In der achten Runde der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile sind Spitzenspiele Mangelware – zumindest wenn es nach dem allgemeinen Verständnis des Begriffs „Topteam“... tipp3 Bundesliga, 8.Runde: Duell der burgenländischen Trainer und Personalsorgen beim Meister

In der achten Runde der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile sind Spitzenspiele Mangelware – zumindest wenn es nach dem allgemeinen Verständnis des Begriffs „Topteam“ geht. Denn so verspricht etwa das Aufeinandertreffen der Underdogs Ried und Admira ein heißer Tanz zu werden und auch in Wien-Hütteldorf brodelt es bereits, da der SK Rapid gegen Kapfenberg zum Siegen verdammt ist.

SV RIED – TRENKWALDER ADMIRA
Samstag, 16:00 Uhr | Keine-Sorgen-Arena | SR Gangl

Die Stimmung in Ried passt! Nach dem 5:0-Auswärtssieg in Innsbruck erlangte man nicht nur die Erkenntnis, dass das Team von Paul Gludovatz weiterhin die eindrucksvolle Fähigkeit besitzt, sich selbst binnen kürzester Zeit aus dem Schlamassel zu ziehen (Letzter nach vier Runden, danach drei Siege in Serie), sondern auch, dass man in Ried weiterhin das Talent hat, neu verpflichtete Hoffnungsträger binnen kürzester Zeit ins Team zu integrieren: Daniel Beichler traf bei seinem Debüt, der Spanier Nacho Casanova hält bereits bei drei Saisontoren, für die er nur 230 Minuten benötigte. Aber um das Selbstvertrauen der Admira ist es kein bisschen schlechter bestellt: Zwei 4:2-Siege über die Austria und Sturm Graz machen die Admira, die bisher nur gegen Rapid verlor und seitdem sechs Spiele unbesiegt ist, zum Tabellenzweiten und zugleich zum schussgewaltigsten Team der Liga. Die Elf von Didi Kühbauer erzielte bisher 16 Tore, wovon gleich acht von Stürmern erzielt wurden. Zum Vergleich: Acht Treffer gelangen Mattersburgs gesamter Mannschaft in den bisherigen sieben Spielen – die beiden abschlussschwächsten Teams der Liga, Rapid und Wiener Neustadt, erzielten bisher gar drei Tore weniger als die Speerspitzen der Südstädter. Das Duell der „Teams der Stunde“ ist aber auch eines der burgenländischen Trainer. Auf der einen Seite Paul Gludovatz, auf der anderen Didi Kühbauer – beides Trainer, die auf Sieg spielen werden. Übrigens: Bei der Admira fehlt Issiaka Ouedraogo wegen einer Gelb-Sperre, gefährdet sind der Admiraner Stefan Schwab und der Rieder Anel Hadzic.

Der abseits.at-Tipp: Gerade weil beide Coaches auf Sieg spielen werden, kann sich heute in Ried eine spannende Begegnung entwickeln – die allerdings keinen Sieger finden wird. Unser Tipp ist ein 1:1.

SK RAPID WIEN – KAPFENBERGER SV 1919
Samstag, 18:30 Uhr | Gerhard-Hanappi-Stadion | SR Krassnitzer

Rapid steckt mitten in einer Krise. Kaum supporten die Fans das Team wieder, starten die Unkenrufe gegen den Vorstand. Und wenn man in der berühmten „Scheißgass’n“ ist, kommt auch noch Pech hinzu: Außenverteidiger Thomas Schrammel zog sich in einem Trainingsmatch einen Kreuzbandriss zu und fällt damit ein halbes Jahr aus. Dies wiederum eröffnet Routinier Markus Katzer wieder die Chance in der Startelf Fuß zu fassen, aber auch von Christian Thonhofer muss erwartet werden, dass er die Gunst der Stunde nützt und in der Kaderhierarchie vorprescht. Rapid hat im Allgemeinen ein Qualitätsproblem und aktuell einen frappanten Mangel an Selbstvertrauen. Da ist Grün-Weiß aber nicht alleine: Kapfenberg holte erst vier Punkte aus den bisherigen sieben Spielen, verlor die letzten vier. Personell ist das Team mittlerweile wieder etwas befreiter als noch vor zwei Wochen, so wird etwa Regisseur David Sencar heute wieder ein Kandidat für die Startelf sein. Man darf ein sehr defensiv ausgerichtetes 4-1-4-1 erwarten, das in Rückwärtsbewegung eher einem 4-3-2-1 gleichkommen wird.

Der abseits.at-Tipp: Es wird kein schönes Spiel, womöglich auch von zahlreichen Härteeinlagen geprägt. Am Ende setzt sich Rapid mit 1:0 durch und niemand fragt mehr nach dem „Wie“.

RED BULL SALZBURG – SC WIENER NEUSTADT
Sonntag, 16:00 Uhr | Red Bull Arena | SR Schüttengruber

Weiterhin fehlen den Salzburgern einige wichtige Spieler, so etwa die langzeitverletzten Alan, Mendes und Douglas – aber auch wieder Zárate und Teigl. Dennoch wird Ricardo Moniz eine Klassemannschaft für nationale Verhältnisse aufs Feld schicken und mit Hilfe der dynamischen Flügel Jantscher und Leonardo versuchen, Stefan Maierhofer in Position zu bringen. Wiener Neustadt gelang mit dem Remis gegen die Austria ein Achtungserfolg, doch Stögers Team muss in Salzburg seinen Kapitän vorgeben: Tomas Simkovic fehlt ebenso wie seine Teamkollegen Friesenbichler, Lindner, Troyansky, Tvrdy und Ramsebner. Höchstwahrscheinlich wird Stögers Startelf wieder die jüngste der gesamten Bundesligarunde sein, was in Salzburg zu einem Problem werden könnte.

Der abseits.at-Tipp: Ähnlich wie in Graz wird Wiener Neustadt in Salzburg keine Chance auf Punkte haben und die Heimmannschaft kann sich mit 4:0 durchsetzen.

SK STURM GRAZ – FC WACKER INNSBRUCK
Sonntag, 16:00 Uhr | UPC-Arena | SR Lechner

Sturm Graz, das sich in der Vorsaison in einem Heimspiel gegen den FC Wacker den Titel sicherte, hat vor dem ersten Aufeinandertreffen mit den Innsbruckern mit akuten Personalsorgen zu kämpfen: Es fehlen Gratzei, Feldhofer, Dudic, Hölzl, Koch, Säumel, Kienast, Sandro Foda und Bodul, wodurch Trainer Franco Foda auf fünf Spieler zurückgreifen muss, die sonst nicht zur etatmäßigen Startformation zählen. Zudem ist Manuel Weber gelbgefährdet. Auch den Innsbruckern fehlen mindestens vier Spieler, allerdings kann Walter Kogler mit wenigen Ausnahmen auf seinen Stamm bauen. Nach dem Ausrutscher in der vergangenen Runde gegen die Admira (2:4) muss Sturm heute mit einer besseren B-Elf gegen Wacker siegen, zumal Salzburg bereits sechs Punkte Vorsprung auf den Meister hat und diesen mit einem Heimsieg gegen Wiener Neustadt bei gleichzeitigem Punkteverlust der Grazer ausbauen könnte. Doch auch Wacker Innsbruck muss aufpassen, nicht in die untersten Regionen der Tabelle abzurutschen: Seit dem Erstrundensieg über den KSV 1919 konnte das Team kein Ligaspiel mehr gewinnen und liegt in der Tabelle nur noch drei Punkte vor den Verfolgern aus Mattersburg und Kapfenberg.

Der abseits.at-Tipp: Sturm wird sich schwer tun, aber seine Heimstärke am Ende doch ausnutzen – 2:1!

SV MATTERSBURG – FK AUSTRIA WIEN
Sonntag, 18:30 Uhr | Pappelstadion | SR Einwaller

Wenn die Austria nach Mattersburg kommt, gibt’s für die Burgenländer meistens nichts zu holen. Während sich die Violetten in Heimspielen gegen Mattersburg schon mal anpatzten, verlor man das letzte Mal vor neun Spielen im Pappelstadion: Bei der 1:3-Niederlage am 14.April 2007 traf noch Milenko Acimovic für die Wiener Veilchen, während für Mattersburg Atan, Csizmadia und Naumoski erfolgreich waren. Mattersburg muss diesmal ohne Doleschal auskommen, die Austria kann aus dem Vollem schöpfen. Bei Mattersburg muss sich der mazedonische Heißsporn Ilco Naumoski vor Schiedsrichter Thomas Einwaller in Acht nehmen – er hält bereits bei vier gelben Karten und ist bei der nächsten Verwarnung gesperrt. Nach dem 1:1 gegen Wiener Neustadt und der 2:4-Niederlage gegen die Admira wartet die Austria bereits seit dem Wiener Derby am 21.August auf einen vollen Erfolg. Inklusive Europa-Cup konnte die Austria nun vier Spiele in Folge nicht mehr gewinnen. Mattersburg ist nach sieben Runden weiterhin sieglos – der 3:1-Sieg im Cup bei den Kapfenberg Amateuren war der einzige Pflichtspielsieg der aktuellen Saison.

Der abseits.at-Tipp: Mattersburg zeigte bereits mehrfach, dass man vor allem gegen die „Großen“ besser aussieht, als wenn man selbst versuchen muss das Spiel zu machen. Die Austria hat noch das Europacupspiel gegen Metalist Kharkiv in den Beinen, was für ein physisch anspruchsvolles Spiel in Mattersburg einen klaren Nachteil darstellt. Unser Tipp ist daher ein 1:1.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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