Es stand schon lange fest, dass das Länderspiel in Irland mit einem anschließenden Aufenthalt in England über Ostern kombiniert werden würde. Günstige Flug- und... Groundhopper’s Diary | Irland – Auf den letzten Drücker

Fußball in IrlandEs stand schon lange fest, dass das Länderspiel in Irland mit einem anschließenden Aufenthalt in England über Ostern kombiniert werden würde. Günstige Flug- und Fährvarianten waren ebenfalls schnell gefunden, sodass es eigentlich nur mehr der Tag der Abreise kommen musste.

Leider erinnerte die Wetterlage in Europa Ende März eher an Mitte Jänner. Die Temperaturen um den Gefrierpunkt wären an sich nicht so schlimm, wenn nicht noch Schneefall dazukommen würde. Warum das Ganze mit dem Irlandspiel zusammenhängt, ist allerdings auch schnell erklärt.

Die Anreise

Es war der Morgen des 26.03.2013 und es schneite in Wien, wobei der Schnee sogar auf dem Boden liegen blieb. Glücklicherweise betraten wir die Maschine nach Frankfurt ohne Verspätung, zumal in Frankfurt der dortige Anschlussflug nach Dublin zwei Stunden nach unserer planmäßigen Landung stattfinden sollte. Dass die Maschine nach Frankfurt in Wien noch enteist werden musste, war zwar ärgerlich, wurde aber noch nicht als gröberes Problem angesehen. Als danach auch noch eine Landebahn gesperrt werden musste, war das Chaos hingegen perfekt. So verzögerte sich der Start unserer Maschine um über eine Stunde, sodass klar wurde, dass die Umsteigezeit in Frankfurt äußerst knapp werden würde. In Frankfurt angekommen, lief es dann auch alles andere als optimal. Aufgrund unserer Verspätung wurden wir mit dem Bus zum Terminal gebracht und mussten auch lange auf das Gepäck warten. Dieses konnte leider nicht durchgestellt werden, weil wir mit verschiedenen Fluglinien reisten. Unsere Bemühungen jemanden zu erreichen, um der Fluglinie mitzuteilen, dass wir bereits in Frankfurt am Flughafen sind, und es für uns noch möglich ist, die in 40 Minuten startende Maschine nach Dublin zu erreichen, stießen auf taube Ohren. So beeilten wir uns zum nächsten Terminal, der nur mittels Bahn zu erreichen war. Es war natürlich klar, dass uns auch hier die Bahn vor der Nase davonfuhr und wir erst um 10:12 Uhr am Gepäckaufgabeschalter waren. Mit einem Lächeln wurde uns dort mitgeteilt, dass wir die Aufgabezeit um zwei Minuten verpasst haben und wir nicht mehr mitgenommen werden.

Nun war guter Rat vor allem teuer, denn die Umbuchung auf die fünf Stunden später fliegende Maschine kostete € 75,-. Neben dem finanziellen Schaden war natürlich auch der Nachmittag in Dublin unwiederbringlich verloren gegangen. An dieser Stelle möchte ich auch noch einmal die Gelegenheit wahren und mich beim Wiener Flughafen bedanken. Es schneite in Wien ja bereits seit drei Tagen und es kommt auch so gut wie nie vor, dass es in Wien zu dieser Jahreszeit kalt sein kann. Zum Glück ging mit der Ticketumbuchung unsere Pechsträhne zu Ende. Durch einen „Gate change“ musste immerhin kein gänzlich neues Ticket gekauft, sondern das alte „ nur“ umgebucht werden. Danach galt unsere Aufmerksamkeit endlich der Zeitplanung in Dublin, denn vom Flughafen sollten wir ziemlich schnell in Richtung Stadion aufbrechen, um so noch rechtzeitig den Anpfiff erreichen zu können. Immerhin verliefen der Flug nach Dublin und der Transfer vom Flughafen in die Stadt problemlos, sodass sogar noch kurz Zeit blieb, um das Gepäck im Hotelzimmer zu verstauen.

Irgendwie war es dann nach dem bisher heute Erlebten doch ein erleichterndes Gefühl, als man sich zusammen mit der Masse zum Aviva Stadium bewegte und sich sicher sein konnte. Den Spielbeginn konnten wir jedenfalls von unserem Sitzplatz im Stadion verfolgen. Nach dieser chaotischen Anreise, muss man wirklich sagen, dass man es auf den letzten Drücker ins Stadion geschafft hatte.

Das Stadion

Das Aviva Stadium ersetzte das traditionsreiche Stadion an der Lansdowne Road, das alte Nationalstadion Irlands. Dieses wurde 2007 abgerissen und an gleicher Stelle durch das Aviva Stadium ersetzt. Nach dreijähriger Bauzeit wurde es 2010 eröffnet und war bereits 2011 Schauplatz des Finales der Europa League. Aviva ist übrigens eine Versicherung, die sich die Namensrechte an diesem Stadion für zehn Jahre gesichert hat.

Das Stadion fasst 51.700 Besucher und laut offiziellen Angaben wurden sogar 50.000 Karten für dieses Spiel abgesetzt. Auch wenn das Stadion zu Spielbeginn gut besucht war, schien mir die Zuschauerzahl von 50.000 dann doch ein wenig zu hoch gegriffen. 40.000 hätte es wohl eher getroffen. Den mitgereisten Fans aus Österreich konnte man diesbezüglich keinen Vorwurf machen. Sie bevölkerten die gesamte einstöckige Hintertortribüne und füllten somit auch den gesamten 2500 Personen fassenden Bereich für die Gästefans.

Das Spiel

Österreich begann an diesem Abend sehr stark und ging bereits in der elften Minute verdient in Führung. Der stark spielende Junuzovic ging auf der rechten Seite durch und spielte den Ball in die Mitte zu Harnik, der problemlos einschieben konnte. Zehn Minuten später wurde Junuzovic von Mc Charty mit gestrecktem Bein rüde gefoult. Die erlittene Verletzung machte ein Weiterspielen unmöglich und kurz bevor dem Spielertausch folgte der nächste Nackenschlag für das Team. Pogatetz stieg an der Torauslinie im Strafraum völlig unnötig gegen Long ein und Walters verwandelte den fälligen Strafstoß sicher. Danach riss der Faden völlig und Irland übernahm das Kommando. Wenig später trafen im Dubliner Schneesturm die Iren mit einem „Fersler“ nur die Stange. Ab dieser Situation merkte auch der letzte Zuschauer, dass die österreichische Mannschaft verunsichert ist und um ein weiteres Gegentor bettelt.

Dieses fiel dann auch noch und noch dazu zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Mit der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff konnten die Iren aus einem Eckball ihren zweiten Treffer erzielen. Der Torschütze hieß erneut Walters. Den heimischen Fans war sofort klar, wenn eine von Giovanni Trapattoni trainierte Mannschaft einmal in Führung gegangen ist, dann wird meistens Beton angeführt und dieser Vorsprung bis zum Abpfiff beinhart verteidigt.

In der zweiten Spielhälfte gab es dann genau dieses Bild. Österreich hatte viel Ballbesitz und kontrollierte das Spiel. Irland stand sehr tief und beschränkte sich auf das Halten des Ergebnisses. Da sich das ÖFB-Team aus dieser Feldüberlegenheit kaum zwingende Torchancen erarbeiten konnte, schien das Konzept Trapattonis voll aufzugehen. Irland hatte einzig in der Mitte der zweiten Hälfte eine kurze Drangperiode. Während dieser konnte sich Heinz Lindner – der bei höhen Bällen immer sehr unsicher wirkte – mit einer schönen Parade auszeichnen. Ansonsten war Österreich schlimmster Gegner nun nicht mehr Irland, sondern die gnadenlos tickende Spieluhr.

Als die Nachspielzeit anbrach, ließ ich die drohende Niederlage endgültig Gewissheit werden und verließ meinen Platz im Stadion, um so noch ein paar Bilder von den gefüllten Tribünen im Stadion aus anderen Blickwinkeln zu machen. Ich war gerade in einem der Durchgänge im Stadion und sah wie die fröhlichen Gesichter der Iren einer versteinerten Miene wichen. Der Grund dafür waren ihre Blicke auf die dort befindlichen Fernsehgeräte. Neugierig geworden, wendete ich meine Aufmerksamkeit auch einem dieser Geräte zu und sah einen jubelnden David Alaba. Wenig später wurde in der Wiederholung auch noch sein leicht abgefälschter Weitschuss gezeigt. Dieser brachte dem Team den Ausgleich und sicherte somit einen wichtigen Punkt. Bei mir wurden sofort die Erinnerungen an die späten Ausgleichstreffer von Toni Polster und Ivica Vastic während der ersten beiden Gruppenspiele im Zuge der WM 1998 in Frankreich gegen Kamerun und Chile wach.

Jedenfalls hatte die Nationalmannschaft an diesem Abend auch ihre durchwachsenen Momente, aber auch sie konnte noch eine drohende Niederlage abwenden. Und vor Allem wie? Auf den letzten Drücker.

Bei der anschließenden Pressekonferenz konnte Teamchef Koller – als moralischer Sieger –die ihm gestellten Fragen in aller Gelassenheit beantworten, während Giovanni Trapattoni von den irischen Journalisten in der Luft zerrissen wurde. Er selbst haderte vor allem daran, dass seine Mannschaft nicht italienisch genug gespielt hatte. Dies bedeutet – seinen Ausführungen nach –, dass es seinem jungen Team misslungen ist, durch unsportliche Aktionen ausreichend Zeit zu gewinnen.

Die Abreise

Am nächsten Morgen verließen wir die irische Hauptstadt leider schon wieder. Mit der Fährüberfahrt ins walisische Holyhead sollte ein weiterer Versuch unternommen werden, den winterlichen Verhältnissen zu entfliehen. Bis es jedoch zur Fähre ging, musste aber der weitläufige Hafen Dublins durchquert werden. Zu Fuß hätten wir diese Strecke bis zur Abfahrt der Fähre wohl nicht mehr rechtzeitig zurücklegen können. Dank eines aufmerksamen Hafenarbeiters, der uns mit seinem Klein-LKW mitnahm, erreichten wir zwei Minuten vor dem Ende des Check-in den Fährterminal. So verließen wir Dublin auch so, wie wir angekommen sind. Nämlich auf den letzten Drücker.

Heffridge, abseits.at

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Heffridge

Philipp Karesch alias Heffridge wurde 1979 in Wien geboren und hatte von Kindesbeinen an die Lust am Reisen und Fußball zu spielen. Durch diese Kombination bedingt, zieht es ihn nach wie vor auf die Fußballplätze dieser Welt. Die dort gesammelten Eindrücke sind ein fixer Bestandteil der abseits.at-Kolumne Groundhopper's Diary.

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