Bull Salzburg wird dann als „bessere U21“ auflaufen, die aber dennoch auf nationaler Ebene konkurrenzfähig sein soll. Die Verträge für die beiden 19-jährigen Berisha und Nielsen bekräftigen die Annahme, dass der Status des „Talenteschuppens für Leipzig“ nicht mehr fern ist. Auch spricht dafür, dass man etwa Hannover-Stürmer Didier Ya Konan nicht verpflichtete, weil seine Ablösesumme zu hoch wäre. Wo Mateschitz früher noch ein paar Mille mehr locker gemacht hätte, überdenkt man mittlerweile die Sinnhaftigkeit. Transfers von dominanten Spielern vom Kaliber Tchoyi, Bodnar oder Carboni, blieben im vergangenen Sommer aus. Der Trainer heißt nicht mehr Adriaanse, Stevens oder Trapattoni, sondern Schmidt. Die neuen Hoffnungsträger heißen Dibon, Klein und Ilsanker.

Salzburg hat immer das Potential auf dem Spielersektor nachzulegen, aber im Endeffekt IST diese Mannschaft bereits so etwas wie eine Auffangstation für Nachwuchshoffnungen und Auslaufmodelle – mit einigen Ausnahmen versteht sich. Die Düdelingen-Schlappe vor den Augen des Eigentümers ist ein Baustein, der Salzburg im Red-Bull-Geflecht wieder ein Stück weiter in die Ecke drängt. Um auf die Schadenfreude zurückzukommen, muss jedoch nun die zentrale Frage gestellt werden: Ist der offensichtliche Abbau in Salzburg für andere Teams mit Meisterambitionen Grund zur Freude oder braucht die Konkurrenz ein starkes Red Bull Salzburg, um selbst gefordert zu werden? Wir freuen uns über eure Kommentare unter diesem Artikel (keine Anmeldung nötig)!

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • Ralf

    31.Juli.2012 #1 Author

    Kurz und bündig: Red Bull Salzburg stark – gut für den österr. Fußball, da die gegnerischen Teams konkurrenzfähiger sein müssen um den Dosenkonzern-Klub fordern zu können.
    Red Bull Salzburg schwach – gut für alle Fans des Traditionsfußballs.

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  • FRED

    31.Juli.2012 #2 Author

    Die Salzburger brauchen einfach mal mehr Kontinuität, dann wird auch der Erfolg kommen, auch International.Ab dem nächsten Jahr (Sommer) kann man die Arbeit von RS/RR bewerten – siehe Schöttel

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    • Hubinger

      31.Juli.2012 #3 Author

      die sind beide nächsten sommer nicht mehr da…wenns nach der kontinutität geht

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  • Phil

    31.Juli.2012 #4 Author

    Es bleibt ein Rätsel, wieso Clubs mit ausreichendem Budget, um auch international mithalten zu können (RBS, Austria mit Stronach) es offenbar nicht zustande bringen, langfristig einen Plan zu entwickeln. Nach Einstieg eines Großinvestors wird innerhalb von max. 2 Jahren die erfolgreiche CL-Quali gefordert anstatt langfristige Strukturen zu entwickeln mit dem Risiko, dass man vielleicht erst nach 5 Jahren international konkurrenzfähig ist und national dominiert.
    Nachwuchs muss auch für solche Mannschaften in Ö der Schlüssel zum Erfolg sein, ergänzt um einige wenige Schlüsselspieler. Vielleicht wird dieses Jahr sogar noch ein Erfolg für Salzburg, da sie nicht den Druck der CL oder Euroleague haben werden. Es wird die Möglichkeit geben, auszuprobieren und neue Wege zu gehen. Im Fall einer CL-Quali wären mind. 1-2 Topnamen gekommen, die ohnehin nicht bleiben wollen. Wenn RBS dieses Jahr nicht zum Aufbau nützt, haben die Verantwortlichen es nicht verstanden aus der Not eine Tugend zu machen.

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  • Thomas Moschig

    31.Juli.2012 #5 Author

    Gut für Österreich: Nein! – So konnte die österreichische Mittelmäßigkeit in der 5-Jahres-Wertung (nur teilweise durch Salzburg) zwar etwas aufpoliert werden, RB führt unsere Liga jedoch langfristig gesehen ad absurdum. Ein Talente-Lieferant für untere deutsche Ligen vollendet die markante Definition der „Operettenliga“. Konkurrenzfähigkeit Salzburgs wird auf internationaler Ebene mit diesem Talente-Konzept nicht möglich sein. RB exerziert ein Paradebeispiel des „modernen Fußballs“ und dessen Schattenseiten. – Auf Kosten der österreichischen Mitstreiter. Mit dem Budgetvorsprung auf andere Vereine haben die Bullen national gesehen alle Trümpfe in der Hand, international schaut man seit jeher (und wir man auch in weiterer Folge) durch die Finger schauen. Ganz einfach, weil das Marketingkonstrukt RB einfach auf Profitmaximierung des RB Imperiums abzielt und nicht auf langfristige sportliche Entwicklung (österreichischer Sportler bzw. der österreichischen Sportlandschaft). Und nachdem das eben rein sportlich nicht funktioniert (internationale Bewerbe), versucht (!) man das eben auf rein wirtschaftlicher Ebene. Der mögliche Erfolg anderer RB Geschäftseinheiten (plakatives Beispiel Leipzig) wird die heimische Baustelle Salzburg (ich meine natürlich Talenteschmiede…) ausfinanzieren.
    Plan-Soll für RB, katastrophal für Rest-Österreich. Der Hass und das Bashing, von dem gesprochen wird, bezieht sich daher nicht explizit auf Salzburg sondern auf den Ansatz des modernen Fußballs und dessen weitreichende schädigende Konsequenz für den österreichischen Fußball.
    Denn dieser schadet der 5-Jahres-Wertung weit mehr als eine kleine Amateurmannschaft aus Luxemburg.

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  • Markus

    31.Juli.2012 #6 Author

    Salzburg hätte viele Möglichkeiten, zb eine Spitzen Akademie auf die Beine zu stellen. Diese von Anfang an zu haben, wäre eine großer Vorteil für RBS, allerdings wird sie gerade erst gebaut soweit ich weiß. Mit einer Akademie, die alle Stückerl spielt, bringt man laufend junge Talente raus, und nicht nur aus Österreich. Dann ist man international auf Konkurrenzfährig. Ein Trainer muss 3-5 Jahre arbeiten, um aus dem vollen schöfpen zu können und mit seinen Spielern zu spielen, die Möglichkeit hatte bei RBS noch keiner. Da wird jedes Jahr gefeuert und gekauft. So kann das nicht gut gehen. Die sind nie eingespielt und werden so nie Konkurrenzfähig. Für Ö reicht ein, oder zwei individuell gute Spieler. International braucht man eine gute Mannschaft.
    Von daher –> schlecht für Ö, da sich in der Liga nichts ändert und international auch nicht…

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  • kwaksi69

    31.Juli.2012 #7 Author

    Schlecht für die 5-Jahreswertung: Das ist sogar sehr schlecht, wenn es ganz blöd hergeht, könnte uns heuer sogar der Supergau drohen … würde dies eintreten, dann wären die Folgen fatal … jegliche mühsame Aufbauarbeit der letzten Jahre wäre dahin. Denn dann könnten wir in 2 Jahren zwischen Platz 20 – 25 absacken … etwa vergleichbar mit einem (möglichen) Scheitern bei der WM-Quali 2014 im letztem Spiel gegen die Faröer …
    Als gesetztes Team war heuer die Chance sich für die CL zu qualifizieren riesengroß … damit hätte es schon mal einen Bonuspunkt gegeben!
    Um das Schlimmste zu vermeiden, müssten sich wohl 2 Teams für die EL – Gruppenphase qualifizieren …
    Ein Schaden entsteht auch indirekt für die Bundesliga … erklärt am Beispiel Innsbruck, 5100 Zuseher zu Saisonauftakt … da fehlten doch mindestens 2000 … und ich denke 1000 davon sind deswegen nicht gekommen, weil sie sich fragten, warum sollten sie sich ihr, in der Meisterschaft sowieso chancenloses Team, ansehen … wenn unser Meister nicht einmal den Luxenburger Meister eliminieren kann …
    Die Liga braucht starke Salzburger: Auf alle Fälle !!! Ja, und die anderen Vereine sollten schauen, dass sie hinterherkommen !!! Rapid, Austria und Sturm sollten RBS Paroli bieten können … potente Sponsoren an Land ziehen, Rapid ein gerechtes Stadion auf die Beine stellen …usw. … auch Innsbruck (vielleicht steigt ja Swarowski wieder mal ein), LASK, GAK, Klagenfurt und ein Vorarlberger Verein könnten die Liga aufwerten … aber dazu benötigt es wohl noch einige Zeit … deshalb sehe ich es mittelfristig nicht so rosig … meiner Meinung nach könnten wir uns nur mit einer Alpen-Adria Liga aus dem Sumpf ziehen (20er Liga mit AUT, SUI, CR, SLK, SLO, HU, CRO) … denn dann würde Euer letzter Punkt mit Sicherheit nicht eintreten … denn für einen 50 Millionenmarkt lässt man keine bessere U21 auflaufen !!!
    Oder zumindest eine gemeinsame Liga mit der SUI oder R und SLK ….

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  • Charlie

    31.Juli.2012 #8 Author

    Ja es ist schlecht für die 5 Jahres Wertung und ja Österreich braucht RBS.
    Warum erst immer im Worst Case die richtigen Entscheidungen getroffen werden bleibt mir allerdings ein großes Rätsel egal Sturm unter Kartnig,Austria unter Stronach oder jetzt RBS, es kann doch nicht sein das Mannschaften wie Barca,Porto,Bayern,Ajax etc. für die Besten Jugendarbeiten ausgezeichnet werden und bekannt sind es in Österreich Talente wie Alaba,Arnautovic,Jantscher,Klem,Prödl,Hinteregger, usw. es nur schaffen zu Spielen wenn entweder der Klub Pleite geht und man auf diese zurückgreifen muss oder wenn Manschaften wie Admira (Dibon,Hoisner etc),oder Ried (Meilinger,Royer) diese Spieler verpflichten.
    Man muss nur zum großen Bruder rüberschauen und besser kopieren als schlecht neu Erfinden dort sind Spieler wie Götze,Reus,Neuer,Lahm,Schweinsteiger etc bei den Plätzen1-3 unter Vertrag.Jetzt stelle man sich vor man hat mit RBS das Bayern aus Österreich (Spieler wie Dibon,Jantscher,Leitgeb,Ilsanker,Klein etc) würden jedes Jahr International CL oder zumindest Europa League Spielen und anstatt das mann Leute wie Lindgren;Douglas,Pasanen verpflichtet hätte man einfach aus dem eignen Nachwuchs bzw aus der Ersten Liga Spieler holen können wie ein gewisser Hr. Namens Kühbauer.Das mann es schafft Edeltechniker wie Leonardo zu vergraulen und „Edeltechniker“ wie Maierhofer zu verpflichten und zu halten ist wirklich ein Mysterium,genauso das erst jetzt ein richtiger gscheiter Sportdirektor im Amt ist,ist eigentlich sehr Bedenklich wenn man Beachtet wie gut zB: in Ried mit nur 5 Mille Budget gearbeitet wird(wurde),das jedes Jahr ein neuer Trainer mit neuer Philosphie neuen Versprechungen (die eh nicht eingehalten werden) und mind.5 Neuen Spielern gekommen sind merkt man das die RBS Verantwortlichen echt keine Ahnung hatten was sie machen und deshalb kriegt RBS auch soviel Spott ab.
    Ich hoffe das RBS jetzt endlich mit Schmidt und Ragnick ein Duo gefunden wurde auf das man sich verlassen kann.Die „jetztige“Philosophie mit Pressing und Tempofußball mit Jungen Wilden kann man nur begrüßen wenn diese auch durchgezogen wird egal wer Trainer ist und das unsere „Österreichischen“Burschen auch zum Zug kommen.

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  • Roci

    1.August.2012 #9 Author

    Es ist doch bei uns immer dasselbe: Große Investoren werden mit Argusaugen betrachtet, weil bei uns ja jeder, der Geld und Erfolg hat und nicht vom Staat oder den Parteien abhängig ist, grundsätzlich verdächtig ist. In einem Land, in dem das Mittelmaß das höchste der Gefühle ist, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Mateschitz hat sicher lernen müssen, dass Fussball nicht die Formel 1 ist. Aber eines ist sicher: Mateschitz hat Salzburg Strukuturen verpasst, die in ihrer Professionalität ihresgleichen in Österreich suchen (wenngleich diese Strukturen im internationalen Vergleich noch immer nicht mithalten können). Unsere Operettenliga braucht dringend mehr Professionalität und deswegen braucht es Leute wie Mateschitz, die klar zeigen, dass nur der Erfolg Investitionen rechtfertigt. Und da dieser Erfolg international fehlt, ist es nur logisch, dass Leipzig immer wichtiger werden wird (abgesehen vom wesentlich größeren (Werbe)markt, der erreicht wird, sobald Leipzig in der zweiten Liga ist).

    Ried machte gute Arbeit, ist aber zu klein, um Rapid und Austria auf Dauer Paroli bieten zu können. Sturm Graz muß erst beweisen, dass es das dauerhaft tun kann. Deswegen ist es so wichtig, dass Salzburg ein großer Herausforderer der beiden Wiener Großclubs bleibt, auch, damit die beiden nicht nur in ihrem eigenen Saft braten. Dass sich Rapid unter Schöttel auf die Hinterbeine stellt, dass Stöger fast schon ein Konzepttrainer ist, hat auch mit der Herausforderung Salzburg zu tun. Dasselbe gilt für die zweifelsohne verbesserte Nachwuchspflege bei Rapid und Austria, aber auch Sturm und Ried.

    Deswegen ganz klar: Konkurrenz ist wichtig, denn Stillstand bedeutet Rückschritt und deswegen ist ein starkes Salzburg für eine gute Entwicklung des österreichischen Fußballs wichtig.

    Nicht umsonst unterstützt zB Bayern München heimlich immer wieder Konkurrenten in der Bundesliga (zB Dortmund). Die wissen ganz genau, dass sie gute Sparringpartner brauchen, um international erfolgreich sein zu können.

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  • RaPyRa

    1.August.2012 #10 Author

    Ja, die Liga braucht
    starke Bullen. Die Liga braucht starke Bullen, um von ihren wahren Problemen
    abzulenken. In der Realität, spielen 3,5 professionelle Klubs, einer davon
    nicht erst seit Düdelingen, die größte Schande im Fußballkosmos, um den Anschluss
    an Europa. Nein, es ist nichts Gutes, wenn in diesem Szenario, Aufsteiger und
    andere Dörfer, in den internationalen Wettbewerb kommen können. Es zeigt
    lediglich, dass es weder die beiden Wiener Vereine, noch Sturm schaffen, unter
    dem Radar der Spielervermittler zu passieren. Nicht mehr.

    Als die Sache mit dem
    grenzenlosen Spielerhandel so richtig los ging, hatte Österreich, die am
    Schlechtesten ausgebildeten Arbeitskräfte. Zumindest in Relation zu Ihrem
    durchschnittlichen Monatseinkommen. Rein marktwirtschaftliche Faktoren haben
    dazu geführt, dass talentiertere Spieler in der österreichischen Liga, 25 und
    älter geworden sind. Mit fertigen Spielern, die in der Ausbildung zwar
    verhunzt-, aber doch mit Talent geboren wurden, hamma dann halt a bisslwas
    erreicht in Europa. Kunststück und viel wars ja eh nicht.

    Die Beobachter sehen
    heute jedes Talent und jeden, der unter seinem Marktwert spielt. Schildenfeld vom
    Meister in die zweite Deutsche, Boskovic vom Fußballtempel in den Kaugummiautomaten.
    Was handelbar ist, wird gehandelt und jetzt, spät aber doch, wird mit Österreichern
    gehandelt. Zusätzlich zu den gestrandeten Legionären, denen das Schicksal Fußballösterreichs am Arsch
    vorbeigeht und die heilfroh sind, wenn sie aus der Liga mit ihren redundanten
    Äckern wieder weg kommen.

    Wenn die FIFA
    Weltrangliste nicht zeigt wie schlecht wir sind, sondern nur, wie schlecht
    gearbeitet wird, dann zeigt der Zwischenstand in der Fünf-Jahreswertung nur,
    wie wenige Österreicher in jenen Ligen spielen, die wirklich dazu vorgesehen sind, in
    Europa was zu reißen.

    bzw. damals spielten, als die Punkte gemacht wurden. Der
    Ausverkauf der Spieler ist ein brandneues Problem der Vereine. Obwohl sie gerne
    anders tun. Bis letztes Jahr war Prohaska der einzig rentable Verkauf in
    hundert Jahren Austria. Naja fast…

    Der Markt ordnet
    Österreichs Vereinen ihre Leistungsstärke zu. Zufälliges Gelingen gibts im
    Fußball immer, aber langfristig sind die, als Vereine organisierten Klubs,
    international nicht mehr wettbewerbsfähig. Mit haufenweise zugeführtem
    Fremdkapital, kann man die Gesetze des Marktes bis zu einem gewissen Grad aushebeln.
    Mir persönlich wäre es zu schade, Geld in schwarze Löcher zu werfen, um dort
    die Gravitation zu besiegen, aber Mateschitz und die EU sehen sowas scheinbar
    nicht so eng. Vielleicht gibt es da wie dort ein größeres Ganzes, das sich mir
    verschließt.

    Meiner Meinung nach, braucht die Liga daher Red
    Bull. Stronach, Nike Tirol und Kartnig sind nicht mehr da und sie braucht nun
    einmal Geld um ihren ungebührend hohen
    Status zu halten. Mehr noch als die Leidenschaft, die ihr aber auch nicht
    schaden würde.

    Was passiert, wenn sich eine Liga auf etwas angewiesen fühlen muss, haben wir mMn
    im Mai gesehen. Schörgenhofer darf weiterhin schiedsrichtern.

    Das Problem (und wir haben eines) ist für mich nicht Red Bull, sondern diese
    Liga. Wir sollten uns daher nicht so oft fragen, ob die Liga Red Bull braucht. Die Frage ist, ob Österreich diese Liga braucht, oder doch eine andere.

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    • kwaksi69

      1.August.2012 #11 Author

      Dein Fazit trifft genau den Punkt !!! Die Liga ist das Problem !!!
      Aber wie kann man die Liga ändern … stärker machen ??? Das ist die Frage.
      Wir wursteln hinterher … starke Legionäre wie einst, kommen nicht mehr … und die Talente zieht es scharenweise ins Ausland.
      Wir mitteleuropäischen Länder haben alle das gleiche Problem, unser Markt um die Liga zu verkaufen, ist ganz einfach zu klein !!! Dieses Problem gibt es auch in unseren Nachbarländern zur Genüge … speziell bei einer 16er Liga … Dörfer und uninteressante Vereine füllen die Liga auf … bei uns wollte der Zufall, dass dies auch in einer 10er Liga vorkommt. Gut, 1 oder 2 Vereine dieser Art stören ja keinen … bei uns sind es aber schon 4 oder 5 … und Grödig scharrt in den Startlöchern.
      Deshalb, erweitern wir unseren Markt … erschliessen wir einen 50 Millionen Markt … mit den Ländern des selbigen Problems … eine 20er Liga mit AUT, SUI, CR, SLK, CRO, HU und SLO …. und dahinter eine 16er Liga wo die Vereine geil drauf sind in diese Liga aufzusteigen …

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