Nach der einwöchigen Länderspielpause rollt der Ball am Wochenende wieder in der Bundesliga. In der 15. Runde der tipp3 – Bundesliga gibt es einige... Bundesliga-Vorschau: Salkics Deja Vu, Maierhofers Rückkehr und ein echtes Spitzenspiel

Nach der einwöchigen Länderspielpause rollt der Ball am Wochenende wieder in der Bundesliga. In der 15. Runde der tipp3 – Bundesliga gibt es einige Begegnungen, die viel Brisanz versprechen.

 

SC Wiener Neustadt – SK Sturm Graz

Samstag, 16.00 Uhr | Stadion Wr. Neustadt | SR Dintar

Wer hätte das gedacht? Nach 14 Runden trennen Wr.Neustadt und Sturm lediglich sechs Punkte. Die Grazer, die bisher völlig unter den Erwartungen blieben, bauen auf die Rückkehr von einigen Verletzten, Wr.Neustadt auf den zuletzt gezeigten Aufwärtstrend. In den letzten drei Spielen holten die Niederösterreicher unter dem Kommando von Peter Schöttel vier Punkte, darunter drei beim wichtigen Sieg über Kapfenberg, einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Das bisher einzige Duell in diesem Jahr entschied Sturm klar mit 5:0 für sich. Die Torschützen von damals heißen Hölzl, Bodul (je 2) und Burgstaller. Damals durfte der Meister im eigenen Stadion jubeln, diesmal muss man allerdings auswärts antreten. In der Fremde lief es für Franco Fodas Team heuer bisher nicht nach Wunsch. Drei Punkte holte Sturm aus sieben Auswärtsspielen, kein einziges Mal gingen Kienast & Co. als Sieger vom Platz, es stehen lediglich drei Unentschieden und vier Niederlagen auf der Habenseite. Vor dem Gegner muss man sich aber nicht fürchten, die Heimbilanz des SC Wiener Neustadt liest sich ähnlich schaurig wie Sturms Auswärtsstatistik. Immerhin konnte die Truppe von Peter Stöger schon einmal vor eigenem Publikum gewinnen. In der 12. Runde besiegte man Kapfenberg mit 2:0. Trotz allem trifft in diesem Spiel das zweitschwächste Heimteam auf die zweitschwächste Auswärtsmannschaft der Liga.

Man to watch: Edin Salkic

Der 22-Jährige hat es spätestens seit seinem kuriosen Hands in der vorletzten Runde der letzten Saison gegen Sturm zu landesweiter Bekanntheit gebracht. Schnell wurden damals Manipulationsgerüchte laut. Zusätzliche Brisanz in die Sache brachte der Umstand, dass Salkic ehemals selbst für Sturm Graz auf Torjagd ging. In jedem Fall wird das Zusammentreffen mit den alten Kollegen ein besonderes Spiel für den Stürmer.

 

FC Wacker Innsbruck – SV Mattersburg

Samstag, 18.30 Uhr | Tivoli Neu | SR Schörgenhofer

Beide Teams kommen mit einem Erfolgserlebnis in die 15. Runde. Wacker Innsbruck holte zuletzt mit einer starken Vorstellung ein 2:2 in Wien gegen die Austria, Mattersburg schlachtete die Bullen aus Salzburg 3:0 ab. Doch die Burgenländer stehen trotzdem weiterhin unter Zugzwang. Der Vorsprung auf Schlusslicht Kapfenberg beträgt nur drei Punkte, bei einer Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg der Kapfenberger in Salzburg wäre man nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz vorne. Die Tiroler können sich wieder voll auf ihren Abwehrchef Iñaki Bea verlassen, der sich zuletzt in Stuttgart aufgrund eines Erschöpfungssyndroms psychologisch behandeln ließ. „Ich hatte zu viel im Kopf, es war wichtig, dass ich diese Dinge rausbekomme. Jetzt bin ich wieder 100% bei der Sache.“ Voll bei der Sache wird auch Patrick Bürger wieder sein. Der 24-Jährige führt mit sieben Toren gemeinsam mit Roland Linz und Darko Bodul die Schützenliste an. Auf Tore von ihm und Ilco Naumoski, der am Wochenende sein Comeback im mazedonischen Nationalteam feierte, hoffen die Mattersburger ganz besonders.

Man to watch: Patrick Bürger

Der Burgenländer traf bereits am 27. August gegen die Tiroler, insgesamt gelangen ihm heuer bereits Tore gegen Ried, Sturm, Austria, Salzburg, Wacker Innsbruck und Wr. Neustadt. Damit traf der treffsichere Stürmer bereits nach 14 Runden gegen mehr als die halbe Liga.

 

FC Trenkwalder Admira – FK Austria Wien

Samstag, 18.30 Uhr | Südstadt | SR Drachta

Das Spitzenspiel! Erster gegen Zweiter. Bestes Heimteam gegen drittstärkste Auswärtsmannschaft. Aufsteiger gegen Europa-League-Starter. Provinz gegen Großstadt. Tabellenführer gegen Verfolger. Ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel in der Südstadt, bei dem beide Teams bereits versprochen haben, voll auf Sieg zu spielen. Bei der Austria gab es in der Länderspielpause Aufregung um Florian Klein und Zlatko Junuzovic. Thomas Parits sagte in einem Interview, die beiden würden ihre Verträge nicht mehr verlängern wollen. Die Austria wäre daher interessiert, die zwei Nationalspieler noch im Winter an den Mann zu bringen, so Parits. Klein dementierte, dass er sich bereits über seinen weiteren Karriereweg entschieden habe, von Junuzovic war diesbezüglich noch nichts zu hören. Holen könnten die Violetten dafür den Costa Ricaner Hanzel Araúz (22). Der Flügelspieler konnte die sportliche Leitung im Probetraining überzeugen. Die sieben Austrianer, die von Neo-Teamchef Marcel Koller für das Spiel gegen die Ukraine einberufen worden waren (P. Grünwald, Lindner, Suttner, Mader, Junuzovic, Klein, Ortlechner), dürften trotz verspäteter Heimreise nicht allzu müde sein: kein einziger von ihnen kam in Lwiw zum Einsatz. Neben dem Spitzenspiel gegen die Admira beschäftigt die Austria-Fans auch der Sonntag. Bei der großen Jubiläumsgala zum 100. Geburtstag werden nicht nur tausende Austria-Fans, sondern auch Kabarettist Alfred Dorfer, die Blödlertruppe „maschek“ und Chartstürmer Lucenzo erwartet. Garniert wird die exquisite Gästeliste von unzähligen Austria-Legenden wie Toni Polster oder Herbert Prohaska.

Man to watch: Heinz Lindner

Heinz Lindner erlebt zurzeit eine Achterbahn der Gefühle. Vor ein paar Wochen noch hoffnungslos die klare Nummer 2 bei der Austria, kehrte Lindner nach mehreren Patzern von Pascal Grünwald ins Tor zurück. Damit nicht genug, Lindner durfte gleich in der Europa League und bei der U-21 ran, als Sahnehäubchen gab‘s die Einladung von Marcel Koller zum Spiel gegen die Ukraine.

 

Kapfenberger SV 1919 – SV Ried

Samstag, 18:30 Uhr | Franz-Fekete-Stadion | SR Grobelnik

Das Schlusslicht aus Kapfenberg sollte langsam aber sicher beginnen zu punkten. Die Zeichen für einen Sieg stehen gar nicht so schlecht, haben die Kapfenberger doch ihre bisher einzigen beiden Saisonsiege vor eigenem Publikum gefeiert. Ried ist auf fremdem Terrain allerdings das stärkste Team der Bundesliga. Die Elf von Werner Gregoritsch hat schwere Wochen vor sich: nach dem Spiel gegen Ried folgt das Auswärtsspiel in Salzburg, danach empfängt man Rapid, ehe das Kellerderby gegen Mattersburg steigt. Richtungsweisende Wochen also für Gregoritsch & Co. Umso wichtiger wäre ein voller Erfolg gegen die Rieder, die nach zwei Unentschieden (jeweils 1:1 gegen Rapid und Salzburg) endlich wieder gewinnen wollen. Hoffnung sollte den Steirern die Verletztenliste geben, die immer kürzer wird. Taboga, Mavric und Prettenthaler stiegen nach ihren Verletzungen bereits wieder ins Mannschaftstraining ein. Realistische Chancen auf einen Einsatz am Samstag scheint aber nur Taboga zu haben.

Man to watch: Casanova

Die Spanier haben in Ried ja mittlerweile Tradition. Nach Nacho, Guillem und Carril ist Casanova bereits der vierte Akteur aus dem Land des Welt- und Europameisters im Kader der Oberösterreicher. Aber selten schlug ein Spanier so schnell im Innviertel ein wie Casanova. Bereits jetzt erzielte der 25-Jährige vier Tore.

 

SK Rapid Wien – Red Bull Salzburg

Sonntag, 16:00 Uhr | Hanappi-Stadion | SR Gangl

Wen wundert´s, dass Ricardo Moniz derzeit alles andere als glücklich und zufrieden ist? Aus 14 Spielen holten die Bullen erst fünf Siege. Eine lange Verletztenliste, schwache Schiedsrichter und desolate Vorstellungen wie zuletzt in Mattersburg führten dazu, dass der Großklub den Underdogs hinterher hechelt. Im Hanappi-Stadion schnitt man aber meistens ganz gut ab. Fünf Siegen stehen nur drei Niederlagen in „St. Hanappi“ gegenüber. Vier Mal trennte man sich Remis von den Hütteldorfern. Peter Schöttel verfügt über ein ausgeruhtes Team, im letzten Test gab es gegen Hartberg mit Andi Dober ein 3:1. Schöttel kündigte in der Länderspielpause trotzdem Änderungen im Kader des Rekordmeisters an. Schlechte Chancen auf einen Verbleib über den Winter hinaus dürften Christoph Saurer, Hamdi Salihi und Ragnvald Soma haben. Jener Soma, der für das Spiel gegen die Salzburger wieder fit sein sollte. Schafft es der Norweger nicht bis Sonntag, dürfte Jürgen Patocka neben Mario Sonnleitner innen verteidigen. Die Langezeitverletzten Douglas und Mendes da Silva werden bei Salzburg wohl nicht in der Startelf stehen, dafür präsentierte sich Jefferson in der letzten Woche sehr stark. Brisanz ins Spiel bringt Red Bull Salzburg – Stürmer Stefan Maierhofer.

Man to watch: Stefan Maierhofer

Der „Lange“ kehrt nach Hütteldorf zurück, nicht ohne davor kräftig auszuteilen. In diversen Interviews der letzten Tage fragte sich Maierhofer öffentlich, wo das aus den Transfers lukrierte Geld der Hütteldorfer hingekommen sei und warum sich niemand von Rapid nach seinem Wechsel bei ihm gemeldet habe. Man darf gespannt sein, wie die Rapid-Fans darauf reagieren werden.

Archimedes, abseits.at

Archimedes

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